Bauvorhaben der Freien Christlichen Schulen

Campusprojekt in Alfter ist auf dem Prüfstand

Am Rand des Gewerbegebiets in Oedekoven soll der neue Schulcampus entstehen.

Am Rand des Gewerbegebiets in Oedekoven soll der neue Schulcampus entstehen.

Alfter-Oedekoven. Die Politik befasst sich erneut mit dem Bauvorhaben der Freien Christlichen Schulen. Am Rand des Gewerbegebiets in Oedekoven soll ein neuer Schulcampus entstehen.

Es war Ende März 2015, als Andreas Wiegel, Vorsitzender des Trägervereins der Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB), zum Ortstermin auf die Fläche am Oedekovener Gewerbegebiet kam und erstmals öffentlich über die Pläne für den 30-Millionen-Euro-Schulcampus an der Straße Am Klostergarten sprach. Mit dem Campus soll der Raumnot am aktuellen Standort von Gesamt- und Grundschule am Schöntalweg begegnet werden. „Wiegel hofft auf einen Spatenstich im nächsten Jahr und einen Einzugstermin voraussichtlich im Jahr 2018“, war am 30. März 2015 im General-Anzeiger zu lesen. Am kommenden Donnerstag wird sich die Alfterer Kommunalpolitik erneut mit dem Bauprojekt befassen, von dem bislang kein einziger Stein steht.

In der kommenden Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung werden sich die Kommunalpolitiker mit der Ausarbeitung der von ihnen Ende Juni 2018 beschlossenen Grundkonzeption befassen. So soll auf dem am Hang liegenden Baufeld A eine Gesamtschule mit drei Vollgeschossen zur Straße und zwei Geschossen zur Wohnbebauung hin entstehen. Auf Baufeld C soll eine Vierfachturnhalle gebaut werden. Baufeld B soll für Parkplätze dienen.

70 Parkplätze und viele Fahrradstellplätze

Nach der Entscheidung der Politik im vergangenen Sommer haben sich die Planer an die Ausarbeitung des sogenannten städtebaulichen Konzepts gemacht, das nun Gegenstand der kommenden Sitzung ist. Den Vorstellungen der Planer zufolge soll die verkehrliche Erschließung von Schulgebäude und Sporthalle vollständig über die Straße Im Klostergarten erfolgen. Nach Berechnung des beauftragten Verkehrsbüros sowie nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung muss der Bauherr 70 Parkplätze für Autos nachweisen. Diese sollen auf Baufeld B entstehen. Dem aktuellen Plan nach soll der Parkplatz in den Abendstunden mittels einer Schranke verschlossen sein. Dazu kommt eine Vielzahl an Fahrradstellplätzen. Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, sollen rund 100 Stellplätze auf dem Schulgelände (Baufeld A) geschaffen werden, rund 90 Plätze auf dem Baufeld B sowie rund 55 Plätze an der Turnhalle (Baufeld C).

Wie berichtet, haben die FCSB im Verlauf des seit Ende 2016 andauernden Verfahrens ihr Projekt verkleinert: Die Gesamtschule wird nun kleiner. Sie ist für 780 statt für 825 Schüler ausgelegt. Die geplante Kita fällt ganz weg. Damit haben die Verantwortlichen auf die teils massive Kritik aus der Bürgerschaft (der GA berichtete) reagiert. In gewisser Weise steht auch die Kritik an dem Bauprojekt auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung. Schließlich müssen sich die Kommunalpolitiker mit den eingegangenen Stellungnahmen von Bürgern sowie von den sogenannten Trägern öffentlicher Belange (Behörden, Umweltverbände oder auch Versorgungs- und Verkehrsunternehmen) befassen. Diese Liste der Stellungnahmen umfasst 33 beidseitig bedruckte Blätter.

Anwohner befürchten Lärm durch den Schulbetrieb

In den von den Bürgern eingebrachten und anonymisiert wiedergegebenen Stellungnahmen finden sich die Kritikpunkte, mit denen das Bauprojekt bereits seit Längerem begleitet wird. So ist aus Sicht der Gegner des Projekts das Schulgebäude viel zu groß und soll zu nah an den vorhandenen Wohngebäuden errichtet werden. Auch befürchten Anwohner Lärm durch den Schulbetrieb sowie Veranstaltungen, die außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden könnten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Zunahme des Verkehrs, wodurch die bereits schon jetzt stark beanspruchten Straßen aus Sicht der Gegner völlig überlastet würden. Kritisiert wird auch die Nähe des Bauprojekts zur Hochspannungstrasse sowie der Umstand, dass eine Informationsveranstaltung in den Räumen der FCSB am Schöntalweg stattgefunden hatte (der GA berichtete).

Der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung tagt am Donnerstag, 14. Februar, im Ratssaal des Rathauses. Beginn ist um 17 Uhr. Der Tagesordnungspunkt zum Schulcampus in Oedekoven ist öffentlich.