„Grüner Weg“ über den Hünesbach

Neue Brücke in Volmershoven ist Politikern zu teuer

Marode: Die gesperrte Brücke am Grünen Weg. Das Bauwerk ist nicht mehr verkehrssicher.

Marode: Die gesperrte Brücke am Grünen Weg. Das Bauwerk ist nicht mehr verkehrssicher.

Alfter-Volmershoven. Die Verwaltung soll nun das alte Bauwerk am Grünen Weg in Volmershoven wieder für Fuß- und Radfahrer freigeben. Auch wird geprüft, ob während der Sanierung der Kottenforststraße eine Behelfsbrücke möglich ist.

350 000 Euro für die kleine Brücke am Grünen Weg: Das ist der Alfterer Kommunalpolitik eindeutig zu viel. Einstimmig beschloss der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend, dass kein neues Bauwerk über den Hünesbach in Volmershoven errichtet wird. Ebenso einstimmig wurde auf SPD-Antrag weitergehend entschieden, dass die Verwaltung aber alles Notwendige unternimmt, um die vorhandene Brücke für Fußgänger und Radfahrer wieder freizugeben. Auf Antrag der CDU, dem sich die Freien Wähler anschlossen, wird die Verwaltung überdies prüfen, ob eine Behelfsbrücke möglich ist – vor allem während der Zeit, in der die Kottenforststraße aufgrund ihrer Sanierung für den Verkehr gesperrt ist.

Wie berichtet, wurde die kleine Brücke bereits im September 2016 vom Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises gesperrt. Im Mai 2016 hatte eine Prüfung ergeben, dass sie nicht mehr stand- und verkehrssicher ist. Zunächst war von Kosten in Höhe von 170 000 Euro für einen Neubau die Rede, dann – aufgrund baulicher Erfordernisse – von 268 000 Euro. Nach erfolgter Ausschreibung liegt nach Gemeindeangaben das wirtschaftlichste Angebot allerdings bei 350 000 Euro. Die Verwaltung erklärt das mit der guten Konjunktur im Baugewerbe, sprich: Die Bauunternehmen könnten aufgrund der guten Auftragslage die Preise diktieren.

Ursprünglich sollte ein Neubau 170 000 Euro kosten

„Die Summe ist für die Bedeutung des Weges so nicht vertretbar“, sagte Barthel Schölgens (CDU) in der Sitzung. Es müsse eine vernünftige Gesamtlösung gefunden werden, meinte er. Zur Sitzung hatte die CDU einen Antrag mit Prüfaufträgen an die Verwaltung vorgelegt. Neben der Frage einer Behelfskonstruktion wollte die Union unter anderem eine mögliche Verrohrung des Bachs in diesem Bereich oder eine Änderung der Trassenführung untersucht haben.

Auch die anderen Fraktionen wollten verschiedene Aspekte prüfen lassen. Unter anderem die Frage einer Freigabe für Fußgänger und Radfahrer (SPD), die Zerlegung einer Ausschreibung für den Neubau in Teilleistungen (Freie Wähler) und die Möglichkeit einer Reduzierung der Traglast eines Neubaus (Grüne).

Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher war von einer langen Liste mit Prüfaufträgen nicht begeistert. Das werde nur weitere Kosten verursachen, sagte er. Zugleich musste er sich Kritik vonseiten der Freien Wähler anhören. Nach der Sperrung der Brücke hat die Verwaltung nach Ansicht von Bolko Graf Schweinitz (Freie Wähler) „neun Monate geschlafen“.

Bürgermeister räumt Fehler ein

Es seien Fehler passiert, räumte Schumacher ein. Zugleich betonte er, warum es nun schnell gehen müsse. Wenn eine neue Brücke gebaut werde, werde diese als Ausweichstrecke für Autofahrer während der Sperrung der Kottenforststraße gebraucht. Diese Arbeiten könnten nicht verschoben werden. Zugleich bezeichnete Schumacher Michael Schroerlückes (Grüne) Ansicht als „mutig“, eine derart hohe Preissteigerung nicht mitzumachen und die Brücke eben nicht neu zu bauen. Thomas Klaus (SPD) sprach wiederum von einer „misslichen Situation“. Er befürchtete, dass die Brücke in der Endabrechnung noch teurer werden könnte.

Gegen einen Neubau für eine solch hohe Summe sprach sich auch Rainer Six (FDP) aus. Die Brücke führe über einen kleinen Bach zu einer Anliegerstraße und müsse nicht zwingend benutzt werden. „Eine neue Brücke macht keinen Sinn“, meinte auch Bernhard Schürmann (UWG). Er habe sich bei der Landwirtschaft erkundigt. Auch mit einer hohen Traglast sei ein Bauwerk an dieser Stelle für große Maschinen zu klein.

Die Gemeindeverwaltung wird nun mündlich berichten, was eventuell getan werden muss, um die Brücke für Fußgänger und Radfahrer freizugeben. Zugleich unterstrich Schumacher eins: Gibt es keine Brücke am Grünen Weg, die Autoverkehr aushalte, werde während der Sanierung der Kottenforststraße der gesamte Verkehr durch das Witterschlicker Geltorfviertel fahren. „Das gilt auch für den Baustellenverkehr“, so Schumacher weiter. „Das eine Jahr müssen wir dann durchstehen, das müssen wir gemeinsam verantworten.“