Spargel aus dem Vorgebirge

„Den Spargel täglich locken“

Laden zur Eröffnung der Spargelsaison ein: Die Bürgermeister von Bornheim und Brühl, Wolfgang Henseler (5.v.r.) und Dieter Freytag (7.v.l.), mit Spargelbauern und Gastronomen aus beiden Städten.

Laden zur Eröffnung der Spargelsaison ein: Die Bürgermeister von Bornheim und Brühl, Wolfgang Henseler (5.v.r.) und Dieter Freytag (7.v.l.), mit Spargelbauern und Gastronomen aus beiden Städten.

BORNHEIM/BRÜHL. Die Städte Bornheim und Brühl laden für den 30. April zur Saisoneröffnung auf dem Bornheimer Peter-Fryns-Platz ein. Zurzeit sind die Stangen noch rar.

Schon Kurfürst Clemens August soll die weißen Stangen aus dem Vorgebirge gerne am Hofe seines Schlosses in Brühl verspeist haben. Heute ist der Bornheimer Spargel als Marke europaweit durch ein Patent geschützt, das auch Teile der Nachbarkommunen als Anbaugebiet umfasst.

Und wie es sich für ein königliches Gemüse gehört, wird es durch eine Majestät repräsentiert: die Brühl-Bornheimer Spargelkönigin. Vertreter aus beiden Kommunen sowie des Vereins der Bornheimer Spargelanbauer und der Brühler Gastro-Runde stellten gestern im Brühler Jägerhof Leonie Palm (20) aus Uedorf als neue Vertreterin für die Vermarktung des begehrten Edelgemüses vor.

Das macht sich zurzeit allerdings noch rar. „Wir gehen den Spargel täglich locken“, scherzte Maria Saß, stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Spargelanbauer. Wenn zu erkennen sei, dass sich die Erde wölbe, der Spargel also die Oberfläche durchbreche, dann sei es soweit, das Gemüse zu stechen.

Bisher war es nachts aber noch zu kalt, sagte Saß: „Ideal sind Nachttemperaturen um zehn Grad.“ Auch der Vereinsvorsitzende, Biobauer Leonhard Palm, hat bisher nur kleine Mengen von Flächen geerntet, die er mit Minitunneln überspannt hat. Für 16 Euro das Kilo bietet der Familienbetrieb, aus dem mit Leonie bereits die zweite Spargelkönigin stammt, das Gemüse derzeit an.

So richtig losgehen werde die Ernte um den 1. Mai herum, meinte Palm – und somit pünktlich zur offiziellen Saisoneröffnung am Samstag, 30. April. Das Fest, das mit Musik und kulinarischen Genüssen lockt, findet im Wechsel mal in Brühl und mal in Bornheim statt, erklärten die beiden Bürgermeister, Dieter Freytag und Wolfgang Henseler. Diesmal präsentieren sich regionale Erzeuger- und Gastronomiebetriebe von 11 bis 13 Uhr in Bornheim auf dem neu gestalteten Peter-Fryns-Platz.

Dabei gehe es aber nicht nur um den Spargel, sondern auch um „weitere Köstlichkeiten, die hier bei uns gedeihen“ und darum, „diese den Menschen nahezubringen“, betonte Henseler. Immerhin könne man mit dem Kauf regionaler Produkte auch zum Klimaschutz beitragen, indem man weite Transportwege vermeide.

Die Brühler Schloßgarde Rut-Wieß bietet zudem von Freitag bis Sonntag, 29. April bis 1. Mai, einen Spargel- und Weinmarkt vor dem Brühler Rathaus. Während dort Soul und Jazz zu hören ist, gibt es in Bornheim zünftige Musik von den Vorgebirgsmusikanten, und natürlich ist auch Spargelkönigin Leonie vor Ort. Die angehende Auszubildende als Versicherungskauffrau isst am liebsten Spargelspitzen mit Nudeln: „Da muss man auch nicht so viel schälen.“

Ihr Papa verwies derweil darauf, dass das Edelgemüse teurer werden könnte: „Uns zwickt die Sache mit dem Mindestlohn extrem“, so Palm. Bei acht Euro liegt dieser jetzt in der Landwirtschaft. Und der Lohnanteil beim Spargelpreis sei hoch, erklärte er.

Kommende Woche hofft Maria Saß, so langsam mit der Ernte starten zu können. „Der Spargel will Fraulücks Been sehn“, erklärte die Uedorferin, wann es dann richtig losgeht: Wenn es warm genug ist, dass die Damenwelt Bein zeigt, dann steckt auch der Spargel sein Köpfchen aus der Erde.