Deutsch-chinesische Begegnung in Alfter

Vincent van Gogh auf der Spur

Susann Meister-Dudek schnitzt mit den Kindern.

Susann Meister-Dudek schnitzt mit den Kindern.

ALFTER. Im Johannishof in Alfter treffen sich Kinder und Jugendliche aus Deutschland und China zum gemeinsamen Werken. Dort erlebten sie einen Tag rund um die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft.

Das Van-Gogh-Museum in Amsterdam, der Kölner Dom und der Alfterer Johannishof standen auf dem Programm einer Reise, die 24 chinesische Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 15 Jahren, Preisträger eines Malwettbewerbs, jetzt nach Europa führte.

Dabei bildete der Johannishof, der Campus I der Alanus Hochschule, eine Art Kreativeinheit. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen der Alanus Sommerakademie, die die im Doppeldeckerbus vorgefahrenen Besucher am Hertersplatz in Empfang nahmen, erlebten sie einen Tag rund um die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft.

Doch erst ging es ans Kennenlernen, angefangen bei einem halbstündigen Fußweg zum Johannishof, wo die jungen Chinesen von Stefanie Gather als einer der Vorsitzenden des Alanus Forums (Alanus Europäisches Forum für Interkulturellen Dialog e.V.) empfangen wurden. Dem folgte ein gegenseitigen Vorsingen von Liedern, bei dem die deutschen Kinder etwa entdeckten, dass „Bruder Jakob“ auch in China als „Ling zhi Laohu“ existiert und in der Übersetzung von zwei Tigern erzählt.

„Mehrere Zehntausend Kinder hatten in China an einem Malwettbewerb teilgenommen“, sagte der Sinologe Peter Wiedehage, der mit seiner Agentur einige Programmpunkte des Aufenthalts ausgearbeitet und organisiert hatte. „Die 24 gehören zu den Preisträgern aus ganz China, die eine Reise ‚Auf den Spuren von van Gogh‘ gewonnen haben und nun sechs Tage in den Niederlanden waren, wo sie vor allem in Amsterdam das Van-Gogh-Museum besichtigt haben und danach weitere fünf Tage in Deutschland verbringen werden.“

Das Amsterdamer Museum hatte den Wettbewerb auf Anregung aus China veranstaltet, um dort auf sich und Vincent van Gogh aufmerksam zu machen. Begleitet wurden die Kinder und Jugendlichen von etwa 40 Eltern und zehn weiteren Personen.

Susann Meister-Duddeck und Corinna Sper hatten in kürzester Zeit Räume in der Alanus Sommerakademie für die Fernreisenden hergerichtet. Die älteren Kinder und Jugendlichen setzten mit Speckstein, Raspeln und Schleifpapier das Erdthema um, wobei sie aus dem Gestein vorzugsweise kleine „Juwelen“ entstehen ließen.

„Sie arbeiten sehr genau und konzentriert“, beobachtete Corinna Sper ihre Gruppe und fand es auffällig, wie sehr die chinesischen Kinder bemüht waren, den Steinen vor allem eine glatte Oberfläche zu verleihen und dabei weniger in die Tiefe gingen, um damit skulpturale Objekte entstehen zu lassen, wie es eher bei den deutschen Kindern der Fall war.

Während die Gruppe des mittleren Alters auf einer langen schiefen Ebene eine Ufer- und Flusslandschaft unter der Anleitung von Ruta Platais aus Ton modellierte, die schlussendlich auch mit Wasser aufgefüllt wurde, schnitzten die Kleinsten mit Susann Meister-Dudeck an Ästen, die die Grundstöcke für die entstehenden Windmühlen bilden sollten. Weitere Stationen nach Alfter sind nun unter anderem Heidelberg und Schloss Neuschwanstein.