Bahn sperrt Strecke im Sommer

Schienenersatzverkehr zwischen Witterschlick und Duisdorf

Ein Zug der RB 23: Durch die Bauarbeiten wird es im Sommer zu stärken Einschränkungen für die Fahrgäste kommen.

02.06.2014 RHEIN-SIEG-KREIS/BONN. Nicht nur Fahrgäste der RB 23, auch Bewohner in Teilen der Gemeinde Alfter müssen sich in den Sommerferien auf massive Einschränkungen und Belastungen einstellen.

Aufgrund des zweigleisigen Ausbaus der Voreifelbahn wird die Strecke zwischen Witterschlick und Duisdorf vom 7. Juli bis zum 17. August komplett gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Zugreisende müssen sich daher auf längere Fahrzeiten einstellen. Wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilt, würden die Züge in den Ferien zwischen Euskirchen und Witterschlick alle halbe Stunde verkehren, abends und sonntags stündlich. Der 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit von montags bis freitags könne nicht angeboten werden.

Überdies falle am Wochenende der Halt Rheinbach-Römerkanal bei den Zügen aus, die planmäßig am Bahnhof Kottenforst hielten. Die Fahrzeiten der Züge sollen nahezu unverändert bleiben.

Zwischen Witterschlick und Duisdorf sollen dann Ersatzbusse fahren. Für den Übergang vom Zug auf den Bus hat die Bahn vier Minuten vorgesehen. "Das ist relativ knapp, aber der Fahrplan lässt nicht mehr zu", sagt Patrick Kampschulte von der DB Regio NRW. Die Fahrzeit der Busse soll laut Bahn rund elf Minuten betragen.

In der Hauptverkehrszeit sollen bis zu vier Gelenkbusse eingesetzt werden. Zwischen Duisdorf und Bonn Hauptbahnhof fahren die Züge ebenso nur alle 30 Minuten, abends und sonntags nur jede Stunde. Aufgrund der zeitgleich stattfindenden Arbeiten auf der Nordbrücke habe man entschieden, die Ersatzbusse nicht bis zum Hauptbahnhof fahren zu lassen, so Kampschulte weiter.

Die Straßen in Bonn sollten nicht noch stärker belastet werden. Durch den Ersatzverkehr verlängere sich die Fahrzeit um rund 15 Minuten, so die DB weiter. Auch gelte zwischen Duisdorf und Bonn Hauptbahnhof ein um etwa 15 Minuten versetzter Sonderfahrplan. Um die Lage ein wenig zu entspannen, sollen die Buslinien 800 (Rheinbach - Bonn) und 843 (Meckenheim - Bonn) unter der Woche in den Hauptverkehrszeiten mit Gelenkbussen statt normalen Fahrzeugen befahren werden.

In diesen Linien seien dann auch DB-Fahrkarten gültig, teilt die Bahn weiter mit. Ebenso seien die "Formel9Tickets" des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg während des Schienenersatzverkehrs bereits ab acht Uhr gültig. Menschen, die in der Nähe der Gleise wohnen, müssen sich während der Bauarbeiten auf Lärm einstellen, und das rund um die Uhr. Konkret erfolgen die Arbeiten in drei Abschnitten:

Bauabschnitt 1 (Weckwerk, Alfterer Straße bis Impekoven): Hier soll vom 8. Juli bis zum 12. August Tag und Nacht an den Gleisen gearbeitet werden. Nach- und Stopfarbeiten, die nur tagsüber erfolgen, sind vom 25. August bis zum 1. September geplant. Eine Nachtruhe ist in den Nächten 20./21. Juli sowie 3./4. August vorgesehen.

Bauabschnitt 2 (Impekoven bis L 113/Im Kauten): Vom 16. Juli bis zum 18. August soll hier rund um die Uhr gearbeitet werden. Die Nach- und Stopfarbeiten sollen vom 1. bis zum 8. September erfolgen. Eine Nachtruhe ist in den Nächten 27./28. Juli, 3./4. August und 17./18. August geplant.

