Soziales Engagement

Opernsängerin Katharina Wingen engagiert sich beim Jugendorchester Alfter

"Ich könnte nie aufhören zu singen", sagt Katharina Wingen.

ALFTER. Am liebsten singt sie Opern des italienischen Komponisten Giacomo Puccini, besonders die Tosca. "Diese Rolle ist der Hammer." Aber Katharina Wingen ist in Köln auch schon mit den Bläck Fööss aufgetreten. Rheinische Frohnatur und staatlich geprüfte Opernsängerin sind kein Widerspruch.

Nach vielen Jahren des Reisens hat die 41-Jährige nun in Alfter ein festes Zuhause gefunden und ihr Berufsleben bodenständiger organisiert, das um eine Konstante kreist: "Ich könnte nie aufhören zu singen."

Die Lust am Gesang und Fernsehabende mit der Opernsängerin Anneliese Rothenberger prägten bereits ihre Kindheit in Lannesdorf. "Das will ich auch werden", stand für die kleine Katharina schon damals fest. Dank der Unterstützung und Förderung durch ihre Musiklehrerin Reinhild Reich an der Mädchenrealschule Gertrud Bäumer in Bad Godesberg übte Katharina Wingen bereits als Jugendliche ein Repertoire ein, nahm auch Klavierunterricht und bestritt erste öffentliche Auftritte mit dem dunklen und warmen Timbre ihrer dramatischen Sopranstimme.

Nach der Realschule begann sie eine Ausbildung zur Erzieherin in Bonn und brach sie sofort ab, als sie mit 18 Jahren die Aufnahmeprüfung an der Kölner Musikhochschule bestand. Sechs Jahre dauerte dort ihre Ausbildung zur Opernsängerin. Bei dem Studium ging es keineswegs nur um das Singen. "Auch Fechten stand auf dem Stundenplan. Denn im 'Rosenkavalier' gibt es eine Frauenrolle, bei der man das können muss." Hinzu kamen Pantomime und Schauspiel, Sprecherziehung, Italienisch und Musikgeschichte. Mit einem "sehr gut" schloss Katharina Wingen die Prüfung ab und begann mit freien Engagements ihre Laufbahn an Theatern in Deutschland, in Belgien und in der Schweiz.

Anfang 2007 trat sie eine feste Stelle am Mittelsächsischen Theater Freiberg an. Sie beinhaltete zwar ihre Lieblingsrolle "Tosca", doch Mitte 2010 kündigte sie trotzdem. "Ich wollte unabhängiger sein, um mich auch um meine erkrankte Mutter kümmern zu können." Sie baute mit Kollegen das Tourneetheater "Kammeroper Leipzig" auf und schrieb selbst die Stücke, in die reichlich Opernmelodien integriert waren. Mit einem Team aus Sängern und Pianisten tourte sie durch Deutschland, bis sie das Reisen satt hatte und 2012 aus familiären Gründen wieder in ihre Heimatregion zurückkehrte. Seit einem Jahr lebt sie jetzt in Alfter.

Der Grund: "Ich habe mich verliebt." Im nahen Hersel hat die 41-Jährige zudem eine Traumstelle gefunden. Im Seniorenhaus Sankt Angela der Cellitinnen ist sie halbtags als sozial-kulturelle Mitarbeiterin beschäftigt, die mit den Bewohnern singt und spielt, vorliest und individuelle Betreuungsaufgaben übernimmt. "Mit Musik erreicht man auch sehr kranke und demente Menschen." Daneben arbeitet Katharina Wingen weiterhin freiberuflich als Sängerin und Gesangslehrerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Für das Dehnberger Hoftheater in Lauf in der Nähe von Nürnberg hat sie das Krimistück "Mord in der Primadonnenloge" geschrieben, das dort für zwei Jahre in den Spielplan aufgenommen wurde. Es soll irgendwann auch einmal im Kronensaal Alfter aufgeführt werden.

Innerhalb des ersten Jahres in ihrem neuen Wohnort hat sie bereits etliche musikalische Wurzeln geschlagen. Beim Jugendorchester Alfter/Vorgebirge bietet sie Gesangsunterricht an, beim Künstlertreff des Kulturkreises Alfter im Rathaus hat sie sich im vorigen Jahr als Sängerin beteiligt. Vor Weihnachten brachte sie Bürgermeister Rolf Schumacher im Rathaus ein Ständchen, gemeinsam mit Josef Schmidt, Posaunist und Geschäftsführer des Jugendorchesters; und das jüngste Cäcilienfest vom Chor und Orchester Sankt Matthäus Alfter verschönerte sie ebenfalls mit Gesangseinlagen.

Ihr nächster Auftritt in Alfter ist am Dienstag, 25. Februar: Dann feiert das Damenkomitee "Frohsinn" der Katholischen Frauengemeinschaft Oedekoven sein 50-Jahr-Jubiläum. Partner am Klavier hat Katharina Wingen für Konzertveranstaltungen ebenfalls in der Region gefunden: die Pianisten Alfred Koutny aus Bornheim und Ingrid Wessels aus Wachtberg-Pech. "Ich freue mich auf das, was noch kommt. Auch in Alfter. Musik ist mein Leben."

Mehr Infos: www.katharina-wingen.de