Petition für die Schreibschrift

Gielsdorferin übergibt 29 560 Unterschriften an Schulministerin

Bei der Unterschriftenübergabe (v. l.): CDU-Landtagsabgeordneter Oliver Krauß, Yvonne Gebauer, Marie Antoinette Baronin von Geyr, Unterstützer Roland Oetker aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Post und eine Kinderdelegation.

Bei der Unterschriftenübergabe (v. l.): CDU-Landtagsabgeordneter Oliver Krauß, Yvonne Gebauer, Marie Antoinette Baronin von Geyr, Unterstützer Roland Oetker aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Post und eine Kinderdelegation.

Alfter/Düsseldorf. 29 560 Unterschriften, verteilt auf fast 1300 Seiten: Es war eine umfangreiche Petition, die Marie Antoinette Baronin von Geyr aus Alfter-Gielsdorf an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) im Düsseldorfer Landtag übergeben hat.

Zusammen mit allen Unterzeichnern wehrt sich Marie Antoinette Baronin von Geyr unter anderem dagegen, dass Grundschulkinder die sogenannte Grundschrift als Schreibschrift lernen.

Die Grundschrift wird seit einigen Jahren als eine Variante der Druckschrift gelernt. Die Buchstaben sollen innerhalb von Wörtern teilweise verbunden werden, weswegen die Schrift des privaten Grundschulverbands auch als eine Schreibschrift bezeichnet wird. Aus Sicht der Befürworter sollen Kinder durch die Grundschrift unter anderem ihre persönliche Handschrift direkter und leichter entwickeln.

Das sehen von Geyr und ihre Mitunterzeichner allerdings völlig anders. Durch die Grundschrift, wie auch durch die Vereinfachte Ausgangsschrift, werde die Schreibschrift verdrängt, sagt von Geyr, selbst mehrfache Mutter, im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Bei der Grundschrift handle es sich um eine Degeneration.

Kinder könnten nach einer Viertelstunde ihre eigenen Texte nicht mehr lesen, von einer persönlichen Handschrift sehe man nichts mehr: „Das Schlimmste ist, dass Kinder nicht mehr in ihrer Muttersprache schreiben können.“ Ihre Kinder lernen parallel zur Grundschrift in der Schule zu Hause die Lateinische Ausgangsschrift, mit der auch die heutige Elterngeneration Schreiben gelernt hat.

Bewahrung der tradierten Kulturtechniken

Anfangs hatte von Geyr 460 Unterschriften selbst auf Papier gesammelt. Schnell sei ihr aber klar geworden, dass das so nicht weiter funktionieren könne. „Das Thema ist virulent, ich habe das nicht mehr alleine geschafft.“ Daher hatte sie ihre Petition auf einer entsprechenden Internetseite veröffentlicht. „Das ist unglaublich schleppend angelaufen“, berichtet sie.

Nach Rücksprache mit den Betreibern der Seite und einer Verbesserung der Auffindbarkeit habe es im Mai „einen Schlag gegeben“. Die Zahl der Unterzeichner schnellte in die Höhe. Zugleich hatte von Geyr Kontakt mit der damaligen CDU-Landtagsabgeordneten aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, Ilka von Boeselager, aufgenommen. Bereits im Jahr 2014 hätten CDU und FDP, noch in der Opposition, einen Appell gegen die Grundschrift an die damalige rot-grüne Landesregierung gerichtet, so von Geyr.

Das jetzige Treffen mit Schulministerin Gebauer habe in einer sehr angenehmen Atmosphäre stattgefunden. Die Ministerin habe sich offen gezeigt, aber auch gesagt, dass man keine Wunder erwarten soll. „Es sollte aber kein Wunder sein, Kindern die Schreibschrift beizubringen. Zumal das eigentlich nichts kostet“, findet von Geyr. Sie selbst will jedenfalls bei dem Thema weiter am Ball bleiben. Auf Anfrage des General-Anzeigers sagt Schulministeriumssprecher Daniel Kölle, dass die Petition nun im Ministerium geprüft werde. Sodann werde von Geyr eine Antwort erhalten. „Der Ministerin liegt die Bewahrung der tradierten Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen sehr am Herzen“, so Kölle weiter.