Kunst im öffentlichen Raum

Ein neues Zuhause für die Witterschlicker Stahlmänner

Noch haben die Skulpturen ihren Platz am Witterschlicker Bahnhof. Von dort aus sollen sie zur Deutschen Steinzeug umziehen.

Noch haben die Skulpturen ihren Platz am Witterschlicker Bahnhof. Von dort aus sollen sie zur Deutschen Steinzeug umziehen.

Alfter-Witterschlick. Nach dem Streit um einen Standort beschließt die Alfterer Politik, die Skulpturen des Künstlers Erich Beck an die Servaisstraße auf eine Fläche der Deutschen Steinzeug zu versetzen.

„Johannes“ und „Robert“ bekommen ein neues Zuhause. Einstimmig und ohne Diskussion hat der Alfterer Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend beschlossen, dass die beiden Stahlskulpturen vom Witterschlicker Bahnhof auf eine Fläche im Besitz der Deutschen Steinzeug an der Servaisstraße verlagert werden. Dies geht zurück auf einen Bürgerantrag des Künstlers Erich Beck, der die Figuren einst geschaffen hatte.

Damit dürfte der Streit um die beiden Werke wohl beendet sein. Dieser war vom Zaun gebrochen, als Beck im Jahr 2016 erstmals einen Bürgerantrag in der Sache gestellt hatte. Er wollte, dass die Figuren, die im Besitz der Gemeinde sind, nicht mehr am Witterschlicker Bahnhof stehen. Er begründete das damit, dass sie nicht mehr öffentlich zugänglich seien.

In der Tat hatte das Ehepaar Annette und Albert Söhngen, denen der Bahnhof gehört, den Bereich zwischenzeitlich einzäunen lassen, um die Figuren und das historische Gebäude vor Vandalismus zu schützen. Dennoch seien die Skulpturen bei Veranstaltungen im Bahnhof weiterhin öffentlich zugänglich, hatte das Ehepaar mitgeteilt. Beck wollte hingegen eine Verlegung seiner Werke auf den Dorfplatz.

Auch vom Dorfplatz war die Rede

Den ersten Bürgerantrag hatte die Kommunalpolitik an den Witterschlicker Ortsausschuss verwiesen. Wie die Ortsausschussvorsitzende Christel Memering dem General-Anzeiger nochmals bestätigte, hatte das Gremium die Entscheidung an die Gemeinde zurückgegeben, da diese ja Eigentümerin der Figuren ist.

Nach GA-Informationen soll es innerhalb des Ortsausschusses zur Standortfrage kontrovers zur Sache gegangen sein. Memering hatte weitergehend eine Unterschriftenaktion zur Verlegung der Figuren initiiert, um sie wieder öffentlich zugänglich zu machen – allerdings nicht in ihrer Funktion als Ortsausschussvorsitzende, sondern als Bürgerin, wie sie betonte. Ihren Angaben nach waren 100 Unterschriften zusammengekommen.

Wie die Gemeindeverwaltung zur Ausschusssitzung mitgeteilt hatte, habe man versucht, in dem Streit eine einvernehmliche Lösung zu finden. Nach diversen Gesprächen habe Beck seinen Bürgerantrag modifiziert und die Aufstellung der Figuren an der Servaisstraße begehrt, hieß es von der Gemeinde. Ebenso habe er sich bereit erklärt, für Abbau, Aufstellung und Pflege der Figuren Sorge zu tragen – wie auch für die Finanzierung der Sanierung der Bahnhofswand, an der die Figuren noch stehen.

Dieter Schäfer, Vorstand der Deutschen Steinzeug, hatte in einem Schreiben mitgeteilt, den Figuren eine Heimstätte zu gewähren. Demnach sollen sie am Rand des Firmengeländes an der Servaisstraße aufgestellt werden. Weiter hieß es von der Gemeinde, dass das Ehepaar Söhngen zwar den Verbleib der Skulpturen am Bahnhof favorisiere, sich einem Beschluss der Politik zur Versetzung aber nicht verschließe. „Ich bin froh, dass wir diese Lösung anbieten können“, sagte Bürgermeister Rolf Schumacher im Ausschuss.