Lyrik in Alfter

Arno Steffen zu Gast in Alfter

Der Kölner Songwriter Arno Steffen zu Gast in der Alanus Hochschule beim Kamingespräch mit Professor Roland Kaehlbrandt (l.).

Der Kölner Songwriter Arno Steffen zu Gast in der Alanus Hochschule beim Kamingespräch mit Professor Roland Kaehlbrandt (l.).

Alfter. Der Kölner Liedermacher Arno Steffen war zu Gast in der Alanus Hochschule und sprach über die Herausforderungen als Texter und Musiker.

Kommunikation drückt sich heutzutage überwiegend im Austausch von E-Mails aus. Mit dem dem Thema „Kürzer, schneller, lässiger – Sprache und Kommunikation im Wandel“ beschäftigten sich drei Tage lang Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter im Rahmen ihres Bachelor-Studiengangs „Philosophie, Kunst und Gesellschaft“ während eines Blockseminars unter der Federführung von Professor Roland Kaehlbrandt.

Ob und wie sich Kommunikation durch die fortschreitende Technisierung verändert, erläuterten in zwei Kamingesprächen am Freitag und Samstag aus ihren beruflichen Wahrnehmung die Kommunikations-Chefin der Deutschen Börse, Ingrid M. Haas, und der bekannte Rock- und Popmusiker sowie Komponist Arno Steffen. Und passend zum Kölner Musiker lautete die Fragestellung am Samstagabend denn auch „Alles supergut, ne? (Titel eines Steffen-Songs von 1984) – Deutsche Rock- und Popmusik voll im Trend?“

Steffen, der unter anderem die Musik zu 14 Kölner-Tatorten geschrieben hat, ehemaliger Sänger und Komponist der Kölsch-Rock-Band L.S.E. (Steffen, Tommy Engel und Rolf Lammers) – machte im Verlaufe des Gesprächs mit Kaehlbrandt deutlich, dass es heutzutage zwischen deutscher Popmusik und Schlagern gar keine klare Abgrenzung mehr gebe. „Es findet eine Verwischung statt“. Die Texte der Popsongs bezeichnete Steffen als zu „glatt“. Als Beispiele nannte er Tim Bendzko („Nur noch kurz die Welt retten“) und Max Giesinger („80 Millionen“, „Wenn sie tanzt“). „Der Pop hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich. Hinter den Texten verbirgt sich eine Metamorphose. Früher wurden lebende Bilder deutlich, heute sind es eher Stimmungsbilder, die rüberkommen“. Im Gegensatz zu seinem Schulfreund Steffen outete sich Kaehlbrandt als Fan von Bendzko, Andreas Bourani und Co. „Ich freue mich, dass deutsche Popmusik wieder zurück ist. Es ist gut, dass es der Mainstream ist, der diese Musik hören möchte“, so der Linguist.

Hochkonzentriert lauschten die 19- bis 22-Jährigen, als Steffen von seiner persönlichen musikalischen Entwicklung erzählte. So habe er sich nach einer „Folk-Phase“ in den 70er Jahren allmählich dem Kölsch-Rock zugewandt, „und zwar als Ausdruck des Protestes“. Er hat verschiedene musikalische Richtungen ausprobiert und – „man muss sich bei Kompositionen etwas zutrauen“, gab der Gast aus Köln seinen Zuhörern mit auf den Weg. Eine kleine musikalische Kostprobe ihres Könnens gaben Kaelbrandt und Steffen, als sie mit Klavier und Gitarre ihre gemeinsame Komposition aus früheren Zeiten „Foolish“ und den Rolling Stones Song „Wilde Horses“ mit dem übersetzten Text von Wolfgang Niedecken unplugged präsentierten.