Bodendecke wird mit Kies erneuert

Bauarbeiten auf Wegen im Alfterer Wald bis Weihnachten

Alfter. Spaziergänger, Radfahrer und Reiter müssen wegen der Ausbesserung von Wegen mit Sperrungen rechnen - wahrscheinlich bis Weihnachten. Denn erst müssen sich die neuen Bodenbelege eine Zeit lang setzen.

Im Alfterer Wald herrscht zurzeit Hochbetrieb. Schwere Lkw verstreuen Kies, große Baumaschinen baggern den Erdboden auf oder glätten die Wirtschaftswege, Arbeiter schneiden mit einem speziellen Fahrzeug Hecken und Sträucher zurück. Dazwischen sind Spaziergänger mit ihren Hunden unterwegs und fragen sich, was denn da gerade im Alfterer Wald vor sich geht.

Arne Wollgarten kennt die Antwort auf die Frage. Im Auftrag der Gemeindeverwaltung kümmert sich der Revierförster um die Instandsetzung von Wirtschaftswegen. Rund 1400 Meter werden bearbeitet: zum einen auf dem Neuen Weg zwischen Breiter und Schmaler Allee, zum anderen an der Wasserbroichsbahn.

Wie Wollgarten bei einem Vor-Ort-Termin erläutert, sind dazu drei beziehungsweise vier Arbeitsschritte notwendig. Zunächst werden die Wege vorbereitet, ihre Ränder etwa werden freigeschnitten. An den Stellen, an denen es erforderlich ist, wird Kies zur Erneuerung der Bodendecke aufgetragen – etwa eine Tonne pro Meter. Anschließend erfolgen die sogenannte Profilierung und Verdichtung der Wege.

„Die Instandsetzung dient der dauerhaften Sicherung der Wege“, sagt Wollgarten. Es handle sich um Investitionen in die Nutzbarkeit des Waldes. In der Regel würden die Wege in den Bereichen ausgebessert, in denen zuvor Holz geschlagen und abtransportiert worden sei, die also bewirtschaftet worden seien.

Die Zuständigkeiten und die damit einhergehende Finanzierung sind allerdings nicht ganz einfach: Laut Wollgarten sind die meisten Wege im Alfterer Wald in Privatbesitz. Für die Unterhaltung ist aber die Gemeindeverwaltung zuständig. Sprich: Von der Gemeinde erhält Wollgarten das Geld für die Arbeiten. Bei Reitwegen ist es jedoch anders. Zwar werden auch diese von der Gemeinde unterhalten, allerdings mit Mitteln des Rhein-Sieg-Kreises.

Die Instandsetzung der Wege sei nicht billig, sagt Wollgarten. Ohne Material rechne man mit rund 3,50 Euro pro Meter, inklusive Material mit rund zehn Euro. Aktuell werden für rund 8500 Euro Reitwege erneuert sowie Wirtschaftswege für etwa 7000 Euro. Nach Angaben des Försters sollen die Arbeiten bald abgeschlossen sein. Im Anschluss daran kann es passieren, dass Spaziergänger, Radfahrer und Reiter auf gesperrte Wege stoßen.

1000 Hektar mit rund 550 Waldbesitzern

Wollgarten wird bestimmte Verbindungen – die „empfindlichsten“ Wege, wie er sagt – sperren, bis sie sich nach den Arbeiten gesetzt haben. Das dauere eine gewisse Zeit, so der Förster – wahrscheinlich bis Weihnachten. „Die Menschen sollten das bitte beachten“, betont er. Durch die Sperrungen sollen neue Schäden unmittelbar nach der Instandsetzung vermieden werden. Generell gelte für den Wald und die Wege ein freies Betretungsrecht. Mit Autos dürften allerdings nur diejenigen im Wald fahren, die dort forstwirtschaftlich tätig seien, also Förster, Jäger, Waldbesitzer und Arbeiter.

Als Amtsförster beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW ist Wollgarten für Bornheim, Swisttal und den Bereich Alfters nördlich der Bundesstraße 56 zuständig. In Gänze umfasst das Gebiet seinen Angaben nach rund 3500 Hektar. Er selbst betreut und bewirtschaftet rund 1000 Hektar der Forstbetriebsgemeinschaft Alfter, die aber nicht auf Alfter beschränkt ist.

Das Gebiet sei sehr kleinteilig, erläutert er. So verteilten sich die 1000 Hektar auf rund 550 Waldbesitzer. Wollgarten: „Rund 400 Waldbesitzer besitzen weniger als einen Hektar.“