Alfter

Altkleidersammlung kommt in kommunale Hände

Am neuen Container am Alfterer Rathaus in Oedekoven (v.l.): RSAG-Geschäftsführerin Ludgera Decking, Awo-Geschäftsführer Franz-Josef Windisch, die Oedekovener Ortsvorsteherin Brigitte Schächter und der Alfterer Bürgermeister Rolf Schumacher.

05.02.2013 ALFTER-OEDEKOVEN. In Alfter stehen die ersten fünf Container der RSAG. Bis zu 700 sind im Rhein-Sieg-Kreis geplant. Am Oedekovener Rathaus wurden die ersten Altkleider-Container der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) aufgestellt.

Es sind die ersten Container der kommunalen Altkleidersammlung, bei der die RSAG mit lokalen gemeinnützigen Vereinen zusammenarbeitet. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) übernimmt im Zuge eines integrativen Projekts die Leerung und regelmäßige Säuberung der Standorte. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird an den Gewinnen teilhaben.

Die kommunale Altkleidersammlung sei in vielerlei Hinsicht eine "Win-win-Situation", sagte der Alfterer Bürgermeister Rolf Schumacher. Die Awo schafft Arbeitsplätze für behinderte Menschen und Langzeitarbeitslose, und der Alfterer Ortsverband des DRK, dessen Vorsitzender Schumacher ist, freut sich über zusätzliche Einnahmen aus der Verwertung der Altkleider. Als Bürgermeister erwarte er, dass die Standorte der Altkleider-Container künftig sauber und ordentlich blieben. In der Vergangenheit habe es häufig einen Wildwuchs gewerblicher Container gegeben.

Die Geschäftsführerin der RSAG, Ludgera Decking, wies auf die transparente Vermarktung der Altkleider hin, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Awo organisiert wird. Die Verarbeitung von Altkleidern und deren Weiterverkauf schaffe in Afrika Arbeitsplätze, sagte Decking.

Die gesammelten Textilien werden zunächst sortiert. Das beste Material, die sogenannte Cremeware, wandert zu fünf Prozent zum Verkauf in deutsche Secondhand-Läden. 40 bis 50 Prozent werden nach Afrika und Osteuropa verkauft, der Rest wird beispielsweise zu Dämmstoffen in der Automobilindustrie verarbeitet. "Wer will, dass Kleidung Bedürftigen in der Region zugutekommt, soll sie den örtlichen Kleiderstuben spenden", riet Decking.

"Wir fahren rund 1000 Container regelmäßig zur Entleerung an", sagte der Geschäftsführer der Awo Bonn/Rhein-Sieg, Franz-Josef Windisch. Die vorhandene Infrastruktur und das Know-how der Awo waren auch die Gründe für die Zusammenarbeit. In Alfter werden zunächst fünf Altkleider-Container von der RSAG aufgestellt. In den nächsten Wochen und Monaten ist geplant, im Rhein-Sieg-Kreis bis zu 700 der einheitlich gestalteten Container aufzubauen. (khs)