Überraschung für Georg Theisen

Seelsorger feiert Jubiläum in Alfter

Oedekoven, St. Mariä Himmelfahrt. Pfr. Theisen ist seit 20 Jahren Pfarrer in Oedekoven; rund 30 ehemalige Messdiener überraschten ihn.

Oedekoven, St. Mariä Himmelfahrt. Pfr. Theisen ist seit 20 Jahren Pfarrer in Oedekoven; rund 30 ehemalige Messdiener überraschten ihn.

Alfter-Oedekoven. Pfarrer Theisen selbst nennt sich den „Kolben im Motor“ in der Gemeinde. Am Sonntag gab es im Gottesdienst eine Überraschung zum Jubiläum.

Die Überraschung zum 20-jährigen Jubiläum von Pfarrer Georg Theisen war geglückt: 30 aktive und ehemalige Messdiener, alle gekleidet im Messdienergewand, hatten sich unbemerkt am Eingang der Kirche Sankt Mariä Himmelfahrt vor Beginn des Gottesdienstes versammelt. „Ihr seid alle da. Toll, toll!“, freute sich der sichtlich gerührte Jubilar.

Pfarrer Theisen ist ein „Spätberufener“. Bis 1982 arbeitete er zunächst als Sozialarbeiter in Düsseldorf. Der Katholikentag in Freiburg 1978 habe ihm den Anstoß gegeben, sein Leben infrage zu stellen, erzählte Theisen. Aber erst im Sommer 1981, beim Abstieg von einer Bergtour auf den Wildspitz habe er die endgültige Entscheidung gefällt, den Beruf zu wechseln. Da er kein Abitur hatte, kam für ihn nur eine Priesterausbildung auf dem dritten Bildungsweg in Sankt Lambert auf Burg Lantershofen infrage, die er 1982 begann.

 

1989 wurde er von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Pfarrer geweiht. Seit Februar 1998 ist er als Pfarrer im Seelsorgebereich Alfter und dort seit 1. Januar 2009 als Pfarrvikar eingesetzt.

„Ich habe mich von Beginn an Zuhause gefühlt“, berichtete Pfarrer Theisen von seinen Anfängen in der Gemeinde. In den vergangenen 20 Jahren habe er geschätzt 700 bis 800 Kinder getauft, fast ebenso viele Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet und 120 Paare getraut. Er sei dankbar für all die Menschen, die mit ihm gegangen seien und ihre geistige Heimat finden konnten, fügte er später im Gespräch hinzu. Er sehe sich eher als der „Kolben im Motor“, die Verkündung des Herrn stehe im Mittelpunkt, nicht er selbst.

Nicht nur Gertrud Schmidt, Vorsitzende des Kirchenvorstands in Oedekoven, schätzt an ihm, dass er für die Menschen in der Gemeinde immer ein offenes Ohr hat. Seine Liebenswürdigkeit, seinen guten Draht zu jungen Menschen und dass er ein hervorragender Seelsorger sei, hebt Gaby Schell, Mitglied des Kirchenchors, hervor. Ihre Tochter Julia Schell (26), war beim Jubiläumsgottesdienst als ehemalige Messdienerin mit dabei, weil „es eine Verbundenheit über Generationen hinweg“ gibt.

Die Kirchenchöre aus Impekoven und Oedekoven sowie der Kinderchor überraschten mit zwei eigens von Chorleiter René Breuer umgetexteten Liedern. Im Anschluss waren alle Gemeindemitglieder zur Begegnung auf den Kirchplatz eingeladen. Der Ausschuss Ehe und Familie hatte für Kaffee und Kuchen gesorgt.