Öffentlicher Nahverkehr

Politiker drängen auf Elektrifizierung der S 23

Die S 23 fährt mit Diesel – laut Vertrag bis 2033.

Die S 23 fährt mit Diesel – laut Vertrag bis 2033.

RHEIN-SIEG-KREIS. Die Verkehrsausschüsse von Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis wollen die Umrüstung der Voreifelbahn „schnellstmöglich“ vorantreiben.

So schnell wie möglich soll die Voreifelstrecke Bonn-Euskirchen (S 23) elektrifiziert werden. Dafür sprachen sich am Donnerstag die Planungs- und Verkehrsausschüsse der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises bei ihrer gemeinsamen Sitzung in Siegburg aus. Die Umrüstung der Strecke gilt als Beitrag zur Luftreinhaltung, soll aber auch den Fahrgästen der S 23 Vorteile bringen.

Die Strecke Bonn-Euskirchen gehört zum sogenannten Kölner Dieselnetz, das von der DB Regio betrieben wird. Die Bahntochter erhielt 2011 den Zuschlag für die Strecken. Der laufende Vertrag deckt die Zeit von 2013 bis 2033 ab. Die Politiker aus Bonn und dem Kreis wollen mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke aber nicht mehr 15 Jahre warten – auch vor dem Hintergrund der Diskussion um Dieselabgase und Luftreinhaltung in Bonn.

Verkehrskommission sorgt für Irritationen

Ein Beschluss der Verkehrskommission im Kölner Regionalrat sorgte zuletzt jedoch für Irritationen: Auch diese sollte ursprünglich beschließen, dass die Elektrifizierung der S 23 mit höchster Priorität verfolgt wird. Beschlossen wurde jedoch auf Antrag des Kölner CDU-Politikers Karsten Möring, dass die Umrüstung der S 23 mit der Elektrifizierung der anderen Strecken des Kölner Dieselnetzes gleichrangig behandelt wird. Auch die anderen Strecken sollen demnach mit hoher Priorität behandelt werden. Dadurch sah insbesondere der Bonner Grüne Rolf Beu die Bemühungen um die S 23 geschwächt.

Für diese setzten die Planungs- und Verkehrsausschüsse von Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis nun ein Zeichen. „Wir sind der Meinung, dass die S 23 prioritär behandelt werden muss“, sagte der Bonner CDU-Vertreter Bert Moll. Ein Änderungsvertrag mit der Bahn zwecks Elektrifizierung sei „zielführend“. Dazu sollte das Jahr 2023 angestrebt werden. „Wir können mit objektiven Kriterien argumentieren“, sagte der Alfterer CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß mit Blick auf die Schadstoffbelastung – auch wenn die Dieseltriebwagen der Abgasnorm Euro 6 entsprechen. Hinzu kommt, dass eine Machbarkeitsstudie der Elektrifizierung der S 23 ein hohes Kosten-Nutzen-Verhältnis bescheinigt.

Es könnten dann auch schnellere Züge eingesetzt werden, die den Dieseltriebwagen überlegen sind. „Damit könnte der Ausschreibungsfahrplan eingehalten werden“, sagte Rolf Beu. Dieser sieht einen 30-Minuten-Takt zwischen Bonn und Euskirchen sowie einen 15-Minuten-Takt zwischen Bonn und Rheinbach in der Hauptverkehrszeit vor.