Spenden-Sammlung für Kinder in armen Ländern

Sternsinger-Könige ziehen durch die Straßen

Alfter/Roisdorf. Als Balthasar, Melchior und Caspar zogen Sara, Malte und Luisa am Freitag durch die Straßen in der Nähe des Alfterer Jakob Wahlen-Parks. Gekleidet in orientalische Gewänder, brachten die Achtjährigen den Anwohnern den Segen der Sternsinger.

Zum 60. Mal sammeln in diesem Jahr bundesweit rund um den 6. Januar unzählige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Geld für Gleichaltrige weltweit. Im Fokus der Aktion des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) steht in diesem Jahr die „Kinderarbeit in Indien und weltweit“.

Wie Sara, Malte und Luisa, die in diesem Jahr zur Kommunion gehen, machten sich am Freitag und am Samstag auch in Roisdorf rund 50 Messdiener, Kommunionkinder und Kinder aus der Gemeinde auf den Weg, um von Tür zu Tür zu ziehen und Familien, Kindergärten und im Jugendamt ihren Segensspruch „20*C+M+B+18“ ("Christus mansionem benedicat“, also „Christus segne dieses Haus“) anzubringen. Die vierte Station von rund 20 jungen Roisdorfern war am Freitag das Bornheimer Rathaus. Bürgermeister Wolfgang Henseler wartete eine ganze Weile auf die Heiligen aus dem Morgenland, die mit rund 50 Minuten Verspätung eintrafen. Unter der Ägide von Adi Halbach, Diakon des Seelsorgebereichs An Rhein und Vorgebirge, schmetterten die Kinder in der Bürgerhalle ihr neues Sternsingerlied „Dafür“.

Für den elfjährigen Daniel ist sein Engagement eine Selbstverständlichkeit. „Wir sammeln für die Kinder, die arbeiten müssen und nicht in die Schule gehen dürfen. Manche werden auch mit der Peitsche geschlagen. Das Geld ist für die armen Kinder weltweit. Mir macht es Spaß, den Kindern zu helfen, denn ich möchte, dass auch sie Spaß haben und weltweit in Frieden leben können.“ Henseler hatte sich mit einem Korb voller Süßigkeiten auf den Besuch vorbereitet. So suchten sich die Balthasars, Melchiors und Caspars hier die Gummibärchen, dort den Schokoriegel aus – ein wenig Wegzehrung.

Unterstützung von Projekten in mehr als 100 Ländern

Stolz auf das Engagement seiner rund 40 Kommunionkinder und Messdiener zeigte sich auch Rainald M. Ollig, der als leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Alfter die Sternsinger im Pfarrgemeindehaus am Hertersplatz vor der Aussendung „als „Botschafter der frohen Botschaft Jesu“ segnete. Um die 3200 Haushalte in Alfter-Ort werden die „Könige aus dem Morgenland“ an zwei Tagen besuchen. „Viele Leute freuen sich auf die Sternsinger und wissen, dass die Kinder für den guten Zweck sammeln“, so Ollig.

Für den reibungslosen Ablauf sorgten die Organisatoren der Aktion Rafael Rieks (19) und Tobias Schreyer (18). Die beiden Messdiener Julian und Marc konnten es kaum erwarten, endlich loszugehen. Dabei verschafft ihnen die Teilnahme auch noch einen Vorteil. „Wenn wir bei der Messe dienen, erhalten wir grüne Punkte. Auch hierfür gibt es grüne Punkte. Je mehr wir sammeln, umso eher erhalten wir am Ende des Jahres ein Buchgeschenk“, berichteten die beiden Zwölfjährigen. Sie zogen gemeinsam mit Tobias (13) und Valentin (12) durch die Straßen in der Nähe des Herrenwingerts. Tobias hat auch seine kleine Schwester Amrei mitgebracht, die mit ihren sechs Jahren eine der jüngsten „Heiligen“ ist. Alle Vier finden es gut, dass das gesammelte Geld nicht nur Kindern in Indien, sondern in aller Welt zugute kommt. So werden Flüchtlingskinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen unterstützt, die ohne ein Dach über dem Kopf aufwachsen und denen Wasser und Nahrung fehlen. So werden mit Mitteln der Sternsingeraktion jedes Jahr in mehr als 100 Ländern Projekte unterstützt.

„Es gibt nichts Schöneres, wenn Kinder für andere Kinder sammeln. Mit eurem Geld ist bisher in vielen Ländern Vieles geleistet worden. So konnten unter anderem Kindergärten und Schulen gebaut werden“, machte Ollig den Jungen und Mädchen klar. So segnete er nicht nur die Sterne und Kronen, sondern wünschte den Kindern und Begleitern Gottes Segen auf ihrem Weg. Manches Kind freute sich am Freitagmorgen schon aufs gemeinsame Mittagessen im Alfterer Pfarrheim. Denn dort gab es Nudeln mit Soße- das Leibgericht des einen oder anderen Sammlers.