Bauabschnitt 3 (L 113/Im Kauten bis etwa Bahnhof Witterschlick): Tag und Nacht soll in diesem Abschnitt vom 8. Juli bis zum 12. August gearbeitet werden. Nach- und Stopfarbeiten sind tagsüber zwischen dem 8. und 12. September vorgesehen. Nachtruhe soll hier in den Nächten 13./14. Juli, 27./28. Juli und 3./4. August herrschen.

Laut Florian Bonn, Projektleiter bei der DB Projektbau AG, wird in drei Schichten gearbeitet. "Ich gehe davon aus, dass es nicht so laut werden wird wie in der Vergangenheit, als die Spundwände eingelassen wurden", sagt er. Falls nötig, werde die Bahn Anwohner, die es vor Lärm nicht aushalten könnten, in ein Hotel einquartieren, sagt Bonn. Jeder Fall werde aber einzeln geprüft.

Arbeiten an Bahnhöfen

Im Rahmen der vom Land initiierten "Modernisierungsoffensive II" wird an den Bahnhöfen entlang der RB 23 gebaut. So hat etwa der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Rheinbach Mitte Mai begonnen. Nach Bahn-Angaben sollen die Arbeiten im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein. Verzögerungen gibt es am Bahnhof Meckenheim, der auch eine neue Fußgängerunterführung erhält. Laut Bahn wird sich der Abschluss der Arbeiten aufgrund der Insolvenz der ausführenden Firma (der GA berichtete) auf das vierte Quartal 2014 verschieben.

Sperrung von Übergängen Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer

Aufgrund der Ausbauarbeiten der RB 23 kommt es nach Angaben der Deutschen Bahn auch zu verschiedenen Straßensperrungen beziehungsweise Einschränkungen in Impekoven und Witterschlick:

Am Wormshof: Der Bahnübergang ist seit Sommer 2013 gesperrt. Ab Dezember 2014 kann er wieder von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Eine Querung für den Kfz-Verkehr wird nicht mehr möglich sein.

Klausenweg: Die Benutzung der Unterführung ist für Fußgänger und Radfahrer ab Ende Juni 2014 möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Bahnübergang offen gehalten. Autos können hier dann aber nicht mehr passieren.

L 113/Hauptstraße: Dieser Bahnübergang ist sowohl für den Kfz-Verkehr als auch für Fußgänger und Radfahrer vom 10. Juni bis 18. August gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert.

Ahrweg: Der Bahnübergang ist für den Kfz-Verkehr vom 10. Juni bis 18. August gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert. Für Fußgänger und Radfahrer wird eine Querungsmöglichkeit am Ahrweg oder an der Ölmühle offengehalten.

Zur Ölmühle: Der Bahnübergang ist ab dem 22. Juni aufgehoben und gesperrt. Er wird lediglich noch für querende Fußgänger vom Ahrweg temporär bis zum 18. August geöffnet.

Servaisstraße: Fußgänger und Radfahrer können die Bahnstrecke queren. Für den Kfz-Verkehr ist der Bahnübergang in der Zeit vom 7. Juli bis zum 18. August gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert.

Sperrung der Nordbrücke

Ab 4. Juli wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW die Fahrbahnübergänge auf der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) sanieren. Je Richtung steht während der etwa sechswöchigen Bauphase nur eine Fahrspur zur Verfügung. Beide Spuren werden auf einer Brückenseite zusammengefasst, während auf der anderen gearbeitet wird. Der Landesbetrieb hat zwar die verkehrsärmere Zeit der Sommerferien für die Bauarbeiten ausgewählt, rechnet aber dennoch mit starken Verkehrsbehinderungen in und um Bonn herum.

Eine Lösung mit jeweils zwei Spuren pro Richtung hätte zur Folge gehabt, dass für Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen die Brücke während der Sanierung tabu gewesen wäre. Sie hätten über das innerstädtische Netz umgeleitet werden müssen, argumentiert der Landesbetrieb. Eine Verkehrsführung auf drei Fahrstreifen käme ebenfalls aus Gründen der Brückenstatik und zur Vermeidung von Schwingungen während der Arbeiten nicht in Frage. Im Anschluss an die Sanierung der Fahrbahnübergänge, ab 2015, soll die 47 Jahre alte Nordbrücke zudem grundsaniert werden.  (Christoph Meurer/lis)