Schöllgen Haustechnik

Ein Beispiel aus Alfter für Digitalisierung im Handwerk

Der Chef der Alfterer Firma Schöllgen, Landesinnungsmeister Bernd Schöllgen (l.), und Prokuristin Sabrina Schöllgen (r.), erklären ihrem Auszubildenden Ali Sahin (M.), wie man die Abgaswerte einer Pelletheizung misst.

Der Chef der Alfterer Firma Schöllgen, Landesinnungsmeister Bernd Schöllgen (l.), und Prokuristin Sabrina Schöllgen (r.), erklären ihrem Auszubildenden Ali Sahin (M.), wie man die Abgaswerte einer Pelletheizung misst.

Alfter. Der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wandelt sich. Das zeigt sich auch bei der Firma Schöllgen Haustechnik aus Alfter.

Auf der Arbeit sitzen und von dort aus schon einmal die Heizung in der Wohnung einschalten – was vor ein paar Jahren noch wie Zauberei klang, ist dank smarter Heizungssteuerung mittlerweile machbar. Durch diese technischen Möglichkeiten haben sich der Beruf und die Ausbildung des Anlagenmechanikers verändert. „Es ist schade, dass viele Leute von dem Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik noch immer ein negatives und überholtes Bild haben“, findet Bernd Schöllgen, Geschäftsführer von Schöllgen Haustechnik aus Alfter.

In seinem familiengeführten Unternehmen beschäftigt er derzeit rund 45 Mitarbeiter und acht Auszubildende. Ihm geht es wie vielen anderen: „Guter Nachwuchs ist schwer zu finden, besonders wenn man entsprechende Ansprüche hat.“ Dennoch seien in diesem Jahr viele gute Bewerber dabei gewesen, und das Unternehmen habe direkt fünf neue Azubis angenommen. Trotzdem leide die gesamte Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche unter einem akuten Fachkräftemangel. „Das Berufsbild des Anlagenmechanikers wird oft nur mit Blick auf veraltete Arbeitsweisen gesehen“, sagt Prokuristin Sabrina Schöllgen. „Doch dass sich dieses Berufsbild in den vergangenen Jahren grundlegend geändert und weiterentwickelt hat, wird vielfach nicht gesehen.“ Der Beruf sei spannend, abwechslungsreich und beinhalte Arbeit mit zukunftsweisender Technik. „Kein Tag ist wie der andere.“

Heizungsanlagen könnten online Störmeldungenan das Handy weiterleiten

Das erlebt auch der Auszubildende Ali Sahin: „Ich wollte auf keinen Fall einen Bürojob, und hier sehe ich täglich, dass Theorie und Praxis sich gegenseitig bedingen.“ Zuvor hatte der 28-Jährige Biologie studiert. „Mir fehlte aber immer der direkte Praxisbezug. Hier lerne ich Dinge und kann sie bestenfalls direkt umsetzen.“

Für ihn wäre es ein großer Wunsch, nach seiner Ausbildung in dem Unternehmen bleiben zu können. „Auszubildende können mit einer rund 40-prozentigen Chance rechnen, bei uns übernommen zu werden“, sagt Bernd Schöllgen. Er setzt sich als Landesinnungsmeister in Projekten aktiv für ein besseres Image und eine gute Ausbildung ein. „Natürlich gibt es noch Unternehmen, die nicht sofort die neueste Technik haben. Aber die Betriebe müssen sich genauso weiterentwickeln und die Zukunftsperspektiven sehen.“

Die Arbeit mit Heizungen würde beispielsweise mit CO2-Einsparungen einhergehen und mit vielfältigen technischen Möglichkeiten. Heizungsanlagen könnten online Störmeldungen an das Smartphone weiterleiten und erste Fehleranalysen an das Unternehmen übermitteln. „Insbesondere unser Kundendienst ist komplett digitalisiert worden und papierlos unterwegs“, berichtet Sabrina Schöllgen. Die Mitarbeiter erhielten zu Beginn des Tages ein Tablet mit aufgelisteten Aufträgen, könnten damit Anfahrtswege und Arbeitszeiten erfassen bis hin zur Unterschrift des Kunden, wenn der Auftrag abgeschlossen ist.

Neben den guten Verdienstmöglichkeiten gebe es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten nach der absolvierten Ausbildung. „Man kann seinen Meister machen, seinen Techniker oder ein Studium abschließen – die Ausbildung verbaut einem damit keine Möglichkeiten, vielmehr kann sie Türen öffnen“, so Bernd Schöllgen.