Inklusion in Alfter

Ehrenamtliche Initiative bringt Behinderte in Jobs

Gelungene Inklusion: Im Edeka-Markt in Alfter hat Florian von Schweinitz (r.) eine Festanstellung bekommen – vor allem weil ihn Mitarbeiterin Silivia Löschner intensiv gefördert und begleitet hat.

Gelungene Inklusion: Im Edeka-Markt in Alfter hat Florian von Schweinitz (r.) eine Festanstellung bekommen – vor allem weil ihn Mitarbeiterin Silivia Löschner intensiv gefördert und begleitet hat.

Alfter. Die Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt Alfter will Kooperationen mit Unternehmen ausbauen. Für 2019 haben sich die Ehrenamtlichen einiges vorgenommen.

Seit 2015 gibt es die Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt Alfter. Seither setzen sich Ehrenamtliche für die Vermittlung von Menschen mit einer Behinderung in den regulären Arbeitsmarkt ein. Insgesamt zehn Praktikanten erhielten durch die Initiative Einblick bereits in verschiedene Berufe, etwa Grafikdesign, Finanzmanagement, Verpackungswesen, Einzelhandel, Catering und Gartenbau.

„Vier von ihnen haben eine feste Stelle bekommen“, sagte Marie-Luise Hartung, Sprecherin und Koordinatorin der Initiative, bei der Auftaktsitzung im neuen Jahr. Für dieses Jahr habe man sich ehrgeizige Ziele gesetzt, sagte sie weiter. Man wolle mit Unternehmen Vereinbarungen zur Kooperation abschließen. Die Firmen sollten sich verpflichten, regelmäßig inklusive Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Überparteiliche Initiative

Für Silvia Löschner, Ausbildungsleiterin von Edeka-Mohr, war es überhaupt keine Frage, dass ihr Arbeitgeber da mitmacht. Sie brachte zum Treffen bereits ein ausgefülltes Schreiben mit, in dem festgehalten ist, dass ihr Unternehmen ab 2019 sowohl im Frühjahr als auch im Herbst jeweils zwei Praktikanten für die Regalpflege einstellen wird.

„Bisher hatten wir schon Kooperationen mit Unternehmen. Die Vereinbarungen sollen eine Verbindlichkeit zum Ausdruck bringen“, erklärte Hartung. Zusammen mit Bolko Graf Schweinitz – beide sind bei den Freien Wählern aktiv – gehörte Hartung zu den Gründungsmitgliedern. „Dass wir etwas für Menschen mit Behinderung tun wollten, stand schon in unserem Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2014“, sagte Graf Schweinitz. Allerdings sei unmittelbar nach der Gründung der Initiative klar gewesen, dass sie überparteilich sein soll, fügte er hinzu.

Durch die Vermittlung von Praktikumsplätzen sollen auf lange Sicht mehr Festanstellungen ermöglicht werden. Eine Form der Tätigkeit ist dabei – in Zusammenarbeit mit den Bonner Werkstätten – der sogenannte betriebsintegrierte Arbeitsplatz. Von 2017 an hatte der Schwerpunkt der Arbeit der Initiative im Aufbau eines Netzwerkes bestanden. So nahmen die Alfterer am Arbeitgeberfrühstück in den Bonner Werkstätten, bei den Gewerbeschauen in Bornheim und Alfter sowie an der Berufsmesse und dem Weihnachtsmarkt in Bornheim teil.

Regelmäßige Beratung

In diesem Jahr soll sich der Fokus auf die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Förderschulen der Region verlagern. „Damit erhoffen wir uns eine engere Verzahnung zwischen den Schulen und Betrieben des ersten Arbeitsmarktes“, so Hartung. Ein Schüler der Königin-Juliana-Schule, eine Förderschule für geistige Entwicklung in Duisdorf, erhielt bereits über die Vermittlung der Alfterer einen Praktikumsplatz bei OBI in Oedekoven.

Wer ebenso einen Praktikumsplatz sucht, findet auf der Internetseite der Initiative auf www. iiaa-alfter.de verschiedene Angebote. Beratungen zur Berufswahl bietet die Initiative jeden zweiten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Alfterer Rathaus im Raum neben der Kantine im Erdgeschoss an.