Neugestaltung in Alfter

Gremium empfiehlt Kölner Entwurf für Herrenwingert

Nach den Vorstellungen der Büros „Königs Architekten“ und „stern landschaften“ könnte der Herrenwingert so einmal aussehen.

Nach den Vorstellungen der Büros „Königs Architekten“ und „stern landschaften“ könnte der Herrenwingert so einmal aussehen.

Alfter. Sechs Planungsbüros hatten sich dem Wettbewerb um die seit Jahren geplante Neugestaltung des Herrenwingerts in Alfter gestellt. Die Bewertungskommission hat sich einstimmig für den Entwurf von Kölner Architekten ausgesprochen, fordert aber auch Nachbesserungen.

Der Entscheidungsprozess zur Neugestaltung des Herrenwingerts ist einen Schritt weiter gekommen. So gab die Gemeindeverwaltung am Montag das Ergebnis der Beratungen der Bewertungskommission bekannt. Demnach hat sich das Gremium aus Kommunalpolitikern, Verwaltungsmitarbeitern und externen Experten einstimmig dafür entschieden, den Entwurf des Büros „Königs Architekten“ aus Köln in Zusammenarbeit mit dem Kölner Landschaftsarchitekturbüro „stern landschaften“ zur Grundlage der weiteren Planung zu machen. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Empfehlung. Das letzte Wort hat der Gemeinderat als oberstes Gremium Alfters.

Wie berichtet, hatten sich letztlich sechs Planungsbüros dem Wettbewerb um die seit Jahren geplante Neugestaltung des Herrenwingerts gestellt. Am vergangenen Donnerstag hatte es eine Bürgerinformation zu allen Entwürfen gegeben. Am Tag darauf hatte die Bewertungskommission von 10 bis 17 Uhr im Rathaus getagt und nach Angaben der Gemeinde intensiv diskutiert.

Alle Planungsbüros mussten in ihren Entwürfen verschiedene Aspekte berücksichtigen: einen Neubau für den Supermarkt, auf den Wohnraum aufstockt werden soll, einen Dorf- beziehungsweise Festplatz, die Verkehrs- und Parksituation sowie den Neubau einer Mehrzweckhalle.

Wie die Gemeindeverwaltung nun mitteilte, zeichne sich der Gewinnerentwurf nach Ansicht der Bewertungskommission durch „eine gelungene Interpretation des Themas Markthalle durch große bogenförmige Fenster in Kombination mit hausähnlichen Wohnformen in den Obergeschossen aus“. Auch „die landschaftliche Thematisierung des Herrenwingerts und die Weiterführung von Grünstrukturen mit Obstbäumen und Spielbereich bis in den Ortskern wurden durch die Bewertungskommission sehr positiv bewertet.“ Allerdings hat die Kommission nach Angaben der Gemeindeverwaltung auch eine Reihe von Verbesserungs- und Überarbeitungsvorschlägen an die Kölner Architekten formuliert.

So soll es etwa keine zweite Tiefgaragenebene geben, sondern „eine angemessene Anzahl“ von Pkw-Stellplätzen ebenerdig. Ebenso sollen die bogenförmigen Öffnungen des Supermarktgebäudes im Erdgeschoss wegen des Charakters einer Markthalle unbedingt beibehalten werden.

Dieser Bereich soll zudem mit anderen Nutzungen, wie zum Beispiel kleinen Läden, belegt werden können, damit eine stärkere Belebung der Platzfläche erreicht werden könne. Überdies soll der Raum zwischen Vollsortimenter und Bankgebäude „attraktivere und spannendere Randnutzungen“, beispielsweise eine Gastronomie, erhalten. Auf dem Supermarktdach sollen, abweichend zum vorgeschlagenen Einfamilienhauscharakter, mehr Wohnungen und unterschiedliche Wohnformen angeboten werden. Nicht zuletzt sollen sich die Planer weiter Gedanken machen, wie die verschiedenen Nutzungen von Dorf- und Festplatz unter einen Hut zu bringen sind.

Für die Gewinner aus Köln bedeutet dies also weitere Arbeit. Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher ist zufrieden. „Unsere Erwartungen an eine gute städtebauliche Gesamtlösung für den Herrenwingert in Alfter wurden erfüllt“, teilte er mit. Jetzt gelte es, den ausgewählten Entwurf entsprechend der Empfehlungen zu überarbeiten und die nächsten Planungsschritte, wie zum Beispiel die Anpassung des Baurechts, zügig anzugehen, so Schumacher weiter.