Schwerer Unfall in Alfter

Eine Person lebensgefährlich verletzt

Bei dem Unfall im Kreuzungsbereich der B 56 gab es mindestens vier Schwerverletzte.

20.08.2015 ALFTER. Bei einem schweren Unfall sind am späten Mittwochabend im Kreuzungsbereich der Euskirchener Straße (B56) und der Hauptstraße sechs Menschen überwiegend schwer verletzt worden.

Während Rettungskräfte vor Ort noch von einer Lebensgefahr bei mindestens drei Personen ausgegangen waren, die sie aus einem völlig zerstörten Kleinwagen befreiten, korrigierte die Polizei die Anzahl am Mittag auf einen lebensgefährlich Verletzten herab. Wie es zu der Kollision der beiden Pkw kam, ist nach wie vor unklar. Die Polizei sucht nun nach möglichen Zeugen.

Laut des abschließenden Polizeiberichts verletzten sich bei dem Frontalzusammenstoß gegen 23.25 Uhr an der Kreuzung im Gemeindeteil Impekoven sowohl ein 54-jähriger Fahrzeugführer aus dem Rhein-Sieg-Kreis als auch ein 28-Jähriger Fahrer und seine drei Mitinsassen (15, 18 und 21 Jahre) aus dem Kreis Friesland schwer.

Weil es, wie Polizeipressesprecher Sven Schneider auf Anfrage mitteilte, bislang keine Unfallzeugen gebe und die Beteiligten noch nicht hätten befragt werden können, lägen sowohl die Ursache als auch der genaue Hergang des Unfalls noch im Dunkeln. Selbst wer den Kreuzungsbereich von wo kommend und in welche Richtung befahren hatte, steht noch nicht genau fest.

Trümmerfeld macht es "extrem schwierig"

Bei der Rekonstruktion des Geschehens soll nun ein Sachverständiger helfen, der noch in der Nacht Unfallspuren sicherte. Laut Schneider gestaltete sich dies wegen des großen Trümmerfeldes als "extrem schwierig“.       

Auch für die Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst stellte der Einsatz eine besondere Herausforderung dar: Bei ihrer Ankunft hatten sie laut Feuerwehrsprecher Michael Hesse den 28-jährigen Fahrer des Kleinwagens auf der Straße liegend vorgefunden.

[kein Linktext vorhanden]Zwei seiner Mitinsassen waren noch in dem völlig deformierten Fahrzeug eingeklemmt und mussten von den Wehrleuten mit hydraulischem Gerät befreit werden. Mehr als eine Stunde dauerte es, bis sie dem Rettungsdienst den letzten Verletzten übergeben konnten.

Den 54-Jährigen hatten die Helfer schon zu Beginn des Einsatzes aus dessen Kombi befreit. Später reinigten die Wehrleute noch die Fahrbahn von den zahlreichen Glassplittern, Wrackteilen sowie ausgetretenen Betriebsstoffen.

Wie der leitende Notarzt des Rhein-Sieg-Kreises Frank Wöster, der zur Koordinierung der Behandlungsmaßnahmen nach Alfter gerufen worden war, vor Ort berichtete, wurden die fünf Schwerverletzten anschließend in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.

B 56 bis in den Morgen gesperrt

Dass, wie zunächst angenommen, bei dreien Lebensgefahr bestand, bestätigte sich in den weiteren Behandlungen offenbar nicht: Nur bei einem Beteiligten sei der Zustand um sieben Uhr am Donnerstagmorgen noch kritisch gewesen, so Polizeisprecher Schneider am Vormittag.

Als „verletzt“ gilt nach dem Maßstab der Rettungskräfte zudem ein Busfahrer, der als Ersthelfer tätig wurde und in Folge des Geschehens einen Schock erlitt, weshalb im Polizeibericht von insgesamt sechs Verletzten die Rede ist.  

Auch auf den Verkehr hatte der Unfall längere Auswirkungen: Bis in den frühen Morgen war ein längerer Abschnitt der B 56 gesperrt.

Mögliche Zeugen des Unfalls bittet die Polizei, sich unter der Nummer 0228/150 zu melden. (Jens Kleinert)