Pläne mit Rheinbacher Gesamtschule gescheitert

Neuer Anlauf für weiterführende Schule in Alfter

In der alten Hauptschule sollte die Gesamtschuldependance untergebracht werden.

In der alten Hauptschule sollte die Gesamtschuldependance untergebracht werden.

Alfter. Die Freien Wähler wollen nicht auf eine weiterführende Schule in Alfter verzichten: Die Gemeinde soll Gespräche mit den Nachbarn, dem Kreis und der Bezirksregierung führen.

Nachdem eine Dependance der Rheinbacher Gesamtschule in Alfter nicht zustande gekommen ist, üben die Freien Wähler Kritik am Verfahren. „Die Bezirksregierung entscheidet scheinbar nach Lust und Laune, ob ein Anmeldeverfahren vorgezogen werden kann, und ob eine für die Eltern risikolose doppelte Anmeldung möglich ist“, heißt es in einer Pressemitteilung. Letzteres sei erst spät im laufenden Verfahren plötzlich möglich geworden, leider dann aber nicht ausreichend kommuniziert worden.

Kein guter Start sei auch die Informationsveranstaltung für Eltern im September 2018 gewesen, nach der die Erziehungsberechtigten laut den Freien Wählern mit offenen Fragen nach Hause gegangen seien.

Weiter heißt es: „Dass die Verwaltung der Gemeinde schließlich erst wenige Tage vor dem Anmeldeverfahren feststellt, dass sich die Kosten für die Schule von 10,9 Millionen Euro auf 24,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln, hat das Vertrauen in die Planungsfähigkeit der Verwaltung nicht verbessert.“ Dadurch hätten viele Zweifel bekommen, dass die Verwaltung den komplizierten Umbau in kürzester Zeit – und das auch noch parallel zum Schulbetrieb – tatsächlich stemmen könne.

Nach Ansicht der Freien Wähler muss den Bürgern klargemacht werden, dass Politik und Verwaltung sich weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzen, dass Alfter eine weiterführende Schule einrichtet. Politischer Wille müsse in diesem Fall ausdauernd sein.

Daher sollte die Gemeinde nach Ansicht der Freien Wähler nun zügig mit allen Nachbarkommunen, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Bezirksregierung erneut in intensive Gespräche eintreten. „Es müssen alle möglichen Wege für eine weiterführende Schule in Alfter durchdacht und abgewogen werden. Denn die Finanzierung der Schule hätte die Gemeinde Alfter mit dem Haushaltsentwurf 2019/2020 ja gesichert“, schreibt die Wählergemeinschaft. Die Region habe großen Bedarf für eine weitere Gesamtschule und gerade Bonn und Bornheim würden durch eine Alfterer Gesamtschule entlastet.

Es könne nicht sein, dass Alfterer Eltern weiter Bittsteller für ihre Kinder an den Schulen in den umliegenden Städten sein müssten, betonen die Freien Wähler. Die fehlende weiterführende Schule schaffe für viele Familien komplizierte Lebenslagen. Wer neue Baugebiete vorantreibe, aber gleichzeitig keine ausreichende Schulinfrastruktur anbieten könne und wolle, sei unglaubwürdig.