Vom Burgerladen bis zum Autohaus

Diner verkauft die ersten Burger in Bornheim wohl ab Juni

BORNHEIM/ALFTER. Große Nachfrage: Im Gewerbegebiet Bornheim Süd/Alfter Nord sind nur noch zwei Grundstücke frei. Rund zwölf Millionen Euro hat beispielsweise die Rheinische Kraftwagen Gesellschaft in einen Neubau investiert.

Wer auf der Umgehungsstraße L 183 n zwischen Roisdorf und Alfter unterwegs ist, hat das blau-gelbe Gebäude mit den geschwungenen Formen, das am Kreisel im Gewerbegebiet Bornheim Süd/AlfterNord in die Höhe gewachsen ist, vielleicht schon bemerkt.

Ein amerikanisch gestaltetes Diner-Restaurant der Kette „Miss Pepper“ entsteht dort. Eine große Werbetafel kündigt die Eröffnung im Mai an – doch die verzögert sich nach Auskunft von Prokurist Richard Atkin um etwa einen Monat. Voraussichtlich in der letzten Juniwoche sollen die ersten Burger, Wraps und Co. auf die Teller kommen.

Der Innenausbau sei noch nicht so weit, sagt Atkin. Derzeit stünden Arbeiten an Decke und Lüftung an. Knapp 200 Sitzplätze sollen entstehen, grüne Sitzpolster, hohe Bänke und Neonlicht werden das Ambiente prägen. „Wir haben durch eine Frostperiode im Januar, die genau zur Betonierphase kam, etwa zweieinhalb Wochen verloren“, so Atkin. Von außen werde das Gebäude noch mit Neonbeleuchtung und Werbetafeln ausgestattet. „Und nächste Woche wird die Terrasse gepflastert.“

In der Nachbarschaft läuft derweil bereits das Geschäft beim Autoteile-Lieferanten PV Automotive und dem Friseurbedarf Nowak. Auch das neue Nutzfahrzeugzentrum des Bonner Mercedes-Händlers Rheinische Kraftwagen Gesellschaft (RKG) an der Mary-Anderson-Straße ist seit etwa einem halben Jahr in Betrieb. Rund zwölf Millionen Euro hat das Unternehmen laut Geschäftsführer Stefan Salbeck in den Neubau auf einem circa 26 000 Quadratmeter großen Grundstück in Sichtweite der Autobahn investiert. Service und Tüv für Transporter, Lkw und Busse bietet die RKG hier.

„In Kardorf haben wir den ersten Brexit-Fall“

Den ehemaligen Standort in Hersel hat das Unternehmen geschlossen. Er werde derzeit noch „für interne Zwecke“ genutzt, sagt Salbeck. Weiter in Planung ist ein Autohaus für Transporter, Wohnmobile und bestuhlte Fahrzeuge. Voraussichtlich ab Ende September soll der Bau auf einem 9000 Quadratmeter großen Grundstück an der Alexander-Bell-Straße neben dem Reifenhändler „Reifen4.Me“ beginnen, so Salbeck. Weitere drei bis 3,5 Millionen Euro investiere die RKG in den Bau, der Mitte 2018 stehen soll.

Auch gegenüber der großen RKG-Halle könnte sich bald etwas tun, berichtet Joachim Strauß, Prokurist der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Bornheim (WFG), die die Grundstücke in dem interkommunalen Gewerbepark vermarktet. Ein privater Investor plane an der Mary-Anderson-Straße ein Büro- und Gründerzentrum, so Strauß.

Für ein Grundstück neben dem Restaurant L'Osteria gebe es zudem einen Bauantrag für ein Nissan-Autohaus. Auch habe der Baumarkt Bauhaus sein Angebot um ein Baustoff-Abhollager erweitert, und nebenan baue derzeit das Unternehmen Bauer Elektro Motoren aus Bonn-Kessenich.

Strauß: „Im Teilstück Alfter Nord sind bereits alle sieben Grundstücke verkauft.“ Hier werde sich noch der Malteserverband ansiedeln, um Bedarf für die logistische Versorgung von Krankenhäusern anzubieten. Eine Erweiterung des Gewerbeparks auf Alfterer Gebiet ist seit Längerem angedacht. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alfter (WFA) hat dazu eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Bebauungsplanverfahren für ein erstes, 3,8 Hektar großes Teilstück hat die Alfterer Politik im Januar auf den Weg gebracht.

Ehemalige Kiesgrube wird geprüft

Im Abschnitt Bornheim Süd gebe es auch nur noch zwei freie Grundstücke, sagt Strauß: „Es wird jetzt immer knapper, neue Flächen anzubieten.“ Perspektiven: Ein Bebauungsplanverfahren sei für eine kleinere Fläche in Richtung des Bahnhofs Roisdorf im Gange, in Sechtem liefen Grunderwerbsverhandlungen und in Hersel Untersuchungen, ob sich die ehemaligen Kiesabbauflächen auf der anderen Seite der Autobahn für Gewerbe eignen würden.

„In Kardorf haben wir derweil den ersten Brexit-Fall“, erzählt Strauß. Dort plane ein englisches Unternehmen für Verschlusstechnik eine Vertriebsniederlassung, da es sich Sorgen wegen künftiger Zölle mache. Wie der Betrieb auf Bornheim kommt? „Sie haben einen Partner aus Bonn, der in Bornheim wohnt“, erklärt Strauß. Das Grundstück sei bereits verkauft.