Pfarrverband Alfter

Aus Liebe zur Musik: René Breuer ist seit 20 Jahren Kirchenmusiker

Der Kirchenmusiker René Breuer ist seit 20 Jahren für die Alfterer Kirchengemeinde tätig.

ALFTER. René Breuer kommt aus einer vollkommen unmusikalischen Familie - zumindest sagt er das. Das hat Breuer aber nicht daran gehindert, sein Herz an die Musik zu verlieren und diese Liebe auch zum Beruf zu machen.

Inzwischen ist der 46-jährige Kirchenmusiker seit 20 Jahren Organist und Chorleiter im Pfarrverband Alfter. Es ist seine erste und einzige Anstellung nach dem Studium. "Das Arbeitsklima ist so wunderbar, dass ich mir nie Gedanken darüber gemacht habe, woanders hinzugehen", sagt er.

Schon mit sieben Jahren trieb es Breuer in den Klavierunterricht. Und dank seiner Eltern blieb er auch dabei, als ihm das Notenlernen und die zusätzlichen Hausaufgaben schwer fielen. "Du wirst später traurig sein, wenn du nicht durchhältst", ermahnten sie ihren Sohn. Nach dem Abitur am Gymnasium in Bonn-Oberkassel und dem Bundeswehrdienst hatte Breuer den Berufswunsch, Musiker zu werden. "Wenn ich die Aufnahmeprüfung für katholische Kirchenmusik in Aachen nicht bestanden hätte, hätte mich Wirtschaft interessiert", sagt er.

Aber er brauchte die Alternative nicht. Von 1990 bis 1994 studierte Breuer in Aachen und begab sich eine halbes Jahr vor dem Examen auf Jobsuche. Die freie Stelle im Seelsorgebereich Alfter war damals die einzige freie Stelle in der Region Bonn, in der Breuer unbedingt bleiben wollte. Die größte Herausforderung für den jungen Berufsmusiker war damals nicht das Orgelspiel, sondern die Menschenführung. "Ich trat in große Fußstapfen meiner Vorgänger. Und die Chormitglieder hätten meine Eltern sein können."

Inzwischen ist es die Arbeit mit Menschen, die ihm in seinem Beruf am meisten Freude bereitet. "Ich bin sehr dankbar, wenn rund 120 Leute einen Teil ihrer Freizeit mit mir verbringen. Ich sehe es als meine Pflicht, ihnen auch etwas zu bieten." Breuer spielt nicht nur die Orgel in den katholischen Kirchen in Volmershoven, Gielsdorf, Oedekoven und Impekoven. Er betreut auch die Kirchenchöre in Oedekoven und Impekoven, den Kinderchor der Mittelgemeinden Oedekoven, Impekoven und Gielsdorf sowie den Jugendchor Oedekoven.

Der Vater von zwei Kindern stieg nach seiner Anstellung schon sehr bald in die chormusikalische Arbeit mit dem Nachwuchs ein und beugte sich im Laufe der Jahre dem Wandel des Musikgeschmacks. "Als ich anfing, sangen wir noch neue geistliche Lieder. Damit lockt man heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor", sagt Breuer. Heute wollen laut Breuer schon Achtjährige lieber aktuelle Popsongs üben, die sie auch in ihrer Freizeit hören.

"Sie singen Englisch, bevor sie Englisch überhaupt können", sagt er. Auch durch die Castingshows im Fernsehen habe Singen einen hohen Stellenwert beim Nachwuchs bekommen. In dem Bestreben, Kinder für den Chor zu gewinnen und zu halten, hat sich daher das Repertoire für Jugend- und Familienmessen mit der Zeit stark geändert. Damit kommen inzwischen auch ältere Gottesdienstbesucher klar, so Breuer.

Eine gute Sache sind laut seiner Aussage auch größere Chorprojekte zum Mitmachen in einem überschaubaren Zeitraum, die Neugier auf mehr wecken. Dadurch hat Breuer einen großen Pool an potenziellen Mitsängern gewonnen und durch Neuzugänge in seinen Kirchenchören keinen Kummer mit Überalterung und rückläufigen Mitgliederzahlen.

Als eher selten in der katholischen Kirche bezeichnet er die Existenz eines reinen Jugendchors. Rund zwei Dutzend Mitglieder im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren zählt sein Jugendchor Oedekoven, den er 2005 aufgebaut hat.

Eine Sache mag der Kirchenmusiker aber überhaupt nicht: "Wenn bei den Proben nicht diszipliniert und konzentriert gearbeitet wird." Dann kann Breuer schon mal streng und laut werden.

Die Credomesse von Mozart

Der Kirchenchor St. Cäcilia Oedekoven lädt am Sonntag, 6. April, 17 Uhr, zu einem großen Konzert in die Pfarrkirche Oedekoven ein, an dem rund hundert Sänger und Musiker mitwirken. An der Aufführung der Credomesse (KV 257 in C-Dur) von Wolfgang Amadeus Mozart wirken auch Mitglieder des Kirchenchores Impekoven mit sowie etwa 20 Projektsänger. Als Solisten treten Ingeborg Schilling (Sopran), Marie Seidler (Alt), Maximilian Fieth (Tenor) und Guido Scheer (Bass) auf.

Darüber hinaus kommen auch 13 Mitglieder des Gürzenich-Orchesters Köln zum Musizieren mit Geigen und Cello, Bratsche und Contrabass, Oboen, Trompeten und Pauken. Zusätzliche Unterstützung leisten Christopher Kerstand am Schlagzeug, Martin Stute an der Gitarre und Frederick Thenee am Piano, die zur Begleitband des Jugendchors Oedekoven gehören. Der Eintritt zu dem Konzert am Sonntag ist frei. Spenden sind erwünscht.