Hochsommer am Herseler Rhein

„Baden ist ein heikles Thema“

Hersel. Wer das schöne Wetter am Rhein in Hersel genießen will, sollte einige Regeln beachten.

Was für ein Wetterchen! Hoch „Gerd“ bringt die von vielen ersehnten heißen Temperaturen und Sonne satt in die Region. Da zieht es manch einen nach Hersel an den Rhein. So wie Julia Neuburg und Mario Haas, die aus Bad Münstereifel und Mechernich hergefahren sind, um eine Runde auf ihrem Jetski zu drehen. Ein paar Meter weiter starten Julian Kreutz und Adrian Feiler gerade mit ihrem Trainer Andreas Kurtenbach vom Herseler Wassersportverein zu einer Runde im Rennkajak. Was ist eigentlich erlaubt im, am und auf dem Strom? Der GA hat bei der Wasserschutzpolizei nachgefragt.

Baden: „Baden im Rhein ist ein heikles Thema“, sagt Bernhard Budszuhn, Leiter der Bonner Wache der Wasserschutzpolizei. Grundsätzlich sei es erlaubt, allerdings nicht vor und hinter Hafeneingängen, in der Nähe von Schiffen, Anlegestellen sowie an Brücken und Bauwerken. „Aber ich persönlich würde es nicht machen, weil der Rhein immer gefährlich ist“, verweist er auf Strudel und Söge, die auch ein geübter Schwimmer nur mit Mühe überwinden könne. Besonders gefährlich sei die Strömung an Krippen. Für bestimmte Bereiche stelle die Schifffahrtsdirektion zudem Verbote auf. So sei das Schwimmen in Bad Honnef zwischen den Inseln Nonnen- und Grafenwerth nicht erlaubt, und auch im Kölner Stadtgebiet dürfe man nicht im Rhein baden. Am Herseler Werth sei die Strömung zwar nicht ganz so stark, so Budszuhn, „aber ich kann nur empfehlen: Man sollte es sein lassen, der Rhein ist nicht ohne.“

Grillen: Grillen, ebenso wie Zelten, ist am Rhein verboten, sagt der Wasserschutzpolizist. Aber gegen ein Picknick sei nichts einzuwenden. Nicht betreten werden darf allerdings das Herseler Werth selbst. Die Rheininsel ist seit 1993 Naturschutzgebiet. Hier kommen mehr als 100 Vogelarten vor. Auch am Ufer wachsen zum Teil seltene Pflanzen, ermahnt ein Schild vor Ort zur Vorsicht.

Angeln: Wer einen Fischereischein und eine Angelkarte hat, darf im Grunde überall am Rhein seinem Hobby nachgehen, erklärt Budszuhn. Allerdings gebe es schon Ausnahmen, zum Beispiel in Häfen wie in Wesseling. Das Wissen über geltende Verbote müssten Angler aber in der Fischerprüfung nachweisen. In Hersel sei das Angeln gestattet.

Rudern: Mit dem Ruder- oder Sportpaddelboot darf man auf dem Rhein fahren. Schlauchboote seien zwar nicht verboten, aber „nicht gern gesehen“, sagt der Wachleiter, „weil das lebensgefährlich ist.“ Denn sie seien oft sehr einfach verarbeitet und daher nicht so stabil. Somit ratschten sie etwa an spitzen Steinen schnell auf.

Stand-up-Paddling (SUP): Solange man die Verkehrsregeln auf dem Fluss beachtet, ist auch Stand-Up-Paddling auf dem Rhein erlaubt. Die Wasserschutzpolizei warnt aber Anfänger davor, den Sport, bei dem man auf einer Art Surfbrett steht und sich mit Hilfe eines Paddels vorwärtsbewegt, auf dem Rhein auszuüben. Strömung und Strudel sollten auch hierbei nicht unterschätzt werden. Fortgeschrittene, die auf dem Rhein paddeln, sollten dies am Rand tun.

Jetski: Am Zugang nahe des alten Herseler Sportplatzes können nicht nur Bootsbesitzer ihr Gefährt ins Wasser lassen, auch Jetskifahrer können hier starten. Wer dagegen die sogenannte Nato-Rampe nutzen wolle, brauche eine Genehmigung vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, erklärt Budszuhn. Wer in Hersel starte, dürfe allerdings mit dem Wasserskimotorrad nur von A nach B fahren. Zum beliebten Kreisedrehen müssen Jetskifahrer auf eine eigens gekennzeichnete Strecke nahe Wesseling-Urfeld ausweichen. „Das hat mit der Geräuschkulisse zu tun“, erläutert der Wasserschutzpolizist. Das sei schon „ein nervtötender Ton“, wenn das Wasserskimotorrad über die Wellen fahre. Das klinge „wie eine wütende Hornisse“, meint Budszuhn.