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Stadtverwaltung von Alfter wird digitalisiert

Auch die Schulen sind aufgerufen, verstärkt auf Tablets und digitale Lerninhalte zu setzen.

Auch die Schulen sind aufgerufen, verstärkt auf Tablets und digitale Lerninhalte zu setzen.

Alfter. In Alfter sollen die Bürger Behördengänge künftig online erledigen können. Ein Thema, mit dem sich die Kommunalpolitiker an diesem Donnerstag im Gemeinderat beschäftigen.

Sich bequem vom Sofa aus an einem neuen Wohnort anmelden, Gebühren per Onlinebezahlsystem überweisen oder Medien aus der Bibliothek online ausleihen – es sind nur einige der Punkte der Digitalstrategie, die sich die Gemeinde Alfter für die kommenden Jahre vorgenommen hat. Damit will die Gemeinde nicht nur die Verwaltungsarbeit zunehmend digitalisieren, sondern ebenso den Bürgern Vorteile bieten. „Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft und macht auch vor den Kommunen nicht halt“, erklärt Bürgermeister Rolf Schumacher. Zehn Seiten umfasst das Strategiepapier, über das der Gemeinderat in seiner Sitzung an diesem Donnerstag (18 Uhr, Rathaus Oedekoven) berät. Ein Überblick über die geplanten Schwerpunkte:

Breitbandausbau und Wlan:Die Breitbandversorgung soll in Alfter weiter ausgebaut werden. Dazu soll das Glasfasernetz erweitert werden. Die Verwaltung prüft bei Straßenbauarbeiten bereits, ob sich innerhalb einer Baumaßnahme direkt neue Leitungen mitverlegen lassen können. Auch in Neubaugebieten sollen die Bewohner künftig über einen Glasfaseranschluss verfügen. Ebenso will die Gemeinde die Wlan-Versorgung angehen. So sollen Besucher des Rathauses sowie anderer öffentlicher Einrichtungen Wlan nutzen können.

Schulen: Auch die städtischen Bildungseinrichtungen sollen in die Digitalisierungsstrategie mit einbezogen werden. Lehrer und Schüler sollen in Zukunft mit digitalen Lehrmaterialien arbeiten und lernen. Die Gemeinde beauftragt daher die Schulleitungen, jeweils für ihre Schule ein Medienkonzept zur Ausstattung und Finanzierung zu erstellen. Mit einem Glasfaseranschluss will die Gemeinde die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Finanziert werden soll der Ausbau mit Fördergeldern von Bund und Land, die der Rhein-Sieg-Kreis für die Kommunen bereits beantragt hat. Zudem will die Gemeinde Alfter gemeinsam mit dem Jugendhilfezentrum eine „Digitale Woche“ für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ausrichten.

Internetseite: Im kommenden Jahr soll die Internetseite der Gemeinde Alfter (www.alfter.de) in einer neuen und überarbeiteten Version erscheinen, die auch auf die Nutzung per Handy abgestimmt ist. Die Webpräsenz wurde zuletzt 2012 aktualisiert. Mit der Umsetzung soll ein externes Unternehmen beauftragt werden. Für den Relaunch sollen Haushaltsmittel in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Ebenfalls 2019 will die Gemeinde ein Online-Beschwerdesystem einführen. Die Unterlagen aus den Rats- und Gremiensitzungen werden bereits online zur Verfügung gestellt und können auch über Tab᠆lets abgerufen werden. Ziel ist es, die Sitzungsvorlagen nur noch in digitaler statt in Papierform bereitzustellen.

Echtzeitdaten an Bushaltestellen

Bürgerdienste: Behördengänge sollen die Alfterer künftig online erledigen können, wie beispielsweise Ab-, An- und Ummeldungen. „Den Bürgerservice weiter zu verbessern und einfacher zu gestalten, ist dabei unser Leitziel“, so Schumacher. Die Funktionen sollen von Jahr zu Jahr erweitert werden. 2019 sollen die Bürger sich schon mit der eID-Funktion des Personalausweises online ausweisen können. Auch Gebühren sollen ab dem kommenden Jahr über ein Onlinebezahlsystem (E-Payment) beglichen werden können. Bisher können Bürger lediglich ihre Wahlunterlagen auch online bestellen sowie Bebauungs- und Flächennutzungspläne einsehen.

Verwaltung: Die Arbeit in der Gemeindeverwaltung soll zunehmend digitaler werden. Statt mit Papierdokumenten sollen die Mitarbeiter Anträge und Verfahren mittels E-Akten einsehen und bearbeiten können. Bisher kommt die E-Akte nur in bestimmten Fachbereichen zum Einsatz, soll aber künftig in allen Bereichen genutzt werden können. Das Konzept sieht zudem die Digitalisierung des Archivs vor. Arbeitszeiten werden schon jetzt digital erfasst.

Informationen für Touristen: Nicht nur Bürger, auch Gäste sollen sich einfacher über Alfter und seine Freizeitangebote und die Ausflugsziele in der Region informieren können. Das will die Gemeinde ebenfalls mit einer neuen Webseite für den Verein Rhein-Voreifel Touristik erreichen, um beispielsweise die Rheinische Apfelroute besser vermarkten zu können. Zusätzlich soll es Infobroschüren auch in digitaler Form zum Herunterladen geben.

Mobilität: An den Bushaltestellen sollen Anzeigetafeln aufgestellt werden, die die Fahrgäste mit Echtzeitdaten über die nächsten Verbindungen informieren.

Digitalisierungsbeauftragter: Derzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe an der Entwicklung und Umsetzung des Digitalkonzeptes. Künftig soll ein Digitalbeauftragter diesen Job übernehmen, mit Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft neue Digitalprojekte entwickeln und Fördergelder akquirieren. Auch andere Kommunen haben bereits ähnliche Stellen geschaffen, so berät seit Anfang 2018 ein sogenannter Chief Digital Officer die Stadt Bonn zur Umsetzung der Digitalvorhaben. Die Stelle in Alfter soll allerdings mit dem Stellenplan 2019/2020 geschaffen werden.

Wie hoch die Kosten für die Einzelprojekte sind, teilte die Gemeinde auf Anfrage nicht mit. Die Zahlen sollen in den einzelnen Ausschüssen zusammen mit den Maßnahmen vorgestellt werden.