Alfterer Alanus Hochschule

Holzschnitt mit der Flex: Ergebnisse der Winterakademie

Hugo van Ransbeck aus Belgien arbeitet für den Holzschnitt mit einer Flex.

ALFTER. Schon von Weitem hört man die Flex kreischen. Doch im Johannishof der Alfterer Alanus Hochschule arbeiten nicht die Handwerker, sondern Hugo van Ransbeck bearbeitet mit dem rustikalen Werkzeug eine Holzplatte. Er ist Teilnehmer der 25. Winterakademie an der Alanus Hochschule.

Rund 50 Teilnehmer nutzten die Zeit zwischen den Tagen von Freitag bis Dienstag, um ihre künstlerischen Fertigkeiten zu verbessern und sich von den anderen Künstlern anregen zu lassen. Immer wieder schaut van Ransbeck auf das Foto. Es ist ein seltsam geformter Berg in Italien.

Ganze Flanken werden dort in den Steinbrüchen von den Bergen abgesprengt, berichtet der 63-jährige Belgier, der zum zweiten Mal die Werkstatt in Alfter besucht. Der Umgang mit der Natur in den italienischen Steinbrüchen ist für ihn ein Skandal. Den Umgang mit dem Winkelschleifer kennt er bisher nur bei der Bearbeitung von Marmor.

Im Holzschnittkursus, der von Abdou Diatta aus dem Senegal geleitet und dem Eine Welt Netz NRW unterstützt wird, bearbeitet er erstmals Holz mit dem Elektrowerkzeug. Der Künstler, der bei der belgischen Bahn als technischer Zeichner arbeitet, ist nach der Bildhauerei zum Holzschnitt zurückgekehrt. Mit Holzschnitten hatte er seine künstlerische Laufbahn begonnen.

Ruhiger geht es in dem Kursus Künstler-Bücher zu. Die Teilnehmer haben hier zunächst ein Buch gemeinsam erstellt. Jeder hat ein oder mehrere Blätter für das Gruppenbuch gestaltet. Die Blätter wurden dann zusammengeklebt, so dass Vorder- und Rückseiten entstehen. Jetzt sind die Teilnehmerinnen dabei, die Buchrücken zu gestalten, erklärt die Kursleiterin Petra Rosenkranz.

Bei dem Kursus liegt der Schwerpunkt mehr auf der künstlerischen Auseinandersetzung als auf dem Handwerk des Buchbindens. "Zwischendrin war es etwas mühsam", berichtet eine Teilnehmerin in der Besprechung des Kurses Malerei. Die Kursleiterin Cornelia Genschow hatte den Malern die Aufgabe gestellt, vier Bilder in einer bestimmten Zeit zu malen: Vier, drei, zwei und eine Minute hatten sie Zeit für ein Bild, mit der gleichen Vorlage.

"Malen ist nicht wie Fahrradfahren", sagt Genschow, man müsse sich bei jedem Bild wieder neue hereinarbeiten. Bei der Besprechung zeigten die Teilnehmer jeweils das Bild von den vieren, das ihnen am besten gefällt - oft war es jenes, das in der allerkürzesten Zeit entstanden war.

Erst spielt der Pianist nur einzelne Töne, dazu ist das Abziehen von Klebeband zu hören. Dann wird das Spiel immer intensiver, eine Querflöte mischt sich ein, Markus Stockhausen spielt sphärische Klänge auf dem Saxofon dazu, während andere Kursteilnehmer auf dem Boden oder an Tischen sitzen und zeichnen. Rhythmisch bewegen sich die Stifte der Zeichner auf dem Papier.

Im Kursus "Linie und Klang" ist alles Improvisation. "Dieser Kursus ist ein absolutes Experiment", sagt Stefanie Gather, die die Winterwerkstatt für das Alanus Europäische Forum für interkulturellen Dialog und die Westfälische Gesellschaft für Weiterbildung organisiert.

Denn in dem Kursus, die der bekannte Musiker Markus Stockhausen und der Künstler Tomasz Wendland leiten, treffen Musiker und bildende Künstler sowie Profis und Laien aufeinander. Gefördert wird das Experiment von der F. Victor Rolff-Stiftung, "sonst könnten wir uns diese Dozenten gar nicht leisten", sagt Gather.