Maroder Untergrund erhöht Baukosten

Gesamtschule in Alfter wird 13 Millionen Euro teurer

In die ehemalige Hauptschule in Alfter-Oedekoven soll die neue Dependance der Gesamtschule Rheinbach ziehen.

In die ehemalige Hauptschule in Alfter-Oedekoven soll die neue Dependance der Gesamtschule Rheinbach ziehen.

Alfter. Die Sanierung der ehemaligen Hauptschule Alfter-Oedekoven als Räumlichkeit für die Dependance der Gesamtschule Rheinbach wird deutlich teurer als bislang geplant. Das hat die Verwaltung in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend mitgeteilt.

Entgegen ersten Schätzungen sollen sich die Umbauarbeiten der ehemaligen Hauptschule Alfter-Oedekoven auf rund 24 Millionen Euro belaufen. Bisher war die Verwaltung von Baukosten in Höhe von rund elf Millionen Euro ausgegangen. Nach der Begutachtung eines Fachplaners muss die Gemeinde jedoch etwa 9,5 Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes stecken. Rund 14,5 Millionen Euro sollen zudem die Erweiterungsbauten kosten. Ein Grund für die Kostensteigerung ist laut Angabe der Fachplaner der marode Untergrund.

Das Hauptschulgebäude in Alfter-Oedekoven wurde 1980 eingeweiht und ist seitdem nicht mehr saniert worden. Um einen Schulbetrieb an dem Standort wieder aufnehmen zu können, muss das Gebäude nach den neuesten Brandschutzbestimmungen ertüchtigt werden, aber auch Lüftungs-, Heizungs- und Sanitäranlagen müssten erneuert werden. Nach derzeitigem Stand sollen zudem alle Fenster ausgetauscht werden, ebenso sind die Fachräume für den Physik- und Chemieunterricht nicht mehr nutzbar. „Wir sind überrascht worden, dass es sehr viel teurer wird als geplant“, sagte Bürgermeister Rolf Schumacher. Auch die Variante des Abrisses und Neubaus haben die Fachplaner geprüft. Kostenpunkt: rund 40 Millionen Euro.

Ratsfraktionen zeigen sich überrascht

Auch die Ratsfraktionen zeigten sich von der Summe überrascht. „Da hatte von uns niemand mit gerechnet“, sagte Thomas Klaus (SPD). Dennoch sei Bildung eine Investition für die Zukunft. Frank Hebestreit (CDU) stimmte zu, verwies aber auf die Negativbeispiele der Nachbarkommunen, wie das Kreishaus in Siegburg oder die Beethovenhalle in Bonn. Ähnlich wie bei den genannten Projekten sei auch in Alfter mit einer Kostensteigerung zu rechnen. „Wir sollten aus den Fehlern der umliegenden Kommunen lernen“, so der CDU-Politiker. Er schlug vor, in Etappen oder Modulen zu bauen. Laut Schumacher beruhe die „Kostenevolution auf einer Nachhaltigkeitsstrategie“, um ein Schulgebäude zu schaffen, das nicht in fünf Jahren erneut umgebaut werden müsste. Die 9,5 Millionen Euro sollen nicht bis Sommer 2019 komplett verbaut werden, sondern im Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Die Verwaltung wolle zudem weitere Fördergelder akquirieren.

„Wir stehen jetzt kurz vor dem Ziel. Dass sich die Zahlen verdoppeln, ist ein Schock“, sagte Albert Wulff (FDP). Dennoch warnte er davor, jetzt Signale zu senden, die die Anmeldezahlen gefährden könnten. Er forderte Transparenz und Information bei weiteren Kostensteigerungen. „Bildung ist nun einmal ein Invest in die Zukunft“, sagte auch Wilhelm Windhuis (Grüne). Bolko Graf von Schweinitz (Freie Wähler) schlug angesichts der Personalsituation in der Verwaltung vor, die Projektsteuerung an eine externe Firma zu übertragen.

„Wir haben diese Kosten schon vor Jahren auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt“, erklärte Werner Urff (UWG). „Falls die Dependance wirklich kommen sollte, bleibt abzuwarten, wie viel Platz sie tatsächlich benötigt“, sagte er weiter.

Zahl der Anmeldungen entscheidet über Dependance

Ob die Dependance der Gesamtschule in Alfter einziehen wird, wird erst Ende Februar 2019 feststehen. Die Gründung der Dependance hängt von der Zahl der Anmeldungen ab. Der Verwaltung bleiben dann nur wenige Monate um die Räumlichkeiten herzurichten. Um bereits vor Ablauf der Anmeldefrist die Ausschreibungen für die Bauarbeiten vorbereiten zu können, hat die Verwaltung die Beauftragung einer Planungsfirma beantragt. Auf Antrag der UWG stimmte der Rat geheim ab. Mit fünf Gegenstimmen, einer Enthaltung und 34 Stimmen wurde der Antrag mehrheitlich angenommen. Die Kosten für die Fachplaner in Höhe von 250 000 Euro sollen mit den nicht genutzten Geld für das Feuerwehrgerätehaus finanziert werden. Das Schulentwicklungskonzept, das einen klaren Bedarf für einen Standort der Gesamtschule Rheinbach in Alfter vorsieht, hatte der Gemeinderat zuvor mit zwei Gegenstimmen der UWG mehrheitlich angenommen.