Herrenhaus Buchholz in Alfter

Leerstand im Traditionsgasthaus hat ein Ende

ALFTER. Zwei Jahre stand das Alfterer Traditionsgasthaus Herrenhaus Buchholz leer. Dieser Zustand hat bald ein Ende. Mit einem Tag der offenen Tür wollen die neuen Pächter Tom Behr (41) und Stefan Lehmann (33) am Samstag, 13. September, das rundum erneuerte Haus der Öffentlichkeit vorstellen.

Event-Manager Behr und Geschäftsführer Lehmann bilden die Herrenhaus Buchholz Event GmbH, die das Haus im Mai vom Besitzer, einem Bonner Unternehmer, der namentlich nicht genannt werden möchte, gepachtet hat. Chris Fuhrmann koordiniert im Auftrag des Eigentümers die Restaurierungsarbeiten. Über die Höhe der Kosten will Fuhrmann nichts sagen.

Das Konzept von Behr, der in Sechtem aufgewachsen ist und 20 Jahre unter anderem in Köln Veranstaltungen gemanagt hat, und des gebürtigen Merteners Lehmann (Lehmanns Gastronomie Bonn), legt den Schwerpunkt auf Tagungen und Konferenzen sowie auf private und geschäftliche Feiern für 20 bis 200 Gäste. Sonntags soll das Haus auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. "Es hat sich erwiesen, dass die tägliche Öffnung sich in der Vergangenheit nicht gerechnet hat und auch mit unserem Veranstaltungskonzept kollidieren würde", erläutern Behr und Lehmann.

Ihr Ziel sei es, "den traditionsreichen Standort zu erhalten und mit hochwertiger Innenausstattung zu modernisieren". Und diese Modernisierung mit Einbau einer neuen professionellen Küche und der Zusammenlegung von drei mit dunklem Holz verkleideten Gaststuben zu einem hellen Saal mit weißem Mobiliar läuft auf vollen Touren.

Fast täglich beobachten Spaziergänger bei einer Rast auf der neuen Bank unter der Linde auf der Wiese vor dem Herrenhaus die Aktivitäten der Handwerker. Da wird altes Holz herausgerissen und abtransportiert, da wird gestemmt, gespachtelt und gestrichen. Das hölzerne Treppenhaus wollen Behr und Lehmann als Reminiszenz an vergangene vZeiten erhalten, allerdings mit einem neuen, vier Meter hohen Kronleuchter, ebenso wie die Bilder mit Jagdmotiven, die an die Funktion des Vorgängerbaus als Jagdhaus erinnern.

"Wir wollen das Haus behutsam in die Moderne führen", sagt Behr, der "ein Riesen-Interesse aus der Bevölkerung" an der Zukunft des Herrenhauses Buchholz festgestellt hat. Deshalb denkt er auch daran, an Sonntagen Kaffee und Kuchen sowie Snacks anzubieten sowie zwölf bis 15 kulturelle Veranstaltungen im Jahr. Ebenso kann er sich hin und wieder einen Gourmet-Brunch oder etwa Ü 50-Partys vorstellen.

Behr und Lehmann sind überzeugt, dass das Herrenhaus dank seiner Lage mit rund 2,6 Hektar Wiesen ringsum, dem alten Baumbestand und ausreichend Parkplätzen sowie seiner Multifunktionalität über "ein Alleinstellungsmerkmal" in der Region verfügt.

Da im Herrenhaus Buchholz selbst keine Übernachtungsmöglichkeiten bestehen, will Behr mit Hotels aus der Umgebung kooperieren. Er denkt dabei etwa an die "Krone" in Alfter, an Spargel Weber oder an die "Gemütliche Ecke" in Roisdorf und verspricht sich davon Synergieeffekte für beide Seiten. "Der Bedarf an Tagungsgästen ist auf jeden Fall da", ist Behr überzeugt. Ihm ist die Wiederbelebung des Herrenhauses "auch eine Herzensangelegenheit", denn als Kind sei er mit seinen Eltern häufiger dort zu Gast gewesen: "Es war immer etwas Besonders, hierhin zu fahren."

Im Jahre 2012 hatte die Kölnerin Teresa Catrame ihren mehrjährigen Pachtvertrag mit dem Bonner Unternehmer einvernehmlich aufgelöst und Alfter mit ihrem Lebensgefährten und Küchenchef Klaus Jaquemod wieder verlassen. Sie hatten das Haus in "Waldschlösschen" umbenannt. Das Angebot reichte von gut bürgerlicher bis exquisiter Küche, wurde jedoch nicht ausreichend angenommen.