Flüchtlinge in Bornheim

Stadt sucht zusätzlichen Standort für Flüchtlingsbleibe

Die neue Flüchtlingsunterkunft in Waldorf am Feldchenweg wird von Mitarbeiters des Sozialamtes bezugsfertig gemacht

Die neue Flüchtlingsunterkunft in Waldorf am Feldchenweg wird von Mitarbeiters des Sozialamtes bezugsfertig gemacht

BORNHEIM/ALFTER. 220 bis 250 Personen sollen bis September nach Bornheim kommen. Die Turnhalle in Uedorf wird nicht belegt.

Die Stadt Bornheim sucht einen zusätzlichen Standort für ein Flüchtlingsheim. Grund ist, dass sie aufgrund einer Ankündigung der Bezirksregierung Arnsberg bis Ende September mit der Zuweisung von 220 bis 250 Personen rechnet – das sind mehr Flüchtlinge zu einem früheren Zeitpunkt als erwartet.

In der Sitzung des Hauptausschusses am vergangenen Donnerstag war der Beigeordnete Manfred Schier noch davon ausgegangen, dass die Bezirksregierung bis zum Jahresende 100 bis 200 Personen nach Bornheim schicken und die Stadt mit den vorhandenen Unterkünften und Bauprojekten auskommen werde. Der Grund dafür, dass die Zuweisung höher ausfalle, liege in der Erfüllungsquote, erklärt Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Derzeit decke die Stadt mit rund 800 aufgenommenen Personen nur zu 71 Prozent das Soll, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen muss. Über mehrere Monate seien ihr noch die Plätze in der Turnhalle der Johann-Wallraf-Grundschule angerechnet worden, die bis März eine Erstaufnahmestelle des Landes war. Das geschehe nun aber nicht mehr, sodass die Quote deutlich niedriger liege als gedacht. Insofern ist die Situation in Bornheim möglicherweise eine andere als in den meisten Kommunen im Kreis“, meint Henseler. Die erfüllten die Quote meist mit mehr als 90 Prozent.

So ist es auch in der Nachbargemeinde Alfter, bestätigt Markus Jüris, Leiter des Sozialamts: „Wir liegen über dem Schnitt von 90 Prozent, daher rechnen wir nicht damit, dass wir kurzfristig Zuweisungen bekommen.“

Schloss soll bis Ende des Jahres Erstaufnahmeeinrichtung bleiben

Rund 270 Flüchtlinge wohnen derzeit in etwa 15 verschiedenen Objekten in Alfter. Das Alfterer Schloss solle noch bis Ende des Jahres eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes bleiben, sagt Jüris. Spätestens im Spätsommer oder Herbst rechne er mit neuen Flüchtlingen. Positiv wertet er, dass die Bezirksregierung Zuweisungen künftig mit 14 Tagen Vorlauf ankündigen wolle.

„Jetzt haben wir wenigstens Klarheit“, meint auch Henseler zu der Nachricht, dass bis September bis zu 250 weitere Personen nach Bornheim kommen. Die Turnhalle in Uedorf solle nicht belegt werden, betont er. Die Verwaltung prüfe nun verschiedene Varianten, wo eine Containerunterkunft für 100 Personen möglich sei. Parallel laufe die Planung für Wohnheime in Festbauweise. „Zwei, drei Objekte pro Jahr“ seien angedacht.

Als nächstes werde nun ab Donnerstag die 100 Plätze bietende Containerbleibe in Waldorf bezogen, sagt der Bürgermeister. Vorrangig sollen dort Personen aus der Turnhalle der Wallraf-Schule einziehen. Rund 45 Flüchtlinge sind dort derzeit noch untergebracht, so Henseler: „Anfang nächster Woche wollen wir die Turnhalle wieder frei haben.“ Ein Architekt solle dann prüfen, welche Sanierungsarbeiten, etwa am Boden oder den Sanitäranlagen, nach der intensiven Nutzung erforderlich seien, damit die Halle nach den Sommerferien wieder der Schule und den Vereinen zur Verfügung stehe.

Bis voraussichtlich Juli soll der Container in Hemmerich fertig werden. Hier müsse der Lieferant noch Mängel beseitigen, sagt Henseler. „Eher August“ werde es, bis die Übergangsheime in Sechtem und Hersel bezogen werden könnten. Noch bis Oktober hat die Stadt zudem 100 Plätze in den Erntehelferunterkünften „Am Ühlchen“ angemietet, dort wohnen derzeit noch 42 Flüchtlinge.

Positiv bewerten sowohl der Bornheimer Bürgermeister als auch der Alfterer Sozialamtsleiter die angekündigten Nachzahlungen vom Land für die Flüchtlingsunterbringung. Alfter erhält in diesem Zuge 214.913 Euro, nach Bornheim fließen 438.987 Euro. „Das können wir dringend brauchen“, sagt Henseler. Auch Jüris betont: „Jeder Cent, den wir mehr kriegen, wird dankbar angenommen.“

Die Stadt Bornheim lädt Ehrenamtliche und Nachbarn ein, am Mittwoch um 18 Uhr die Wohncontainer in Waldorf am Feldchenweg vor dem Bezug zu besichtigen.