Oedekoven

Ausstellung über das Leben von Migrantinnen im Rathausfoyer

Ausstellungseröffnung mit Veranstaltern (von links): Annemarie Schwartmanns , Rolf Schumacher, Ursula Lobin, Vorsitzende des Alfterer Arbeitskreises für Integration, und Jeannette Spenlen.

ALFTER. "Ich will lieber arm leben, aber frei leben - deswegen bin ich hier, aber eins verstehe ich nicht: so nette Leute hier und manchmal so traurige Gesetze." Nedas Beitrag ist nur eine Stimme von vielen in der Ausstellung "Facetten der weiblichen Migration - Lebensrealität von Migrantinnen" in Fotos und Texten, die derzeit im Rathausfoyer in Oedekoven gezeigt werden.

Die Ausstellung ist aus der Arbeit der interkulturellen Frauenprojektgruppe des Bonner Instituts für Migrationsforschung (BIM) hervorgegangen. Basis sind Interviews mit elf Bonner Migrantinnen. Jeannette Spenlen von BIM erläuterte: "Sie würden sich nie als 'Migrantin' bezeichnen. Dabei handelt es sich um eine Beschreibung von außen." Die Schau, die von Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher eröffnet wurde, soll stattdessen das Innenleben der Frauen widerspiegeln.

Die Leiterin der Volkshochschule Bornheim/Alfter, Annemarie Schwartmanns hatte sich dafür eingesetzt, dass die Schau in Alfter zu sehen ist. "Wir wollten gegenseitiges Verständnis schaffen und eine kleine Brücke bauen", sagte Schwartmanns bei der Eröffnung.

Ganz unterschiedlich sind die Geschichten der Befragten: Die bereits zitierte 29-jährige Neda etwa kam als politischer Flüchtling aus dem Iran vor elf Jahren nach Bonn. Die 27-jährige Zina aus Moldawien dagegen arbeitete vor fünf Jahren als Au-pair in Deutschland - und blieb.

Über ihr Leben in Deutschland sagt sie: "Du wirst als Mensch respektiert, was in Moldawien oft nicht der Fall ist." Mitglieder der Gruppe "Schreibgenuss" aus Sankt Augustin, die von Migrantinnen gegründet wurde, lasen bei der Eröffnung eigene Werke zum Thema "Integration".

Mitveranstalter der Schau ist der Arbeitskreis für Ausländerfragen und Integration Alfter, in dem sich Özcan Taybe aus Witterschlick engagiert. Die 42-Jährige, die aus der Türkei stammt und seit 1977 in Deutschland lebt, nannte die Ausstellung "sehr interessant", auch wenn sie sich nicht zwangsläufig mit den Lebensgeschichten identifizieren könne. Sie fühle sich in Deutschland zu Hause.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.