Menschen mit Behinderung im Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote ist laut Aktion Mensch bei Schwerbehinderten doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung: 13,4 Prozent sind arbeitslos. Menschen mit Schwerbehinderung suchen im Durchschnitt drei Monate länger nach einem Arbeitsplatz als Menschen ohne Behinderung. Von allen arbeitslosen Menschen mit Behinderung suchte fast die Hälfte länger als ein Jahr nach einem Job. Damit gab es 45,8 Prozent Langzeitarbeitslose mit Behinderung.

Betrachtet man die Gruppe der Menschen mit Lernschwierigkeiten, arbeitet der größte Teil von ihnen, insgesamt 77 Prozent, im zweiten Arbeitsmarkt, zum Beispiel in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt an, dass sie 2015 rund 544 Millionen Euro für die Förderung von Rehabilitanden und Schwerbehinderten ausgegeben hat, davon etwa 504 Millionen Euro für Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben und 39,1 Millionen Euro für Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung.

Im vergangenen Jahr – dem Vermittlungsjahr 2015/2016, das im Oktober endet – gab es im Rhein-Sieg-Kreis nach Angaben eines Pressesprechers 65 schwerbehinderte Bewerber, von denen 37 eine betriebliche oder schulische Ausbildung begannen. Eine Unterscheidung zwischen betrieblicher und schulischer Ausbildung könne nicht gegeben werden, so der Sprecher. Statistisch erfasst werden nur die schwerbehinderten jungen Menschen in der Bewerbungsphase und im ersten Lehrjahr, nicht aber die im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Im Halbjahr Oktober 2016 bis März 2017 hatten im Kreis acht schwerbehinderte Bewerber eine Ausbildung angefangen, insgesamt hatten sich 46 junge schwerbehinderte Menschen beworben.