Alfterer unterstützen Hilfsprojekt

Fahrräder für philippinische Kinder

ALFTER. Sie sind farbenfroh und stabil, werden aus alten Reissäcken genäht und ermöglichen einer Gruppe von Frauen auf der Insel Bantayan auf den Philippinen ein regelmäßiges Einkommen. Seit einem Jahr verkaufen Heike und Karlheinz Mandt in ihrem Hofladen die Einkaufstaschen der Frauen für ein Projekt der in Oberhausen angesiedelten Stiftung "justiceF".

Der Kontakt zu den Mandts kam über Ulrike Wiegelmann vom Vorstand der Stiftung und ihren Mann und Stiftungs-Mitbegründer Stephan Kunz zustande, die in Alfter leben. Beide arbeiten hauptberuflich in der Entwicklungszusammenarbeit, Stephan Kunz in einem Projekt auf den Philippinen.

Er kennt die Situation auf der Insel aus eigener Anschauung, die sich im 2013 nach dem Taifun "Haiyan" zuspitzte. "Die Insel Bantayan weist einen Zerstörungsgrad von 95 Prozent auf", so Projektleiter Kunz. "Bis heute gibt es keine effektive staatliche Hilfe." Arbeit ist nur zeitweilig vorhanden, oder die Männer sind gezwungen, in die Städte abzuwandern. Vor dem Taifun lebten die Familien vom Fischfang. Die Stiftung "justiceF" plant deshalb in einem Kofinanzierungsprojekt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein "livelihood-Zentrum", zu Deutsch "Lebensunterhalts-Zentrum", dessen Bau in diesem Monat beginnen soll.

Die Bewohner des Dorfes Basawon sollen dort fünf Berufe lernen, zum Beispiel das Taschenflechten. Heike Mandt ist mittlerweile zur "Taschendesignerin" geworden: Wenn Kunden besondere Wünsche an Farbe, Form oder Design haben, gibt sie diese weiter. "Uns gefällt das Konzept der Stiftung, weil wir keinen Wasserkopf an Bürokratie unterstützen", sagt Landwirt Karlheinz Mandt. Alle Mitarbeiter von "justiceF" arbeiten ehrenamtlich. Jeder Euro kommt laut Kunz deshalb den Hilfsbedürftigen zugute. Zentrale Idee ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Mandts wollen noch mehr tun, insbesondere für die Kinder im Dorf.

Deshalb sammeln sie jetzt Fahrräder für die Mädchen und Jungen. Da die nächste Schule fünf Kilometer entfernt ist, müssen die Kinder momentan zwei Stunden Fußmarsch pro Tag einplanen. 25 Fahrräder wurden schon gespendet, 175 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren haben Bedarf. Stephan Kunz hofft, dass 100 Fahrräder zusammenkommen, die dann in einem Container auf die Philippinen transportiert werden. Vor Ort kennt er einen deutschen Kollegen, der ein Tourismusunternehmen führt und die Kinder und Jugendlichen dazu anleitet, die Velos bei Bedarf zu reparieren. Bürgermeister Rolf Schumacher unterstützt das Projekt als Schirmherr.

Wer ein Fahrrad spenden möchte, kann sich im Hofladen unter 0 22 22/9 29 97 74 melden und einen Termin für die Abholung vereinbaren.