Wissenschaft ist kinderleicht

Architektur-Werkstatt in der Alanus Hochschule

Im Halbkreis sitzen die Mädchen und Jungen um Professor Benedikt Stahl, der eine Maske mit dem Gesicht von Leonardo da Vinci trägt.

Im Halbkreis sitzen die Mädchen und Jungen um Professor Benedikt Stahl, der eine Maske mit dem Gesicht von Leonardo da Vinci trägt.

ALFTER. Die Kinderuni im Rhein-Sieg-Kreis startet mit einer Architektur-Werkstatt an der Alfterer Alanus Hochschule. Dabei beschäftigen sich die Mädchen und Jungen mit der berühmten Zeichnung des vitruvianischen Menschen.

„Wenn die Kinder später bei ihrem Start ins Studium der Architektur die Zeichnungen mitbringen, haben sie die erste Aufgabe schon mal erledigt“, sagt Benedikt Stahl, Professor für Architektur an der Alanus Hochschule. Diese haben die Acht- bis Zwölfjährigen nämlich bereits in der Werkstatt zum Auftakt der sechsten Kinderuni im Rhein-Sieg-Kreises angefertigt und halten sie nun stolz in den Händen.

Neben der Alanus Hochschule und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beteiligt sich die Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin an der Veranstaltungsreihe, die noch bis nächsten Juni läuft und unter dem Motto „Das Geheimnis der Zahlen“ steht. Im Monatsrhythmus finden passende Vorlesungen und Workshops statt, in denen die Mädchen und Jungen mal spielerisch, mal theoretisch an Themen wie Elektrotechnik, Mathematik oder Eurythmie herangeführt werden. Oder an die Architektur.

Workshop mit Professor Benedikt Stahl

Benedikt Stahl ist es besonders wichtig, dass die Kinder theoretische Konzepte durch die Praxis begreifen können. Wie die Idee des vitruvianischen Menschen aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, die auf den römischen Architekten Vitruv zurückgeht und für Symmetrie und Körperbewusstsein steht. Diese basiert darauf, dass der aufrecht stehende Mensch sich sowohl in die Geometrie eines Quadrates als auch in die eines Kreises einfügen kann. Auf den Spuren von Leonardo da Vinci (1452–1519), der dies in einer seiner bekanntesten Arbeiten aufgriff, fertigte jedes Kind mit Unterstützung eines Studenten ein Abbild von sich selbst auf einem großen Papier an. Dem folgten Ausmessungen und Beschriftungen der Verhältnisse der Körperteile zueinander.

„Alle unsere Erstsemester bewältigen ganz zu Beginn ihres Studiums genau die gleiche Aufgabe“, erklärt Stahl. „Für sie wird es natürlich noch herausfordernder, aber im Prinzip geht es um dasselbe: Die Grundlagen der Architektur und den Mensch als Maß aller gefertigten Dinge.“ Zum Abschluss des Workshops nahmen alle ihre kleinen vitruvianischen Selbstbildnisse mit. Außerdem bekamen sie noch Hausaufgaben auferlegt: „Jedes Jahr im Oktober könnt ihr euch wieder messen und abzeichnen. Jedenfalls so lange, wie die Leinwand noch ausreicht“, ergänzt Stahl zwinkernd.

Alanus-Pressesprecher Felix Cornelsen ist zufrieden mit der Resonanz und unterstreicht das Ziel der Kinderuni: „Wir wollen den Kindern den altersgerechten und praktischen Zugang zu Wissenschaft und Kunst ermöglichen und damit ihre Neugier fördern.“ Und beim Blick auf die emsigen Zeichner wird klar: Das gelingt.

Infos, Programmüberblick und Anmeldungen zu den Veranstaltungen unter kinderuni-rhein-sieg.de