Wester Werke in Witterschlick

Die Schalldämpfer helfen nur wenig

Die Anlieger schauen zu den Wester Werken, deren Lärm sie zunehmend nervt.

Die Anlieger schauen zu den Wester Werken, deren Lärm sie zunehmend nervt.

ALFTER-WITTERSCHLICK. Anwohner des Reuterpfads und der Esserstraße beschweren sich über eine Lärmbelästigung durch die Wester Werke in Witterschlick und über deren Baupläne.

Der Rhein-Sieg-Kreis hat den Bauantrag der Witterschlicker Wester Werke über die Nutzungsänderung einer Lagerhalle in eine Produktions- und Lagerhalle entgegen dem Votum der Gemeinde Alfter genehmigt. Das hatte Bürgermeister Rolf Schumacher den Fraktionen mitgeteilt. Zur jüngsten Ratssitzung hatte die SPD nach dem aktuellen Verfahrensstand gefragt.

Bereits im Jahr 2013 hatten die Wester Werke in Witterschlick eine Bauvoranfrage gestellt und, wie berichtet, hatte der Kreis trotz der Verweigerung des Einvernehmens durch die Gemeinde Alfter die Anfrage und jetzt auch den Bauantrag positiv beschieden. Dagegen vorzugehen sei wenig aussichtsreich, erklärte Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher, der entsprechenden juristischen Rat eingeholt hatte. Die Erfolgsaussichten für eine Klage seien gering.

In der Zwischenzeit hat es auch Beschwerden von Anliegern wegen Lärmbelästigung durch die Wester Werke gegeben, sagte der Bürgermeister. „Die Anwohner leiden unter einem dauerhaften tieffrequenten Ton“, berichtete er von einem Besuch der Bewohner des Reuterpfads und der Esserstraße. Das Tüv-Gutachten zur Geräuschimmission, das Bestandteil der Baugenehmigung ist, meint dagegen, dass die zulässigen Immissionswerte eingehalten werden und „tieffrequente Geräusche (…) nicht zu erwarten“ seien.

Gespräch mit den Anliegern nach den Herbstferien

Die Anwohner sehen das anders. Sie bemängeln, dass im Gutachten nur die Frequenzgruppe A beachtet wurde. Ihre Messungen ergeben über 70 Dezibel (C), was deutlich über dem zulässigen Wert liege. Dieser nervende Dauerton ist von 6 bis 22 Uhr zu hören. Hinzu kämen ab 21.30 Uhr metallische Schläge und der LKW-Verkehr. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte als Auflage die Zahl der Lastwagen auf acht am Tag in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr beschränkt.

Oft kämen LKWs jedoch nachts oder am Wochenende, berichten die Anwohner. Im Sommer laufe die Klimaanlage und im Winter die Heizung die Nacht hindurch. Manche Fahrer hörten gerne laute Musik, andere verrichteten ihre Notdurft am Straßenrand. „Ich merke zunehmend, dass der Lärm mich aggressiver macht“, sagte eine Anliegerin der Esserstraße, die zu Hause arbeitet. Die Anwohner hatten sich bisher nur an den Rhein-Sieg-Kreis und nicht an die Wester Werke gewandt.

„Wir haben schon einiges gemacht und arbeiten weiter daran, die Ursache für den Lärm zu finden“, sagte der Geschäftsführer von Wester Mineralien, Harald Wester auf Anfrage des General-Anzeigers. Allerdings verweist er auch auf das Lärm-Gutachten, laut dem sich sein Unternehmen im Bereich des Zulässigen bewege. Es seien bereits zusätzliche Schalldämpfer eingebaut worden und er sei auch bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen. „Es ist aber sehr kompliziert, Schall zu dämmen“, sagte er. Die LKWs, die die Wester Mineralien selbst beauftragen, hielten sich an die zeitlichen Vorgaben. Allerdings habe er nur bedingt Einfluss auf Zulieferer. Zwar weise er auch diese auf die zeitlichen Vorgaben hin, aber ob diese weitergegeben und beachtet werden, könne er nicht beeinflussen.

Um zwischen den Anwohnern und den Wester Werken zu vermitteln, organisiert Bürgermeister Schumacher ein Gespräch zwischen den Beteiligten, das nach den Herbstferien stattfinden soll.