Hämmern statt Unterricht

Sanierungsarbeiten in den Schulen der Region

Bornheim. An vielen Schulgebäuden in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal sind Renovierungen notwendig. Ein Überblick.

Meckenheim: In Meckenheim machen sich die Handwerker vor allem in der katholischen Grundschule zu schaffen. In dem Gebäude am Kirchplatz laufen seit dem Frühjahr vergangenen Jahres Sanierungsarbeiten, die auf zwei bis drei Jahre angelegt sind, wie Sascha Bach von der Pressestelle der Stadt Meckenheim auf GA-Anfrage erklärt.

Die Tätigkeiten beziehen sich auf die Untergeschosse in den Gebäuden I und II. Seit dem Beginn der Sommerferien vor zweieinhalb Wochen schreiten die lärmintensiven Tätigkeiten wie Abdichtungsarbeiten sowie Bohr- und Kernbohrarbeiten für die Verlegung der Rohr- und Leistungssysteme für die Heizung, der sanitären Anlagen sowie für die Stromversorgung an Gebäude I und II voran, berichtet Bach. Anschließend rücken dort der Innenausbau inklusive sanitäre Anlagen in den Mittelpunkt der Maßnahme.

Wasserschaden wird beseitigt

Darüber hinaus wird momentan im Mosaik-Kulturhaus am Siebengebirgsring kräftig Hand angelegt: In dem städtischen Gebäude, in dem unter anderem Schüler die Möglichkeit haben, ihre Freizeit gemeinsam zu gestalten, machen sich die Mitarbeiter mehrerer Firmen derzeit daran, Teile des Untergeschosses zu sanieren, um den alten Wasserschaden zu beheben (der GA berichtete).

„Die Arbeiten haben in den Sommerferien begonnen und sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein“, erklärt Bach. Schwerpunkt der Bauarbeiten ist die Erneuerung des Bodenaufbaus – ohne Bodenplatte. Da das Wasser, das zu den Schäden geführt hat, von außen eingedrungen war, tritt keine Versicherung für die Kosten ein. Sie liegen bei rund 156.000 Euro.

Rheinbach

In der Schulstadt Rheinbach haben sich die Handwerker eine ganze Menge vorgenommen: Großes tut sich etwa in der Gesamtschule während der Sommerferien. Der Umbau des naturwissenschaftlichen Trakts soll ebenso bis zum Wiederbeginn am Mittwoch, 30. August, abgeschlossen sein, wie die Arbeiten am ehemaligen Hausmeisterhaus. Dieses soll künftig für schulische Zwecke genutzt werden, teilt Stadtsprecher Norbert Sauren auf GA-Anfrage mit. Und: Außerdem werden in der Gesamtschule einzelne Klassenräume akustisch verbessert, damit hörgeschädigte Schüler besser dem Unterricht folgen können.

Lehrküche für das Gymnasium

Container für jeweils zwei provisorische Klassenräume entstehen in den Grundschulen Sürster Weg und Wormersdorf. Wegen steigender Anmeldezahlen müssen sich die beiden Grundschulen mit diesen Provisorien behelfen. Die beiden Container schaffen in beiden Grundschulen jeweils 180 Quadratmeter Nutzfläche. Am Sürster Weg sanieren die Handwerker außerdem die Küche, die durch einen Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Apropos Küche: Das Städtische Gymnasium erhält eine neue Lehrküche. „Darüber hinaus stehen in allen Schulgebäuden kleinere Reparaturen und Malerarbeiten an“, berichtet Sauren.

Swisttal

In der Georg-von-Boeselager-Schule steht die vierte und letzte Phase der Fenstererneuerung an. Insgesamt erneuert das Unternehmen Jenaer Feinblech 56 Klassenraum-, Flur- und Treppenhausfenster. Hinzu kommen Maler-, Elektro- und Gerüstbau- sowie Putzarbeiten. Der Gemeinderat hat für die Maßnahme insgesamt 170.000 Euro bereitgestellt. Für Planung und Bauleitung ist die Architektin Sabine Clahsen vom Büro BlueHome in Erftstadt verantwortlich.

