Flüchtlinge

Keine elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge in Alfter

Flüchtlingsunterkunft am Rathaus: Die Nähe zu den Menschen ist dem Bürgermeister wichtig - auch bei der Gesundheitsversorgung.

Flüchtlingsunterkunft am Rathaus: Die Nähe zu den Menschen ist dem Bürgermeister wichtig - auch bei der Gesundheitsversorgung.

ALFTER. Die Gemeinde Alfter hat entschieden, auf die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge zu verzichten. Mit dem alten Verfahren sind Organisation und Kosten geringer.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport, Soziales, Inklusion und Kultur beschlossen die Ausschussmitglieder, die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge nicht einzuführen.

Gleichzeitig billigten sie die neue Vereinbarung der 19 Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises zum Solidarverbund, über den die Krankenkosten der Asylbewerber abgerechnet werden. „Wir plädieren dafür, das bisherige System beizubehalten“, sagte der Alfterer Bürgermeister Rolf Schumacher. Nach diesem Verfahren erhalten die Leistungsberechtigten einen Behandlungsschein für den Arztbesuch. Die Asylbewerber erhalten den Behandlungsschein problemlos.

Die Mitarbeiter des Sozialamtes können jedoch auf diese Weise direkt einen Übersetzer oder Sozialarbeiter für den Arztbesuch organisieren, wenn dies notwendig ist. Bei einer kleinen Gemeinde wie Alfter sei das Verfahren einfacher zu handhaben als in einer Großstadt, so Schumacher. Außerdem ist das Verfahren für die Gemeinde finanziell günstiger. Der Mehraufwand für die Verwaltung stünde in keinem Verhältnis zu den Mehrkosten durch die elektronische Gesundheitskarte.

Bei dem althergebrachten Verfahren müssen die Kommunen neben fünf Prozent der Verwaltungskosten den paritätischen Anteil zahlen. Bei der elektronischen Gesundheitskarte kommen zusätzlich acht Prozent der anfallenden Gesamtkosten hinzu sowie zehn Euro pro Jahr. Für das Jahr 2015 bedeutete dies Mehraufwand von über 47 500 Euro.

Die neue Vereinbarung war wegen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte notwendig geworden. Die alte Vereinbarung war 1993 eingeführt worden, um die Gesundheitskosten für Asylbewerber gemeinsam zu schultern. Die Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises haben sich zusammengeschlossen, um zu vermeiden, dass einzelne Kommunen bei sehr teuren Behandlungskosten in Einzelfällen in finanzielle Not geraten.