NRW-Ministerin Yvonne Gebauer

105-prozentige Lehrerversorgung im Vorgebirge als Ziel

In die Mitte genommen: Ministerin Yvonne Gebauer (3.v.l.) mit (v.l.) Petra Heller, Jörn Freynick, Oliver Krauß und Gabriele Kretschmer.

In die Mitte genommen: Ministerin Yvonne Gebauer (3.v.l.) mit (v.l.) Petra Heller, Jörn Freynick, Oliver Krauß und Gabriele Kretschmer.

Bornheim-Merten. G 9, Inklusion und Quereinsteiger: NRW-Ministerin Yvonne Gebauer spricht in Merten vor rund 200 Zuhörern über die Herausforderungen der NRW-Schulpolitik.

Erst wurden zusätzliche Stühle in das Kulturcafé des GFO Klostergartens gebracht, dann folgten Bierbänke. Doch schlussendlich blieben beim Vortrag von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), die auf Einladung der Ortsverbände von CDU und FDP nach Merten gekommen war, dann doch einige der gut 200 Besucher ohne Sitzplatz.

Auch die 90 Minuten, die für den Besuch eingeplant waren, deckten den Gesprächsbedarf der Anwesenden nicht annähernd ab: Trotz großzügiger Verlängerung konnten bei Weitem nicht alle Fragen beantwortet werden, die den Eltern, Lehrern, Schulleitern sowie Vertretern der örtlichen Politik und Verwaltung, die nicht nur aus Bornheim, sondern auch aus den umliegenden Kommunen gekommen waren, unter den Nägeln brannten.

„Das enorme Interesse beweist, wie groß die Sorge darüber ist, wie es mit unseren Kindern in der Schule weitergehen soll“, sagte Jörn Freynick (FDP), der gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Oliver Krauß (CDU) die Fragerunde moderierte, die sich an Gebauers Vortrag anschloss. Wie komplex das Thema Schule nicht zuletzt durch die Aufgaben von Inklusion, Integration und Ganztagsbetreuung geworden ist,wurde dabei mehr als deutlich. Viele Eltern beschäftigt die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren, für die es im Koalitionsvertrag eine Leitentscheidung zugunsten von G 9 gegeben hat.

Kinder wieder Kinder sein lassen

Während eine Mutter eine Reduzierung des Nachmittagsunterrichts begrüßte und den Wunsch „Kinder wieder Kinder sein zu lassen“, äußerte, konstatierte ein Vater, dass man nicht „anstrengungsfrei“ zu einer guten Ausbildung komme. Die Umstellung der Lehrpläne, die zum 1. August 2019 in Kraft gesetzt werden sollen, bezeichnete die Ministerin als „Mammutaufgabe“.

Mit Blick auf die Inklusion beschäftigte die Anwesenden die Aussetzung der Mindestgrößenverordnung von Förderschulen für zwei Jahre. Hier gelte es, sich einen Überblick zu verschaffen, um mit Blick auf die personellen Ressourcen eine qualitative Verbesserung zu erreichen.

Fragen von Lehrern zielten unter anderem auf die Besoldung, aber auch auf die Sorge um die Qualität des Unterrichts durch die Besetzung von Stellen durch Quereinsteiger. „Nicht selten unterrichten für das Fach Sport ausgebildete Quereinsteiger in Grundschulen ohne Wissen der Eltern Deutsch oder Mathe oder werden sogar als Klassenlehrer eingesetzt“, kritisierte eine im Bereich der Quereinsteiger-Ausbildung tätige Frau.

Wichtig ist der Ministerin der „Masterplan Grundschule“. Besonders dort schlage sich der allgemeine Lehrermangel nieder. Daher stehen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes, von Schulleiterpositionen und Konrektorenstellen ganz oben auf der Agenda. Gebauer: „Das Ziel liegt bei einer 105-prozentigen Lehrerversorgung.“