Mit den Arbeiten wurde am ersten Ferientag, dem 17. Juli, begonnen. Die Fertigstellung ist für die zweite Augustwoche vorgesehen. Aufgrund des Ausbaus von gesundheitsgefährdender Mineralwolle, so Gemeindesprecher Bernd Kreuer, würden entsprechend der gesetzlichen Anforderungen spezielle Schwebstofffilter, sogenannte „HEPA-Filter“ (High Efficiency Particualte Airfilter), zur Abscheidung der Schwebstoffe aus der Luft eingesetzt. Dadurch werde eine Kontamination der Räume mit Feinstaub vermieden.

In der Grundschule Buschhoven wird ein Wasserschaden behoben. Außerdem steht die Sanierung von Abwasserleitungen an. In der Grundschule Heimerzheim wird die Lehrertoilette saniert. In der Grundschule Odendorf muss ein Fußbodenbelag in einer Klasse im Altbau erneuert werden. Außerdem wird in einem weiteren Klassenraum der Schallschutz durch Dämmplatten erweitert.

Im Schwimmbad der Heimerzheimer Sekundarschule werden die Fliesen des Beckenbodens neu verfugt. Im Sanitärbereich mussten Teilflächen neu gefliest und Duschpaneelen erneuert werden. An der Schulturnhalle in Heimerzheim wird die Dachentwässerung saniert. Und die Dreifach-Sporthalle in Heimerzheim erhält zwei neue Haupttüren.

Grundschule bekommt Lautsprecheranlage

Die aufwendigsten Sanierungsmaßnahmen in diesem Jahr stehen nach Auskunft der Gemeinde Alfter in der Grundschule Witterschlick an. So wird in den Sommerferien eine elektrische Lautsprecheranlage in der Gemeinschaftsgrundschule installiert, in die die Gemeinde rund 60.000 Euro investiert.

Hinzu kommen für etwa 8.000 Euro Sanierungsmaßnahmen im Zugangsbereich des Schwimmbades. Wie Pressesprecherin Maryla Günther erläutert, sollen voraussichtlich in den Herbstferien weitere Sanierungsarbeiten an den Sanitäranlagen sowie der Einbau von Akustikdecken folgen. Für diese Maßnahmen fließen auch Gelder aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“, aus dem die Gemeinde bis 2020 insgesamt rund 798.000 Euro erhält. „Die Mittel werden insbesondere für notwendige Sanierungen der Schulgebäude und für die Ausstattung der Schulen mit moderner digitaler Infrastruktur verwendet“, so Günther.

Förderung durch RWE-Tochter Innogy

Für 2017 seien rund 85.000 Euro aus dem Förderprogramm eingeplant. Diese sind nicht nur für die Arbeiten in der Grundschule Witterschlick gedacht, sondern auch für die bereits laufende Sanierung und Abdichtung von Kelleraußenwänden an der Gemeinschaftsgrundschule Oedekoven. Ebenfalls noch in den Sommerferien sollen Reparaturen am Sonnenschutz in der Grundschule Alfter erledigt werden. „Es ist unsere wichtigste Aufgabe, die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit in unseren Schulen gute Arbeit geleistet werden kann“, betont Bürgermeister Rolf Schumacher.

Die Bedingungen dafür seien jedoch schwierig: „Der Boom in der Bauwirtschaft mit vollen Auftragsbüchern auf der einen und das Haushaltssicherungskonzept der Gemeinde auf der anderen Seite schränken die Handlungsfähigkeit ein.“ Für 2018 plant die Gemeinde die Erneuerung der Licht- und Heizungsanlage der Turnhalle Witterschlick. Für die Sanierung der Heizungsanlage rechnet Alfter mit 180.000 Euro Fördermitteln aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz. Bei der rund 40.000 Euro teuren Umrüstung der Innenbeleuchtung auf energiesparende LED-Leuchten setzt die Gemeinde auf Unterstützung bis zu 28.000 Euro durch das Förderprogramm „Kommunales Energiekonzept“ der RWE-Tochter Innogy.

Bornheim

In Bornheim stehen derzeit besonders Turnhallen im Fokus. Sorgenkind ist wie berichtet die Turnhalle an der Sechtemer Grundschule. Eigentlich wollte die Stadt dort während der Ferien den Boden erneuern lassen. Doch wegen eines Hagelschadens muss nun zuerst ein neues Dach her.

