Gemeinde Alfter in Wikipedia

Hans Schneider aus Impekoven pflegt die Liste der Baudenkmäler

Hans Schneider an einer der "Sieben "Fußfälle".

ALFTER. Die Liste ist lang und soll noch länger werden: 350 Abbildungen von Denkmälern in der Gemeinde Alfter hat Hans Schneider in den letzten Monaten auf Wikipedia veröffentlicht. Seine Begeisterung für die freie Online-Enzyklopädie entdeckte der 85-jährige, ehemalige Direktor des Zoologischen Instituts im Poppelsdorfer Schloss, 2001.

Damals, bereits im Ruhestand, stieß Schneider, der seit 42 Jahren in Impekoven lebt, in Wikipedia auf eine Liste der Baudenkmäler in Alfter, in der aber nur zwei Exemplare vertreten waren. Aus seiner Sicht war das alles andere als ausreichend und für ihn die Initialzündung, dies zu ändern: "Dort habe ich dann meine Bestimmung gefunden", sagt Schneider, der in München im Fach Zoologie promovierte und anschließend in Tübingen habilitierte.

Dabei setzte er sich zunächst mit der Architektur der Baudenkmäler vor seiner Haustür auseinander. "In Süddeutschland sind die Höfe offen, man kann sie im Ganzen betrachten. Hier ist alles aneinander gebaut." Deshalb fragte der 85-Jährige bei der Alfterer Gemeindeverwaltung nach, ob er sich die ihm interessant erscheinenden Fachwerkhäuser von innen anschauen könnte. Die Antwort: er konnte.

"Durch die Begegnungen und Erfahrungen mit den Menschen habe ich mich mehr und mehr dafür begeistert. Seitdem liebe ich das Vorgebirge mit seinen Orten mehr, als ich es vorher getan habe." Zu den von ihm bei Wikipedia veröffentlichten Baudenkmälern gehören Kirchen, Kapellen, Fachwerkhäuser, Wegkreuze, Bildstöcke und auch eine Tongrube. Seien es das Alfterer Schloss und das Haus Kessenich in Witterschlick oder die Fußfälle in Gielsdorf.

Dabei handelt es sich um sieben Kreuzwegstationen, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts gestiftet, aber nicht original erhalten wurden. Der Name Fußfall für die Kreuzwegstationen entstand durch die Gewohnheit, an den einzelnen Stationen zum Zeichen der Verehrung Christi das Knie zu beugen oder ganz auf dem Boden niederzuknien. Auch bei Todesfällen war der Gang zu den Sieben Fußfällen verbreitet: Meist beteten auf diese Weise sieben Mädchen aus der Nachbarschaft vor einem Begräbnis für das ewige Heil des Verstorbenen.

Wichtig ist es Hans Schneider, die Liste der Baudenkmäler der Gemeinde Alfter mit aussagekräftigen Bildern auszustatten. "Zusätzlich möchte ich weitere Bilder von den Baudenkmälern erstellen und den entsprechenden Kategorien zuordnen, um Interessenten eine eingehende Vorstellung von den Denkmälern und anderen bedeutsamen Objekten zu vermitteln. Ein Anliegen ist mir dabei auch, dass die Bilder fotografisch ansprechend sind.

Meistens war ich viermal da, bis das Licht gestimmt hat." Kirchen und Fachwerkhäuser faszinieren ihn am meisten. Ein Beispiel dafür ist das 1678 erbaute Haus von Sonja und Stephen Williams an der Prinzgasse in Gielsdorf, wo laut Stephen Williams auch "die wichtigste Spät-Renaissance-Decke im Rheinland" zu finden ist. In einem aufwendigen Restaurierungsprozess sei die sogenannte Kölner Decke, deren Balkenunterseite mit Stuckornamenten verziert ist, wieder hergestellt worden.

Inzwischen ist Hans Schneider bei der Denkmalliste der Gemeinde Swisttal angelangt. Seine Motivation und Faszination für die Denkmäler scheint ungebremst.