Zum Scheitern der Gesamtschule

Alfterer Politiker bedauern des Aus der Schulpläne

Der ehemalige Oedekovener Hauptschulkomplex war ein möglicher Standort: Rund zwölf Millionen Euro hatte die Gemeinde Alfter im Entwurf des Doppelhaushalts 2019/2020 für den Bau der Schule sowie 1,5 Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt.

Der ehemalige Oedekovener Hauptschulkomplex war ein möglicher Standort: Rund zwölf Millionen Euro hatte die Gemeinde Alfter im Entwurf des Doppelhaushalts 2019/2020 für den Bau der Schule sowie 1,5 Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt.

Alfter/Rheinbach. Politiker von CDU, Grünen und SPD aus den Gemeinden Alfter und Rheinbach bedauern das Aus für die Zweigstelle. Positive Stimmung herrscht hingegen bei der UWG.

Erste Reaktionen seitens der Politik zum Aus für die Gesamtschuldependance zeugen überwiegend von Enttäuschung. „Die Politik in Alfter hat mit Unterstützung der Bezirksregierung weitgehend einmütig für die Errichtung der Schule gekämpft“, teilte Alfters CDU-Fraktionsvorsitzender Barthel Schölgens mit. Man sei bereit gewesen, das notwendige Geld trotz Alfters schwieriger Finanzlage zur Verfügung zu stellen. „Angesichts des attraktiven Schulangebotes in unseren Nachbarkommunen haben die Eltern aber leider eindeutig anders entschieden“, sagte er weiter.

Die Alfterer CDU sehe in den nächsten Jahren keine Chance mehr für ein neues Anmeldeverfahren. Ein Trost seien die Pläne für den Campus der Freien Christlichen Schulen in Oedekoven, die eine Gesamtschule mit einschließen. Dazu Schölgens: „Es gilt nun, dieses Vorhaben weiter erfolgreich zu unterstützen.“

Laut Alfters Grünen-Fraktionssprecher Wilhelm Windhuis sind die Anstrengungen von den meisten Eltern schulpflichtiger Kinder nicht in erforderlichem Maße anerkannt worden. Das müsse man akzeptieren und nun diskutieren, wie es weitergeht. „Ich tendiere im Moment dazu, weitere Anstrengungen hinsichtlich einer Gesamtschule in Alfter einzustellen und über eine andere Nutzung des Schulgebäudes nachzudenken“, so Windhuis.

„Das Ergebnis ist enttäuschend“, sagte Dietmar Danz, Chef der SPD Rheinbach und Vorsitzender des Rheinbacher Schulausschusses. „Die gemeinsame Vereinbarung zwischen Rheinbach und Alfter lässt sich nicht mehr mit Leben füllen und ist umgehend aufzulösen“, meinte er. Da der Wunsch von Kindern aus Swisttal, die Rheinbacher Gesamtschule zu besuchen, weiterhin sehr hoch sei, müsse es nun Gespräche mit Swisttal geben. „Ziel sollte es sein, die Swisttaler Sekundarschule perspektivisch als Zweigstelle der Gesamtschule Rheinbach zu führen“, unterstrich er.

Swisttals SPD-Vorsitzender Tobias Leuning ergänzte: „Seit Jahren fordert die SPD Swisttal eine Gesamtschule, um den Schulstandort Heimerzheim langfristig zu sichern und um mehr Swisttaler Kinder in Swisttal zu beschulen.“ Zur Gründung einer Gesamtschule läge eine Kooperation mit Rheinbach als Starthilfe nahe.

Die UWG Alfter sei sehr erfreut, dass die Eltern der Alfterer Schulkinder so vorausschauend und verantwortungsvoll gehandelt hätten, teilte Fraktionsvorsitzender Werner Urff mit. Und: „Damit kann vermieden werden, dass sich die Schuldenlast der Gemeinde bei Banken innerhalb von nur zwei Jahren mehr als vervierfacht.“ Es gelte, den Neubau der Gesamtschule der Freien Christlichen Schulen mit aller Kraft voranzutreiben, da dies der Gemeinde kaum Kosten verursache.