Ebenfalls einen neuen Schwingboden soll die Turnhalle an der Johann-Wallraf-Grundschule Bornheim erhalten, erläutert Marita Meskes-Außem, Leiterin des Amtes für Bau und Gebäudewirtschaft. Derzeit werde Parkett verlegt. Es sei eine „Reihe von Abnutzungen zu verzeichnen“, auch durch die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft.

Bekanntlich hatte die Stadt in Amtshilfe für die Bezirksregierung eine Notunterkunft in der Halle eingerichtet. Die Bezirksregierung beteiligt sich laut Bürgermeister Wolfgang Henseler daher auch mit 90.000 Euro an den Kosten von rund 350.000 Euro. Eine neue Funktion erhält das Forum vor der Turnhalle: Hier soll die Offene Ganztagsschule (OGS) einziehen, die bisher im Untergeschoss der Schule untergebracht war. Noch einmal 34.000 Euro investiere die Stadt für die Mensa mit Küche, Wärmetheke, Tischen und Stühlen. Besser ausgestattet ist jetzt die Mensa des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums: Noch vor den Ferien wurde eine neue Akustikdecke für 5.000 Euro eingebaut.

Ausschreibung hat nicht geklappt

Weiter Geduld ist derweil an der Heinrich-Böll-Sekundarschule Merten gefragt. Die Erweiterung der Mensa sollte eigentlich in den Ferien beginnen, sagte Meskes-Außem. Es habe jedoch mit der Ausschreibung nicht in allen Bereichen geklappt. „Eventuell könnten die Arbeiten noch kurzfristig beginnen“, hofft sie, damit nicht weiter wie bisher Flurbereiche genutzt werden müssten. Auch wann der Ausbau der Sekundarschule startet, steht nach Angaben der Stadt noch nicht fest, da die Vergabe an einen Generalunternehmer noch nicht erfolgt sei. Bekanntlich soll die Schule für rund sechs Millionen Euro einen dreigeschossigen Anbau erhalten, zusätzlich sind Umbauarbeiten am bestehenden Gebäude geplant.

Eine große Erweiterung steht an der Europaschule an: Für rund elf Millionen Euro sind zwei zweigeschossige Anbauten vorgesehen. Dafür gelte es, Vorbereitungen zu treffen, so Meskes-Außem: „Wir lassen im Moment ein Brandschutzkonzept erstellen.“ Weitere Arbeit wartet in der Dreifachturnhalle: Der Hallenboden müsse erneuert werden, und die gut 40 Jahre alte Tribüne sei aus statischen Gründen bereits gesperrt. Ebenso in die Jahre gekommen seien Trennvorhänge und die technische Einrichtung: „Wir haben das über Jahre am Leben erhalten, aber es bedarf einer grundsätzlichen Überlegung.“ Aktuell befassten sich auch externe Gutachter mit einem Konzept, ergänzt Henseler, der mit Kosten im siebenstelligen Bereich rechnet.

Weitestgehend abgeschlossen ist das Fünf-Millionen-Euro-Projekt an der Nikolausgrundschule Waldorf. Im Zuge der Schadstoffsanierung sei die Schule energetisch und technisch besser ausgestattet worden, auch der Brandschutz wurde laut Stadt verbessert. Derzeit laufe noch die Betonsanierung an der Außenwand des Hauptgebäudes sowie die Kanalsanierung. Restarbeiten in der Turnhalle sollen bis zum Ferienende fertig werden.

Neue Computerarbeitsplätze

An der Grundschule Sechtem sollen im Zuge des Medienentwicklungsplans zwei Computerräume mit zehn Arbeitsplätzen sowie pro Klasse zwei Computer-Arbeitsplätze entstehen. Meskes-Außem: „Wir hoffen, noch in den Ferien mit der Vernetzung beginnen zu können.“ Kosten von 90.000 Euro hat die Stadt dafür veranschlagt, die für die ins Hintertreffen geratene Umsetzung des Medienkonzepts zuletzt mehrfach Kritik vom Schulausschuss geerntet hatte. Inzwischen gebe es hier auch Unterstützung durch ein Ingenieurbüro, sagte Henseler.

Im Herbst will die Verwaltung dem Schulausschuss zudem eine Liste vorlegen, welche Projekte sie für 2018 für eine Förderung durch das Programm „Gute Schule“ vorschlägt. Jährlich 785.000 Euro Landesgelder erhält Bornheim hieraus bis 2020. Auch einige der aktuellen Maßnahmen werden mit diesen Geldern gefördert.