Sibelco will Fläche erweitern

Tonabbau in Witterschlick auf weiteren 17,5 Hektar

In zwei Jahren könnte es losgehen: Dann soll das Tontagebaugebiet Schenkenbusch links des Lüsbacher Wegs, auf dem eine Spaziergängerin mit Hund unterwegs ist, vergrößert werden.

In zwei Jahren könnte es losgehen: Dann soll das Tontagebaugebiet Schenkenbusch links des Lüsbacher Wegs, auf dem eine Spaziergängerin mit Hund unterwegs ist, vergrößert werden.

Alfter-Witterschlick. Das Unternehmen Sibelco will seine Grabungsfläche Schenkenbusch westlich des Ortes erweitern und veranschlagt für den Abbau 40 Jahre. 2020 soll begonnen werden.

Das Unternehmen Sibelco aus Ransbach-Baumbach hat bei der für den Bergbau zuständigen Bezirksregierung Arnsberg beantragt, das Witterschlicker Tontagebaugebiet Schenkenbusch in Richtung Norden zu erweitern.

Der Rahmenbetriebsplan sieht eine Erweiterung der Abbaufläche von 43 Hektar um 17,5 Hektar nördlich des Lüsbacher Weges vor. Für den Abbau veranschlagt Sibelco 40 Jahre. In etwa zwei Jahren soll dort begonnen werden, während die Arbeiten im jetzigen Gebiet südlich des Lüsbacher Weges 2023 eingestellt werden könnten. Danach soll das Areal rekultiviert werden.

Nach Mitteilung des Unternehmens berücksichtigen die Planungen das Raumordnungskonzept und wesentliche Punkte der Forderungen, die der Planungsausschuss Alfter formuliert hatte. So würden die Lärm-Grenzwerte laut Gutachten „sicher eingehalten“, und der Transportverkehr werde nicht zunehmen. Die Planungen sehen Rekultivierungen und Grünstreifen am westlichen Ortsrand von Witterschlick vor. Der Lüsbacher Weg soll als Verbindung in den Kottenforst erhalten bleiben.

Diskussion seit 2010

Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Unterlagen formal geprüft und mit der Bitte um Stellungnahme an die Gemeinde Alfter und weitere sogenannte „Träger öffentlicher Belange“ weitergeleitet.

Die Gremien der Gemeinde Alfter beschäftigen sich seit 2010 mit der geplanten Erweiterung, um die Eingriffe für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten. Besonders die Anwohner sprachen sich gegen eine Erweiterung aus: Man habe schon genug Löcher rings um Witterschlick. Deshalb beschloss der Planungsausschuss 14 Punkte, die Sibelco umsetzen soll. Die Verwaltung wird nun eine Stellungnahme zum Rahmenbetriebsplan formulieren, die dem Gemeindeentwicklungsausschuss am 15. Februar zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Später werden die Pläne ausgelegt, die Bürger können dazu Anregungen oder Bedenken einreichen.

Die Planung berücksichtigt nach Einschätzung von Sibelco wesentliche Forderungen der Gemeinde Alfter. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele partnerschaftliche Gespräche mit Vertretern von Gemeinde, Verwaltung, Behörden und betroffenen Landwirten geführt. Den darin geäußerten Wünschen haben wir in großem Maße bei der Erstellung des jetzt vorliegenden Antrags Rechnung getragen“, erklärt Gerd Klemmer, Leiter Umwelt und Liegenschaften bei Sibelco.

Innerhalb der Antragserstellung sei ein schalltechnisches Gutachten durch das Wuppertaler Ingenieurbüro constructionconsulting erstellt worden. An sieben maßgeblichen Immissionsorten seien für die verschiedenen Abbauabschnitte die maximal zu erwartenden Schallpegel gemessen worden. Der höchste aller in diesem Zusammenhang berechneten Werte habe bei 44 db(A) und damit deutlich unter dem Immissionsrichtwert von 50 db(A) für reine Wohngebiete gelegen.

Lüsbacher Weg wird bestehen bleiben

„Der geringste Abstand der geplanten Norderweiterung zur Wohnbebauung beträgt unserem Antrag zufolge 170 Meter. Die Immissionsrichtwerte werden jederzeit sicher eingehalten. Die durch die Abbauarbeiten in der geplanten Norderweiterung entstehende Geräuschentwicklung für das angrenzende Wohngebiet wird sich also in jedem Fall in engen Grenzen halten und in etwa den Immissionen entsprechen, die durch den Tonabbau im bestehenden Tagebau bereits bekannt sind“, sagt Klemmer. Seit mehr als 20 Jahren habe man keine offizielle Beschwerde wegen zu großen Lärms erhalten, der auf die Abbauarbeiten im Schenkenbusch zurückzuführen wäre, obwohl dort eine zum Teil größere Nähe zur Wohnbebauung – rund 100 Meter zur Wilde Straße – bestehe.

Noch vor Beginn eines möglichen Tonabbaus in der Norderweiterung plant Sibelco zwei ausgedehnte Grünstreifen zwischen dem Witterschlicker Ortsrand und der Erweiterungsfläche. Klemmer: „Dort wollen wir unter Einbeziehung der Witterschlicker ein attraktives Umfeld und zusätzliche Freizeitangebote schaffen.“ So seien die Errichtung eines modernen Kinderspielplatzes, aber auch die Umsetzung weiterer Angebote denkbar.

Die vom Ortsrand ausgehenden Rekultivierungsarbeiten am bestehenden Tontagebau sollen nach den Plänen von Sibelco ebenfalls unmittelbar nach einer möglichen Genehmigung des Erweiterungsantrags eingeleitet werden. Geplant ist die Schaffung einer Grabenlandschaft, die von kleineren Fließ- und Teichgewässern durchzogen ist und nach dem Ende des Tonabbaus in der Norderweiterung auch auf dieses Areal ausgedehnt werden soll.

Der häufig von Fußgängern und Radfahrern genutzte Lüsbacher Weg führt von Witterschlick in Richtung Kottenforst. Gleichzeitig markiert er die Grenze zwischen dem bisherigen Tontagebau und der geplanten Norderweiterung. „Der Weg wird unseren Planungen zufolge dauerhaft bestehen bleiben. Da der Abtransport des gewonnenen Tons weiterhin über die Schmale Allee erfolgen soll, planen wir den Lüsbacher Weg entweder zu untertunneln oder zu überbrücken. Später würden wir den Weg neu anlegen und einige Meter in Richtung Süden verlegen“, versichert Klemmer.

Nicht nur die Transportroute über die Schmale Allee soll laut Sibelco unverändert bleiben, auch an der Frequenz der Lkw-An- und Abfahrten soll sich nichts ändern. „Die geplanten Fördermengen entsprechen denen, die wir auch momentan realisieren. Dementsprechend wird sich auch die Zahl der Lkw-Fahrten, durch die der Ton aus dem Tagebau abtransportiert wird, nicht erhöhen“, sagt Klemmer.