Polizeipräsidentin

Ursula Brohl-Sowa stellte sich den Fragen der Bürger

Beim Info-Abend: Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa (4.v.r.) rät, bei verdächtigen Wahrnehmungen den Notruf zu wählen.

ALFTER-GIELSDORF. Kriminalität in der Gemeinde Alfter macht der Polizei nicht allzu viel Kopfzerbrechen. "Sie leben in einer schönen und noch sicheren Gegend", beruhigte die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa bei einem Informationsabend am Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus Gielsdorf.

Dorthin hatte Bürgermeister Rolf Schumacher eingeladen und rund 40 Zuhörer waren gekommen. Schumacher äußerte sich dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und insbesondere die Präsenz der Bezirksbeamten Jürgen Koep in Witterschlick und Rainer Brüsselbach in Alfter.

"Alfter konkurriert mit Swisttal und Wachtberg um die letzten Plätze in der Kriminalstatistik", sagte die Polizeipräsidentin. Ihr Bezirk umfasst neben den Stadtbezirken Bonn, Hardtberg, Beuel und Bad Godesberg auch die sechs linksrheinischen Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg sowie rechtsrheinisch die Städte Königswinter und Bad Honnef.

Details zur Entwicklung der Einbrüche bildeten einen Schwerpunkt der Veranstaltung, denn mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt jetzt die Zahl der Einbrüche. Um die 40 Fälle registrierte die Polizei seit Beginn des Jahres bis Anfang November in Alfter. Darin sind auch die Einbruchsversuche enthalten, die fast die Hälfte in dieser Statistik ausmachen. "Ziel muss es sein, diesen Anteil zu steigern", meinte Friedhelm Herholz vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz.

Deshalb bietet die Polizei nicht nur in ihrem Schulungsraum in Bonn für Einzelpersonen und Gruppen Beratungen über technische Sicherheitsmaßnahmen an, sie kommt nach Absprache auch zu den Bürgern hinaus. Denn in 80 Prozent der Fälle gelangen die Täter durch Aufhebeln von Fenster und Türen in die Wohnung, nicht durch Einschlagen. Deshalb können einbruchshemmende technische Maßnahmen das Risiko mindern, weil die Täter ihr Vorhaben oft aufgeben, wenn sie nicht schnell genug ins Haus oder in die Wohnung eindringen.

Herholz: "Unsere Beratung ist kostenfrei. Machen Sie davon regen Gebrauch." Polizeipräsidentin Brohl-Sowa ermunterte die Zuhörer, bei verdächtigen Wahrnehmungen den Notruf 110 zu wählen. "Lieber einmal zu viel als zu wenig", sagte sie. Auch Hinweisen auf Drogendelikte, davon ist Alfter nicht ausgenommen, geht die Polizei nach.

Die Übergabe erfolge vielfach im ländlichen Bereich, längs der Bahnlinie zwischen Alfter und Brühl, erläuterten Dieter Weigel, Leiter der Polizeiinspektion in Duisdorf, und der dortige Leiter der Wache, Georg Hoffmann. Doch steigende Fallzahlen seien mit Vorsicht zu interpretieren.

"Drogendelikte sind Kontrolldelikte", sagte Weigel. Sprich: Je stärker kontrolliert wird, desto höher die Fallzahlen. Konkrete Daten über die Entwicklung der Kriminalität in Alfter im Jahr 2013 werden erst im Frühjahr bekannt gegeben.