Vorsorge bei Unwetter

Wie sich die Alfterer vor Wassermassen schützen sollen

Besonders schlimm erwischte ein Unwetter Alfter im Juni 2013. In der Kronenstraße sammelte sich das Wasser, Anwohner hielten die Abläufe frei.

Besonders schlimm erwischte ein Unwetter Alfter im Juni 2013. In der Kronenstraße sammelte sich das Wasser, Anwohner hielten die Abläufe frei.

Alfter. Die Gemeinde gibt eine Infobroschüre für Grundstücksbesitzer heraus und reagiert damit auch auf die Zunahme von Einsätzen wegen Starkregen. Den Grund dafür sieht die Feuerwehr beim Klimawandel.

Die Gemeinde Alfter weist auf die Gefahren von Überschwemmungen nach starken Regenfällen hin und rät Hausbesitzern zur Vorsorge. Wie die Gemeindeverwaltung auf ihrer Internetseite mitteilt, habe die Bezirksregierung Köln für den Alfterer-Bornheimer Bach und den Hardtbach Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erstellt.

Mithilfe der Karten sei erkennbar, ob für Grundstücke besondere Gefahren durch Überschwemmungen bestünden. Die Karten seien „ein wichtiges Instrument für Grundstückseigentümer, um ihre individuelle Gefahrenlage einschätzen und mögliche Schutzmaßnahmen planen und bauen zu können“, heißt es von der Gemeinde weiter.

Nicht nur die Karten sind auf ihrer Internetseite abrufbar. Ebenso stellt die Verwaltung die Broschüre „Wenn das Wasser kommt. Schutz vor Überschwemmung“ zur Verfügung. Sie beinhaltet Informationen zur Vorbeugung von Überschwemmungsschäden sowie zu den notwendigsten Maßnahmen bei einem Unwetter.

Kommune baut Kanalisation aus

Nach Ansicht von Michael Hesse, Sprecher der Feuerwehr Alfter, seien die Regenfälle in den vergangenen Jahren im Gemeindegebiet stärker und heftiger geworden – weshalb auch die Einsatzzahlen steigen. Den Grund sieht Hesse beim Klimawandel. „Bisher hatten wir in diesem Jahr 14 Einsätze wegen starker Regenfälle beziehungsweise Hochwasser. Vergangenes Jahr waren es etwa 20 Einsätze“, bilanziert Hesse.

So schlimm wie das Unwetter am 26. Juli 2008 sei es aber nicht mehr gewesen. „Damals stand das Wasser bis zu 2,50 Meter in den Kellern“, blickt der Feuerwehrmann zurück. Inzwischen haben sich die Bürger mit Pumpen ausgestattet oder haben Steine vor ihre Keller gelegt beziehungsweise sie abgedichtet.

In Alfter sorgt seit 2014 ein 800 Meter langer Entlastungsgraben vom Schlossweg bis zur Stadtbahnlinie 18 dafür, dass der Ortskern besser vor Überschwemmungen bei unwetterartigem Regen innerhalb kürzester Zeit geschützt ist.

Vor allem die Überflutungsgefahr in den Bereichen Schlossweg, Kronenstraße, Bahnhofstraße und Im Benden wird so gemindert. Der Graben kann bis zu 1500 Liter pro Sekunde transportieren. Damalige Baukosten: etwa 800 000 Euro.

„Einen Komplettschutz wird es nie geben“, betont Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher (CDU) auf Anfrage des GA. Dennoch sei die Gemeinde „permanent an dem Thema Schutz vor Wassermassen dran“. Des Weiteren baut die Kommune die Kanalisation aus, speziell die Rückhaltekapazitäten bei Starkregen. Betroffen sind auch Kanäle, die erneuert werden.

Die Broschüre ist auf www.alfter.de zu finden. Weitere Infos erteilt Franziska Parthen vom Fachbereich Bauen der Gemeinde. Kontakt: 0228/6484177.