Entwürfe von Bürgern und Studenten

Jungfernpfad als Oedekovens grüne Lunge erhalten

Im Ratssaal präsentierten Studierende der Technischen Hochschule Köln ihre Pläne.

Im Ratssaal präsentierten Studierende der Technischen Hochschule Köln ihre Pläne.

Alfter-Oedekoven. Architekturstudierende haben mit Anwohnern über Entwürfe zum Jungfernpfad diskutiert. Die Ideen wurden in überparteilichen Bürgerwerkstätten entworfen. Auch die Studierende präsentieren ihre Pläne.

Der Jungfernpfad soll als grüne Lunge Oedekovens erhalten bleiben. Das hatte sich als vordringlichster Wunsch der Anwohner herauskristallisiert, die sich seit September 2016 auf Initiative von Detlef Nath von der CDU Oedekoven dreimal zu überparteilichen Bürgerwerkstätten in Oedekoven und einmal zu einer Präsentation vorläufiger Entwürfe an der Technischen Hochschule (TH) Köln getroffen hatten.

Am Mittwochabend präsentierten Studierende der TH ihre Pläne für das Areal im Ratssaal des Rathauses. Diese basieren auf den Ideen der Bürgerwerkstätten. Etwa 50 Oedekovener waren gekommen und diskutierten angeregt mit den Studierenden.

„In der Vergangenheit haben wir es oft erlebt, dass Vorschläge der Verwaltung gemacht werden, und dann kommt eine Bürgerinitiative dagegen. Mein Plan war, von vornherein die Bürger einzubeziehen“, sagte Nath zu seiner Motivation. Mit Bürgermeister Rolf Schumacher und Ortsvorsteherin Brigitte Schächter waren auch Vertreter der Gemeinde zu der Präsentation gekommen. Nath sagte, er hätte zwar gern einen Mitarbeiter der Verwaltung dabei gehabt, der die Bürgerwerkstätten begleitet, dies sei aus Kapazitätsgründen jedoch nicht möglich gewesen.

Historische Kulturlandschaft wiederbeleben

Er bedankte sich aber beim Bürgermeister für die Unterstützung: „Immer, wenn wir was brauchten, war es schnell da.“ Das Gelände am Jungfernpfad zwischen der ehemaligen Hauptschule, der Pfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt und der Gemeinschaftsgrundschule wurde früher landwirtschaftlich genutzt und liegt heute brach.

Die Bürger konnten mit Klebepunkten angeben, welche beiden Pläne und welche fünf Elemente sie aus allen Entwürfen bevorzugen. Mit 32 Punkten hatte die Gruppe „Persken Park“ am meisten Punkte. Sie möchte den Jungfernpfad als historische Kulturlandschaft wiederbeleben. Als Leitlinien dienen Alleen mit regionalen alten Obstsorten wie dem Pfirsich „Rekord von Alfter“. Die Alleen sollen Teil eines Lehrpfads sein, auf dem auch Pflanzaktionen mit Kindern möglich sind. Historische Potenziale wie eine Obstwiese, Nutzgärten und Wäldchen sollen gestärkt und Sichtachsen geöffnet werden, um Orientierung zu geben.

Denkbar ist es, von einem Aussichtspunkt über Bonn Richtung Siebengebirge zu schauen. Lichtungen für Picknick, Spiel und Begegnung sind Teile des Plans, ebenso wie ein „Mehrgenerationenplatz“ mit einer Boule-Bahn, einem Spielplatz und einem Volleyballfeld. Aber auch die anderen Gruppen stießen mit ihren Vorschlägen auf das Interesse der Anwesenden.

Reges Interesse an Vorschlägen

So hat das Team „Grüne Lunge – Gemeinsam Oedekoven“ eine Wiederbelebung des Weinanbaus im Blick, etwa der historischen Sorte Rebellenblut, eine klarere Wegeführung durch das Erschließen von Pättchen sowie ein kleines Café. Die dritte Gruppe hieß „Grüne Lunge“ und machte damit ebenfalls ihren Namen zum Programm. Auch sie favorisiert ein Café in Form eines Pavillons, das sich in die Landschaft einfügt, außerdem eine Terrassierung mit Hochbeeten bis hinunter zum Friedhof sowie einen Abenteuerspielplatz.

Zwischenapplaus bei der Präsentation erhielt die Gruppe „Terrassierung“ für ihre Lösung des Verkehrsproblems vor Kindergarten und Schule. Die Studierenden möchten die Parkplätze von der rechten Seite des Friedhofs auf die linke Seite verlegen, damit die Kinder nicht über die Straße laufen müssen und die Autos die Geschwindigkeit reduzieren. Weiter oben am Jungfernpfad ist ein Wendehammer geplant.

Den Bürgern waren – über alle Modelle gesehen – die historischen Bezugspunkte am wichtigsten, also Obstwiese, Nutzgarten, Wäldchen und Alleen (60 Punkte). 39 Stimmen gab es für die Idee „Aussichtsplattform und Sichtachsen“. Für das strukturierte Wegenetz klebten 32 Bürger einen Punkt auf, für die Umgestaltung der Verkehrsführung 19.