Landtagswahlkampf im Rhein-Sieg-Kreis

Parteien sind sich bei der Rad-Pendler-Route einig

Den Landtagskandidaten fühlte der ADFC in Alfter in Sachen Mobilität auf den Zahn. FOTO: SEBASTIAN LAUBERT

Den Landtagskandidaten fühlte der ADFC in Alfter in Sachen Mobilität auf den Zahn. FOTO: SEBASTIAN LAUBERT

Alfter. Mobilität und Bildung sind die Reizthemen des Landtagswahlkampfs. Kein Wunder, dass der ADFC in Alfter die Bewerber von CDU, SPD, FDP, Grünen und Die Linke für das Direktmandat in Düsseldorf zu den Themen ÖPNV und Verkehrswege Löcher in den Bauch fragte.

Nordrhein-Westfalen soll Fahrradland werden: Das fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Bei einer Podiumsdiskussion im Gasthaus Zur Krone in Alfter diskutierten Hans-Peter Müller und Stefan Wicht vom ADFC mit fünf Landtagskandidaten die Probleme und Entwicklungschancen des Verkehrs, die Programme der Parteien zum Thema Fahrrad und konkrete Vorschläge für die Förderung des Radverkehrs im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Einig waren sich die Kandidaten darin, dass die Verkehrslage in der Wachstumsregion ein drängendes Thema ist und die Lage sich während anstehender Sanierungsarbeiten auf den umgebenden Straßen noch verschärft. „Der Radverkehr wird hier in der Region stiefmütterlich behandelt“, sagte Wilhelm Windhuis von Bündnis/Die Grünen. Er fordert ein Umdenken zu einer stärkeren Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Fahrrads. Dazu gehöre auch eine Ausweitung des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX), einem System von beschleunigten Regionalzügen.

Michael Lehmann (Die Linke) kritisierte die langjährige Diskussion um die Südtangente, die als Projekt sehr teuer sei. „Wenn man nur einen Bruchteil davon bekommen könnte, um die Radwege auszubauen, wäre allen geholfen“ sagte er. Oberste Aufgabe sei es, ein „kompatibles Verhältnis“ zwischen Auto- und Radverkehr anzustreben und die Radwege an den ÖPNV anzubinden.

Oliver Krauß (CDU) sagte, beim ÖPNV käme die Region an ihre Grenzen. „Wir bekommen vom Land nicht die Mittel, die uns zustehen.“ Er tritt für die Entwicklung von Mobilitätsketten ein, bei denen verschiedene Verkehrsmittel kombiniert werden. So fordert er beim Ausbau des Bahnhofes Roisdorf verlässliche Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder und Ladestationen für E-Bikes.

Jörn Freynick (FDP) unterstützt wie die anderen Kandidaten den Ausbau der Rad-Pendler-Route Bornheim-Alfter-Bonn, die parallel zur Straßenbahnlinie 18 verlaufen soll (der GA berichtete). Bedenken hat er aber bei der Finanzierung: „Es funktioniert nicht, wenn die Kommunen es bezahlen müssen.“ Er forderte mehr Förderung aus Landesmitteln. Das Verkehrswegenetz mit Radwegen, Straßen und dem ÖPNV müsse ausgebaut werden.

SPD-Mann Folke große Deters sagte, er sei „guten Mutes, dass man gemeinsam eine Förderung zur Rad-Pendler-Route hinbekommt“. Zum Straßennetz sagte er: „Wir haben einen enormen Sanierungsstau.“ Der Erhalt bestehender Verkehrswege ist deshalb wichtiger als der Neubau, so Folke Deters. Seine Partei habe konkrete Vorschläge gemacht, wie man das Radwegenetz verbessern kann.

ADFC-Mann Stefan Wicht analysierte die Wahlprogramme der Parteien zu ihren Aussagen zum Fahrrad und hinterfragte sie kritisch. In der Schlussrunde forderte er die Kandidaten auf, jeweils ein konkretes Projekt zu nennen, mit dem der Radverkehr in der Region gefördert werden kann. Lehmann nannte eine Radstation mit Serviceangebot am Roisdorfer Bahnhof, Windhuis einen Radweg an der L 113 zwischen Volmershoven und Rheinbach durch den Wald, große Deters und Krauß möchten Lücken zwischen bestehenden regionalen Radwegen schließen und Freynick eine Verbindung zwischen Bornheim und den Rheinorten schaffen. Die vollständige Analyse der Wahlprogramme durch den ADFC ist zu finden unter: www.adfc-nrw.de/fahrradland-nrw/was-sagt-die-politik. html.