Improvisations-Workshop

Stockhausen bei Alanus-Sommerakademie in Alfter

Hochkonzentriert bei der Sache: Die Teilnehmer des Seminars „Intuitive Musik“ mit Trompeter Markus Stockhausen (rechts).

Hochkonzentriert bei der Sache: Die Teilnehmer des Seminars „Intuitive Musik“ mit Trompeter Markus Stockhausen (rechts).

Alfter. Das Konzert „Musik für die Sterne“ mit dem bekannten Trompeter Markus Stockhausen gibt Einblick in einen Improvisations-Workshop der Alanus-Sommerakademie in Alfter.

Es ist Halbzeit im einwöchigen Musik-Improvisationsworkshop der Sommerakademie in Alfter. Vier Frauen und neun Männer aus verschiedenen Teilen Deutschlands sind im Johannishof der Alanus Hochschule zusammengekommen, um mit einem der weltweit besten Trompeter, Markus Stockhausen, Musik machen und erfahren zu können.

Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar „Intuitive Musik“ war das Beherrschen eines Instruments, da ansonsten „intuitive Musik keinen Sinn und Spaß“ mache, wie es in der Kursbeschreibung zu lesen war.

„Es ist eine hoch konzentrierte Arbeit, die viel verlangt und viel gibt“, sagt Teilnehmer Norbert Bujtar (51). Der Bonner Justizbeamte hat bereits ein Musikstudium hinter sich und eine junge Familie, die ihn in seinen Ambitionen unterstützt. Nun sind seine Frau Uta (39) und die Kinder Matthias (10) und Miriam (5) mit weiteren etwa 50 Besuchern zu dem Konzertabend „Musik für die Sterne“ gekommen, der offenbar werden ließ, was die Gruppe in den ersten drei Tagen mit Stockhausen erarbeitet hatte.

Zusammenspiel von 14 unterschiedlich agierenden Musikern

In den etwa eineinhalb Stunden „intuitiver Musik“ wurde deutlich, um was es in dem Improvisations-Seminar ging. Bei der intuitiven Musik, die verlangt, sich ohne bewusste Entscheidungen mit vertrauten Instrumenten auszudrücken, standen die Kreativität, Fantasie, Spontaneität sowie die Erarbeitung und damit die Hörbarmachung eines Prozesses von bewusster Wahrnehmung des Moments im Vordergrund für die Teilnehmer. Die Grundlagen dazu wurden mit verschiedenen Techniken in dem Kursus erarbeitet.

Barfuß, wie es in dem Eurythmie-Saal der Alanus Hochschule üblich ist, verloren die Musiker auch sprichwörtlich zu keinem Zeitpunkt den Bodenkontakt, obwohl sie mit ihren Klängen nach den Sternen zu greifen versuchten. Stockhausen erklärte die „Musik für die Sterne“ als eine Poesie, in denen vor allem auch Sequenzen der Stille eine wesentliche Rolle spielten.

Dabei wurde eindrucksvoll präsentiert, wie die 14 sehr unterschiedlich agierenden Musiker mit Saxofon, Horn, Posaune, Klavier, Klarinetten, Querflöte, Violine, Mundharmonika, Gitarren und Schlagzeug miteinander harmonierten. Für eine wahrhafte Sternstunde sorgte Stockhausen mit einem facettenreich gesampelten Trompetensolo. Das Zusammenspiel mit den Kursteilnehmern bewegte sich in einem anregenden Spannungsfeld zwischen Neuer Musik, Jazz bis hin zu Weltmusikklängen. Durch die Improvisation ein unwiederholbares, aber auch unvergessliches Konzert.