Anlaufstelle für Helfer

Die Engagementförderin in der Pfarreiengemeinschaft Alfter

Elke Friedrich im Pfarramt Witterschlick.

Elke Friedrich im Pfarramt Witterschlick.

Alfter. Seit Juli kümmert sich Elke Friedrich als Ansprechpartnerin um die Ehrenamtlichen der Pfarreiengemeinschaft Alfter. Bei ihrer Arbeit hat sie schon viele Erfahrung gesammelt. Eine davon: "Jeder Mensch ist ein potenzieller Helfer.“

Sie ist vieles: Mittlerin, Koordinatorin, Anlaufstelle. Seit Juli kümmert sich Elke Friedrich als Ansprechpartnerin um die Ehrenamtlichen der Pfarreiengemeinschaft Alfter und hat bereits viele Erfahrungen sammeln können. Als sogenannte Engagementförderin soll die 52-Jährige die frühere Begleitung der eigenständigen Arbeitsbereiche Ehrenamtskoordination, Flüchtlingshilfe und Lotsenpunkt für die Caritas ersetzen. Alles in allem gibt es rund 60 Engagementförderer in den 181 Seelsorgebereichen des Erzbistums Köln, die seit Anfang des Jahres ihre Arbeit aufgenommen haben.

„Die Pfarreien werden immer größer. Die wachsende Vielfalt der Aufgaben kann ein Geistlicher nicht alleine bewältigen“, sagt Friedrich, die sich in den ersten Monaten mit den verschiedenen ehrenamtlichen Gruppen in den sechs Ortsgemeinden vertraut gemacht hat. „Jeder Mensch, den ich kennenlerne, ist ein potenzieller Helfer. Die Tätigkeit im Ehrenamt hat mit Neigung und Talent zu tun. Daher schaue ich auch immer wieder nach Talenten, oder wie die Kirche sagt, Charismen. Das braucht Zeit.“

Mit der Einführung von Engagementförderern geht das Erzbistum neue Wege. In seinem Fastenhirtenbrief „Mitten unter Euch“ (Ostern 2016) wies der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki dementsprechend darauf hin, „dass wir innerhalb unserer großen Pfarreien und Seelsorgebereiche Gemeinden bilden, die umeinander wissen und gut vernetzt sind. Mich ermutigt, dass eine Entwicklung im Rollenverständnis unserer pastoralen Dienste schon längst begonnen hat. Grundlegung ist dabei die Rückbesinnung auf die eigene Berufung“.

Woelki reagierte damit auf die Veränderung des gesellschaftlichen Handelns des Einzelnen. Denn die Art und Weise des Engagements hat sich verändert. Im Unterschied zu früher sind heutige Aktivitäten projekt- und zeitgebunden. „Das muss man aufgreifen. Daher kümmere mich nicht nur um die schon ehrenamtlich Tätigen, sondern auch um Menschen, die noch nicht genau wissen, welches Projekt sie unterstützen möchten“, so Friedrich.

Die Pfarreiengemeinschaft beschritt einen Sonderweg

Denn: „Zum Ehrenamt gehören auch die ganzen Helfer, die hier und da Stühle aufstellen und auf die wir auch angewiesen sind. Bei allen, die sich engagieren möchten, fragen wir nicht nach der Konfession. Die ist egal“, betont die gebürtige Koblenzerin.

Auch wenn ihre Stelle nach den Vorgaben Kölns eingerichtet wurde, beschritt die Pfarreiengemeinschaft dabei einen Sonderweg. So wurde die Finanzierung der 75 Prozent-Stelle durch einen Alfterer Sponsor und durch das Landesprogramm „Komm-An-NRW“ gesichert. Außerdem wurde die Stelle nicht ausgeschrieben, da sie nur eine Erweiterung der Aufgaben der schon von Friedrich ausgeübten Stelle beim Alfterer Asylkompass – ein Projekt der evangelischen und katholischen Kirche zur Unterstützung von Flüchtlingen – war. Friedrich ist mit großem Spaß bei der Sache und hat konkrete Vorstellungen, was sie erreichen will: eine qualitative Verbesserung des Ehrenamts, aber auch mehr Wertschätzung und Unterstützung der Aktiven sowie bessere Arbeitsbedingungen.

Gut 20 Kinder-, Jugend-, Frauen- und Seniorengruppen hat sie schon besucht. Die ersten beiden Workshops für Ehrenamtliche, in denen es um Traumata von Flüchtlingen und um Selbstachtsamkeit ging, fanden bereits statt. Das dritte Seminar zum Thema „Ressourcenarbeit“ ist für Anfang Januar geplant. 2018 soll auch ein regelmäßiger Treffpunkt für alle Interessierten im Pfarrhaus in Witterschlick auf die Beine gestellt werden. „Wir wollen eine lebendige Gemeinde, ein gutes Miteinander schaffen“, ist Friedrichs Ziel. Ihre Ideen trägt sie bei den Zusammenkünften des Pastoralteams um Pfarrer Rainald M. Ollig vor. Auch das ist neu im Erzbistum. Die Engagementförderer gehören als Laien dem pastoralen Leitungsteam der Gemeinde an. Und alle zwei Monate finden in Köln Fortbildungen statt.

Sprechzeiten von Elke Friedrich sind in Witterschlick mittwochs, 16 bis 18 Uhr, und nach Vereinbarung unter 01 70/1 02 80 24 oder per E-Mail unter Elke.Friedrich@PG-Alfter.de. Ab Frühjahr 2018 wird es auch Sprechzeiten in Alfter-Ort und Oedekoven geben; die Zeiten werden noch bekanntgegeben.