Fest im September

Alfter wird 950 Jahre alt

Alfter. Nach langer Vorbereitung ist es endlich so weit: Die Alfterer feiern im September mit viel Programm und einer Großkirmes ihr 950-jähriges Ortsjubiläum.

1067 fing alles an: Damals, vor 950 Jahren, wurde Alfter als „Aluetra“ erstmals in einer Urkunde erwähnt. Damit setzt die offizielle Geschichtsschreibung des Vorgebirgsortes ein, dessen Namen sich laut dem Kölner Gelehrten Gelenius vom römischen Namen Albanus Vetus ableitet. Ganz groß gefeiert wird das Ereignis mit einer Festwoche von Donnerstag, 14. September, bis Dienstag, 19. September.

Die Festivitäten wurden bewusst auf das dritte September-Wochenende gelegt, weil am Sonntag das Patronatsfest der Pfarrkirche Sankt Matthäus samt Großkirmes ansteht. „Fest, Kirche und Kirmes gehören einfach zusammen. Außerdem gibt es in Alfter so viele Feste, dass es da schwierig gewesen wäre, einen anderen Termin zu finden“, erklärte denn auch Klaus Hergarten, der als stellvertretender Vorsitzender des Ortsausschusses (OAS) gemeinsam mit Kassiererin Waltraud Schmitz und der Vorsitzenden des Gewerbevereins, Gabi Haag, im Festausschuss federführend mit der Planung beschäftigt war.

Mit den ersten Überlegungen startete das Festkomitee bereits 2014. Zunächst musste die Finanzierung gesichert werden. Seit Januar 2015 haben die zwölf Mitglieder des Organisationsteams unzählige Stunden mit dem Ablauf der Feierlichkeiten, der Verpflichtung von Künstlern und der Akquise von Sponsoren verbracht. Die Finanzierung – die Kosten belaufen sich auf einen fünfstelligen Betrag – ist durch Geldgeber gesichert. Den Seniorennachmittag am ersten Festtag kann der OAS aus eigener Tasche bezahlen.

Bläck Fööss beim „Rheinischen Abend“

Die Vorbereitungen sind denn auch fast abgeschlossen. Die Festschrift liegt vor, das Zelt für die Festwiese und die Getränke sind geordert, die Schausteller der Kirmes werden ihre Buden aufbauen. Noch haben für den Festakt am Freitag, 15. September, nicht alle eingeladenen Gäste zugesagt. Auch im Festzug am Sonntag sind nicht alle Vereine vertreten. So haben sich erst 14 der im Ortsausschuss vertretenen 36 Mitglieder für die Teilnahme angemeldet.

Bedauerlich findet Hergarten, dass Vereine wie der Alfterer Sport-Club 1968 (ASC) nicht mitmachen werden. „Die Ortsverbundenheit ist wohl nicht groß genug“, kritisiert denn auch Haag. Sie und Hergarten sind stolz darauf, was das Komitee fürs Jubiläum alles auf die Beine gestellt haben. Der „Rheinische Abend“ am Samstag – die einzige Veranstaltung, für die Eintrittskarten nötig sind – ist komplett ausverkauft. Dank der Bläck Fööss, dem Mertener Willi Wilden samt Band InSaints sowie Sibbeschuss aus Swisttal und der Sechtemer Band Samba Bloco ist Stimmung garantiert.

Mit Ausnahme der Bläck Fööss treten nur Künstler aus den Nachbarkommunen auf. Warum? „Wir wollten, dass alle Alfterer mitfeiern können“, erklärt Hergarten. Das ist am Freitag beim Festakt anders. Zwischen den Grußworten wird unter anderem die 1962 gegründete Kultband Cortingas und der Kirchenchor Sankt Matthäus zu hören sein.

Außer Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher werden Vertreter aus den Kommunen der Umgebung und Politiker aus der Region gratulieren. Sein Kommen zugesagt hat auch Simeon Graf Wolff Metternich und Gracht, dessen Familie eng mit dem Alfterer Schloss und der Ortsgeschichte verbunden ist.

Festmesse mit Kardinal Woelki

Zum Jubiläum hat sich auch die Kirchengemeinde für ihr Patronatsfest etwas Besonderes überlegt. So wird nicht nur der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die Messe in Sankt Matthäus feiern, eingeladen sind ebenfalls Geistliche, die in Alfter zum Priester oder Diakon geweiht wurden. Dazu gehören beispielsweise die Brüder Florian und Hans-Jörg Ganslmeier.

Der jecke Diakon Willibert Pauels, bekannt als Kabarettist sowie Büttenredner aus dem Kölner Karneval, wird als „Ne Bergische Jung“ für Lacher sorgen. Den Familientag am Montag gestalten die Schulen, Kindergärten und Jugendabteilungen der Vereine, beim Benefizkonzert zugunsten von Caritas und Diakonie am Dienstag spielt die Big Band des Landesmusikorchesters der Polizei.

Viel Herzblut haben die Organisatoren in das Programm bisher gesteckt. „Man könnte sagen, dass bisher jeder von uns 950 Stunden für die 950-Jahr-Feier tätig war“, sagen Haag und Hergarten.