Verzögerung wegen Signaltechnik

RB23 weiter nur im Not-Takt

Die Bauarbeiten an den neuen Haltepunkten, hier an der Helmholtzstraße in Duisdorf, kommen gut voran. Doch die komplizierte Einbindung der neuen Signaltechnik macht den Planern einen Strich durch die Rechnung. Deshalb gilt weiter der Not-Takt.

BONN/ALFTER. Eigentlich sollte die Regionalbahn 23 ab kommendem Montag wieder nach regulärem Fahrplan fahren, also alle 15 Minuten. Doch daraus wird nichts. Die Fahrgäste müssen sich darauf einstellen, dass wegen der Bauarbeiten weiter nur der Not-Takt gilt, nach dem die Bahnen lediglich alle 30 Minuten fahren. Und das bis zum 15. Dezember.

Wie die Bahn jetzt ankündigte, kommen die Arbeiten an den neuen Haltepunkten zwar planmäßig voran, allerdings gebe es wegen der signaltechnischen Anpassung an die neue Infrastruktur im Güterbahnhof Bonn Verzögerungen. Dort wurden zwei neue Gleise mit sechs Weichen gebaut, und Projektleiter Florian Bonn mutmaßte schon vor einiger Zeit: Diese neuen Signalkomponenten unter laufendem Betrieb im Bahnhof technisch einzubinden und einzustellen, sei die eigentliche Aufgabe.

Dass die Signaltechniker diese bisher nicht gemeistert haben, hat nun Auswirkungen auf den stark frequentierten Bahnverkehr. Die Züge fahren in der Hauptverkehrszeit weiter nur im Halbstundentakt, dafür soll wie bisher das Angebot bei den verbleibenden Fahrten von 320 auf 480 Sitzplätze erhöht werden, indem ein dritter Triebwagen angehängt wird.

Außerdem werden auf den Buslinien Zusatzfahrten und Fahrtenverlängerung angeboten, so die Bahn: "Dieses Angebot wird entgegen der ursprünglichen Planung auch vom 30. September bis zum 14. Dezember fortgeführt." Allerdings gibt es immer wieder Klagen von Fahrgästen, dass der dritte Triebwagen nicht immer angehängt wird und zusätzlich in den Morgenstunden häufig auch ein ganzer Zug ausfällt. Ärgerlich, aber notwendig findet die Verzögerung Rolf Beu.

 Der Landtagsabgeordnete und Verkehrsexperte der Grünen bittet den Nahverkehr Rheinland als zuständigen Aufgabenträger, in seinen nächsten Sitzungen darüber zu berichten. "Aktuell sieht es so aus, als könnte auf die Verlängerung der Fahrplan-Einschränkungen nicht verzichtet werden, um die für den Fahrplanwechsel im Dezember 2013 vorgesehenen Verbesserungen einschließlich der Inbetriebnahme der beiden neuen Haltepunkte Bonn-Helmholtzstraße und Rheinbach-Römerkanal zeitlich nicht zu gefährden", erklärte er.

Bedauerlich findet das auch Gabi Mayer von der SPD Hardtberg, denn die Züge seien in der Hauptverkehrszeit meist völlig überfüllt. "Ich hoffe, dass dies die einzige Verzögerung bleibt", meinte sie. Danach sieht es im Moment aus, denn der Bau der neuen Haltepunkte kommt voran. Der Sachstand ist laut Bahn wie folgt:

  • Duisdorf Helmholtzstraße: Ein Bahnsteig ist fertig, Mitte September begannen die Arbeiten an den Rampen sowie dem Bahnsteig auf der Seite des Neubaugebiets. Inbetriebnahme:
  • Dezember 2013.
  • Rheinbach Römerkanal: Treppen, Rampen und ein Bahnsteig sind im Bau. Mit dem zweiten startet die Firma Ende September. Inbetriebnahme: Dezember 2013.
  • Endenich-Nord: Auf einer Seite begann der Bahnsteigbau, auf der anderen geht's Mitte Oktober los. Inbetriebnahme: Dezember 2014.
  • Alfter-Impekoven: Die Vorbereitung startet im Oktober, und Baubeginn ist im August 2014, Inbetriebnahme: Dezember 2014.

Schienenersatzverkehr läuft weiter

Durch die Verzögerung auf der RB 23-Strecke setzt die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) ihren Schienenersatzverkehr bis zum 13. Dezember fort und setzt zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr zusätzliche Busse der Linien 800 und 843 ein, um die ausfallenden Bahnfahrten zu ersetzen. An Wochenenden gilt der reguläre Fahrplan der RB 23 und der beiden Buslinien. RVK-Serviceteams verteilen derzeit aktualisierte Fahrpläne an den Bahnhöfen, weitere Auskünfte gibt es unter www.rvk.de oder unter Telefonnummer 0221/16373737.