Wohin mit dem Haustier im Urlaub?

Witterschlicker Hundeexpertin gibt Tipps für die Ferien

Macht nie Urlaub ohne ihre Hunde: Heike Jung mit Mina (l.) und Simmi im heimischen Garten.

Macht nie Urlaub ohne ihre Hunde: Heike Jung mit Mina (l.) und Simmi im heimischen Garten.

Alfter-Witterschlick. An vielen Urlaubsdomizilen sind Tiere nicht willkommen. Heike Jung rät dazu, die Unterbringung von Haustieren frühzeitig zu planen und eine Ortsbesichtigung zu machen.

Die bevorstehende Ferienzeit ist Urlaubszeit. Mit Kindern zu verreisen, kann schon eine gewisse Herausforderung sein – erst recht mit einem Haustier. Doch wohin mit Hund, Katze, Maus & Co., wenn die Vierbeiner nicht mit auf Reisen gehen können?

Für Heike Jung aus Witterschlick (55) käme es nicht infrage, ihre Hunde Mina (10) und Simmi (9) zu Hause zu lassen oder abzugeben. Die beiden, die aus einem spanischen Tierheim stammen, sind mit Frauchen und Herrchen auch im Urlaub unterwegs. Allerdings gibt es an vielen Ferienorten Unterkünfte, in denen Hunde tabu sind.

„Oder die Halter reisen mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff – kein ideales Fortbewegungsmittel für Tiere“, sagt Jung, die den „Hunde-Freizeit-Treff“ in Witterschlick betreibt. Sie kennt diverse Möglichkeiten, auch durch andere Tierfreunde, wie speziell Hunde während des Urlaubs untergebracht und versorgt werden können.

Probe-Übernachtung ist angeraten

„Wichtig ist, dass sich die Betroffenen rechzeitig um eine Unterbringung kümmern. Sechs Monate vor Urlaubsbeginn sollten es sein“, betont Jung. Allein schon deshalb, um die Unterkünfte wie privat betriebene Tierpensionen vor Abgabe des Vierbeiners in Augenschein zu nehmen. „Außerdem sollten sich die Halter Auslaufanlagen oder Zwinger zeigen lassen. Die Gefahr, dass mein Hund sich letztlich nicht wohlfühlt, weil er etwas anderes gewohnt ist, ist groß.“

Eine andere Variante ist „Dog-Sharing“. Dabei nehmen Hundebesitzer, die sich und ihre Tiere kennen, den Hund des jeweils Anderen für die Urlaubszeit in Obhut. „Auch hier muss man sich im Vorfeld absprechen und rechtzeitig planen.“

Die Hundeexpertin rät, im Vorfeld mit dem Vierbeiner die Gastfamilie zu besuchen und dabei auch zu gucken, ob sich die Hunde nach wie vor verstehen. „Schließlich dringt ein anderer Hund in das Revier ein“, gibt sie zu bedenken.

Den Test könne man auch mal ausweiten und den Hund für eine Nacht bei der Gastfamilie lassen oder für ein ganzes Wochenende. „Läuft alles reibungslos, dann dürfte es meiner Ansicht nach keine Probleme geben, wenn die Besitzer wegfahren“, ergänzt Jung. Wurde der Hund über einen Tierschutzverein vermittelt, vermittelt dieser mitunter Pflegestellen.

Homesitter kümmern sich um Hund und Haus

„Allerdings sind diese Plätze sehr rar, weil die Einrichtungen meist überlastet sind“, weiß Jung. Eine andere Möglichkeit ist, sich einen „Homesitter“ für den Hund ins Haus zu bestellen, der während der Abwesenheit mit dem Tier spazieren geht und es füttert.

„Der Vorteil: Die Blumen werden dann auch gegossen. Allerdings sollte ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Anbieter bestehen“, sagt Jung. Fündig wird man zum Beispiel im Internet, wo sich zahlreiche Dienstleister anbieten. Eine weitere Anlaufstelle ist laut Jung der Tierarzt.

Dort können entweder die Mitarbeiter, der Veterinär selbst oder andere Halter Tipps und Informationen zu Unterbringungsmöglichkeiten während der Ferien geben. „Aushänge in den jeweiligen Praxen sind natürlich auch eine Möglichkeit sowie am Schwarzen Brett im örtlichen Supermarkt“, sagt Jung.

Sogar der Damen- oder Herrenfriseur kann ein Anlaufpunkt sein, ist die Erfahrung der Hundeexpertin. „Zumindest tauscht man sich dort viel aus. Ich erinnere mich an einen Fall, da haben Senioren für einen begrenzten Zeitraum einen Hund bei sich aufgenommen. Früher hatten sie selbst einen Hund, wollten sich aber keinen mehr anschaffen und somit binden“, erzählt sie.