Kommentar zum Umbau des Trafoturms

Viele Gewinner – darunter auch die Natur

Nicht mehr in Betrieb: Der Trafoturm in Gielsdorf.

Nicht mehr in Betrieb: Der Trafoturm in Gielsdorf.

Alfter-Gielsdorf. Für den Trafoturm in Gielsdorf gibt es viele Pläne. Der Umbau wäre eine Win-win-Situation für Gemeinde, Junggesellenverein, Feuerwehr und auch für die Natur, kommentiert GA-Redakteur Christoph Meurer.

Im deutsch-englischen Sprachmischmasch gibt es das Wort Win-win-Situation. Es beschreibt einen Zustand, in dem es nur Gewinner und somit keine Verlierer gibt. Die Pläne für den alten Trafoturm auf der Heide in Gielsdorf könnten eine solche Win-win-Situation werden. Und es könnte viele Gewinner geben: die Gemeinde, die ihre Immobilie vermieten würde, Junggesellenverein und Feuerwehr, die weitere Nutzflächen bekämen, sowie auf jeden Fall der Naturschutzbund für ein tolles Artenschutzprojekt – womit auch die Natur zu den Gewinnern zählen würde. Letztlich hätten aber auch die Gielsdorfer Bürger etwas davon. Schließlich dürfte der von Beteiligten geplante Anstrich den Turm und das alte Feuerwehrhaus sicherlich verschönern.

Das schöne Dorfgemeinschaftshaus, der große Spielplatz und nur ein kurzer Weg bis zum Wald: Der Höhenbereich Gielsdorfs ist bereits ziemlich attraktiv. Ein zur Naturschutzstation umgebauter Trafoturm sowie insektenfreundliche Blühstreifen können ihn noch attraktiver machen.

Ein Schandfleck aber bleibt weiterhin: der alte Wasserturm. Seit Jahren ist es um das Gielsdorfer Wahrzeichen schlecht bestellt. Bekanntlich befindet sich das 14 Meter hohe Bauwerk, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, seit Jahren in Privatbesitz. Allerdings ist weiterhin nicht bekannt, was damit passieren soll. Ruhig geworden ist es ebenso um den Verein „Wasserturmfreunde Gielsdorf“.

Dieser hatte sich im Herbst 2016 gegründet – mit dem Ziel, den Turm denkmalgerecht zu sanieren, um ihn dauerhaft zu erhalten. Auch wollen sich die Mitglieder dafür einsetzen, dass der Besitzer des Wasserturms keine weiteren Flächen um ihn herum kauft, darunter das alte Feuerwehrhaus und den Trafoturm.

Letzteres dürfte mit den neuen Plänen für den Trafoturm endgültig vom Tisch sein. Bleibt nur noch der Wasserturm selbst – und hoffentlich nicht mehr lange in diesem desolaten Zustand.