Freilichttheater

Die kleine Hexe feiert in Alfter Premiere

Begeistern das Publikum: Die Mitglieder der Freilichtbühne Alfter spielen „Die kleine Hexe“.

Begeistern das Publikum: Die Mitglieder der Freilichtbühne Alfter spielen „Die kleine Hexe“.

ALFTER. 400 Zuschauer genießen die Vorstellung des Ensembles der Freilichtbühne Alfter. Dabei überraschen die Theaterleute mit zahlreichen Änderungen im Vergleich zu 2017.

Hakennase, Besen, bunte Lumpenkleider, ein Hexenhut, Zauberbücher und ein treuer Rabe als Gefährte: Was könnte eine kleine Hexe sich mehr wünschen? Richtig: Zur Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu sein. Dies aber bleibt ihr verwehrt, da sie erst 127 Jahre alt und somit viel zu jung ist. Zu allem Unglück wurde sie auch noch erwischt, als sie sich auf den Hexenberg schleichen wollte. Wenn sie dem großen Hexenrat aber beweisen kann, dass sie eine richtig gute Hexe ist, darf sie beim wilden Tanz ums Feuer mitmachen.

So geht die berühmte Geschichte von Otfried Preußler, die von den Mitgliedern der Freilichtbühne Alfter aufgeführt wird und am Samstag eine rauschende Premiere feierte – und im gleißenden Sommersonnenlicht.

Im Jahr 2003 wurde in Alfter schon einmal gezaubert. Damals kam Bernhard Altfelds Inszenierung der Geschichte zur Uraufführung. „Zum Jubiläum wollten wir sie zurückholen“, sagte der Regisseur. Auch 2017 wurde das Stück schon gespielt, die diesjährige Umsetzung hat aber einige Änderungen für die 400 Besucher der Premiere parat: Der Billige Jakob verschwand durch einen „billigen Zaubertrick” auf dem Marktplatz.

Die Muhme Rumpumpel, die Gegenspielerin der kleinen Hexe, flitzte auf einem motorisierten Hexenscooter durchs Gebüsch und der Gang durch den Hexenwald glich einem Ausflug in die Welt der Zauberei. Hexen ließen Kristallkugeln schweben und sausten mit ihren Katzen auf ihren Besen, hysterisch lachend und kreischend. Eine Vogelscheuche winkte den Zuschauern zu, ein kleiner Rabe saß gemütlich auf einer Schaukel.

Bunte Ringelsocken und ein widerspenstiger Besen

Begleitet von einer großen Trommel, krähten die kostümierten Schauspielerinnen lateinische Hexengesänge und entführten die Gäste zur Audienz der Oberhexe. Die kleine Hexe mit ihren bunten Ringelsocken und dem widerspenstigen Besen wurde von Daniela Kahle verkörpert. Mit ihrem Charme verzauberte sie die Zuschauer. Jan Hennemann spielte ihren spitzbübischen Raben Abraxas, Ralf Hafner sorgte als böse Wetterhexe Rumpumpel für komödiantische Höhepunkte, die kaum zu toppen waren.

Als fiese Oberhexe verbreitete Doris Muhr auf ihrem knochigen Thron Angst und Schrecken und das spaßige Geplänkel zwischen Balduin Pfefferkorn (Berndt Lisson) und dem Billigen Jakob (Jürgen Muhr) strotzte nur so vor Wortwitz. Die rund 80 Schauspieler traten mit viel Humor auf und verwandelten das Hexenstück in eine Komödie, die in Alfter sehr gut ankam.

Eine kleine Blaskapelle, unter der musikalischen Leitung von Udo Seehausen, begleitete die Besucher zu den einzelnen Stationen des Wandertheaters, spielte in der Pause und untermalte die große Schlussszene.

Weitere Aufführungstermine und Infos zu den Eintrittskarten gibt es auf www.freilichtbuehnealfter.de.