Ortshistorie

Betonkirche in Alfter verkörpert Impekovener Geschichte

Alfter-Impekoven. Die Betonkirche St. Mariä Heimsuchung, entworfen von Gottfried Böhm, soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Dafür setzt sich der Landschaftsverband Rheinland ein.

Die katholische Kirche St. Mariä Heimsuchung soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ein entsprechender Antrag des Amts für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) liegt für die nächste Sitzung des Alfterer Ausschusses für Gemeindeentwicklung vor.

Wie berichtet, gibt es das auch Betonkirche genannte Gotteshaus seit 50 Jahren. Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag, 14. Juli, 19 Uhr, mit einer Festmesse. Zunächst durch Vertriebene und später durch den Sog Bonns als Bundeshauptstadt stieg auch in Impekoven die Einwohnerzahl. Die 1884 erbaute und 1926 erweiterte Impekovener Kapelle wurde zu klein. Da eine Vergrößerung und Renovierung zu teuer gewesen wäre, wurde die Kapelle 1967 abgerissen.

Priester Heinz Schütte gelang es, den renommierten Architekten Gottfried Böhm für die Planung eines modernen Komplexes aus Beton zu gewinnen. Böhm, der kürzlich seinen 98. Geburtstag gefeiert hat, gilt als einer der vielfältigsten deutschen Baukünstler seiner Generation. Am 14. Juli 1968 wurde der Grundstein für die Kirche an der Ecke Engelsgasse/Oberdorf gelegt. An Heiligabend im Jahr 1969 feierten die Impekovener dort den ersten Gottesdienst.

Eintrag in die Denkmalliste

Beantragt wird der Eintrag der Kirche in die Denkmalliste der Gemeinde Alfter vom LVR. Dafür hat der Landschaftsverband ein 20-seitiges Gutachten zum Denkmalwert des Gebäudes erarbeitet. Die Kirche St. Mariä Heimsuchung sei „bedeutend für die Geschichte des Menschen sowie der Städte und Siedlungen“, heißt es zusammenfassend in der Expertise. Weiter heißt es unter anderem: „Die Architektur [...] ist vielfältig und nicht auf den ersten Blick zu erschließen.“ Nach Ansicht das LVR ist die Kirche „mit ihrer Ausstattung ein aussagekräftiges Zeugnis der religiösen und sozialen Verhältnisse in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges“.

Das Gotteshaus habe zudem einen „besonderen Aussagewert für die Bau- und Siedlungsgeschichte von Alfter-Impekoven“. Auch sei die Kirche bedeutend, „weil sie nicht aus Impekoven entfernt werden kann, ohne das Ortsbild wesentlich zu verändern“. Über den Eintrag in die Denkmalliste entscheidet die Kommunalpolitik am Donnerstag nach Karneval. In einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung hat Alfters leitender Pfarrer, Rainald M. Ollig, erklärt, dass er die Eintragung befürworte.

Der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung tagt am Donnerstag, 15. Februar, im Oedekovener Rathaus, Am Rathaus 7. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr. Der Tagesordnungspunkt zur Impekovener Kirche ist öffentlich.